Mein Führer

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18.01.2007 09:34 #547662 von Donald
Donald antwortete auf Mein Führer

Hm - ist denn der Führer eine anspruchsvolle Rolle, in diesem Zusammenhang?

Zumindest musste er hier mal nach einem Drehbuch spielen und keine seiner sonst üblichen freien Improvisationswelten ausleben.

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18.01.2007 10:02 #547666 von jar
jar antwortete auf Mein Führer

Hm - ist denn der Führer eine anspruchsvolle Rolle, in diesem Zusammenhang?

Lieber Michael, danke für diese Rückfrage!

Es ist insofern eine anspruchsvolle Rolle, weil er auf eine überzogene Art und Weise als Schauspieler versuchen muss diesen Hitler darzustellen, so dass dieser nur noch als Karikatur dargestellt wird. Hier das richtige Mass zu finden (siehe den Borat-Film momentan im Kino) ist alerdings eine ernsthafte Aufgabe.

Zwar hat Helge Schneider in Interviews gesagt, dass er Hitler vor dem Film bereits in und auswendig kannte. Ich finde aber dass es viel Ueberlegung brauchte um die richtigen "Spitzen" also Pointen zu finden....damit Hitler und seine Denk- und Handlungsweise lächerlich gemacht werden können.

Ich finde es gut, dass man sich auf lachende Weise mit diesem verrückten Hitler beschäftigen kann....so etwas krankes wie diesen Menschen :kopf1: :noldno: :schoeni: kann es jederzeit wieder geben.....

Darum ist jede Erwähnung und Ermahnung gut....auch wenn es nur eine Parodie ist!





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18.01.2007 10:20 #547669 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Mein Führer
Ich habe keine Ahnung von Schauspielerei, daher kann ich bei diesem Thema nichts qualifiziertes von mir geben. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es mitunter schwerer sein kann, eine lustige, vermeintlich simple Rolle gut zu spielen, als eine ernste. So wie ich analog schon studierte Jazz-Mausiker erlebt habe, die daran gescheitert sind, einen Schlager zu spielen.

Die Problematik, der Helge Schneider ausgesetzt war, bestand wohl darin, die Gratwanderung zu machen zwischen "lustigem" und "lächerlichem" Hitler. Aber so wie ich ihn einschätze, war ihm das letztendlich egal. Er hat es einfach gemacht.

Übrigens halte ich es für äußerst problematisch, Hitler als Kranken zu betrachten. Wäre er einer gewesen, dann wäre er nicht schuldfähig und nicht verantwortlich gewesen, und wir haben uns 60 Jahre umsonst entschuldigt. Ich glaube nicht, dass er krank war. Er hatte nur eine andere Meinung, von der er 100%ig überzeugt war, und verfügte über die ansteckende Strahlkraft eines glühenden Fanatikers. Ein Kranker schafft es nicht, die halbe Welt in Schutt und Asche zu legen und Millionen Menschen in den Tod zu schicken.

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18.01.2007 10:39 #547677 von jar
jar antwortete auf Mein Führer


Übrigens halte ich es für äußerst problematisch, Hitler als Kranken zu betrachten. Wäre er einer gewesen, dann wäre er nicht schuldfähig und nicht verantwortlich gewesen, und wir haben uns 60 Jahre umsonst entschuldigt. Ich glaube nicht, dass er krank war. Er hatte nur eine andere Meinung, von der er 100%ig überzeugt war, und verfügte über die ansteckende Strahlkraft eines glühenden Fanatikers. Ein Kranker schafft es nicht, die halbe Welt in Schutt und Asche zu legen und Millionen Menschen in den Tod zu schicken.

Dass er ein Fanatiker war ist ein Fakt. Und dass er diesen Fanatismus wie ein kleiner Junge auslebte, der nicht weiss wann Ende ist....ist auch Fakt.

Ein "normaler" Mensch würde so etwas nicht tun, darum behaupte ich , dass er eine Wahnsinnsvorstellung hatte die krank war. Ein Mensch der als Kind gelernt hat sich und seine Mitmenschen zu respektieren geht niemals so weit. Darum ist sein Verhalten krank und wie viele Krankheiten ansteckend gewesen...
.......leider bis heute noch.... :( :( :( (siehe die Neonazi-Szene) :klatsch:

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18.01.2007 11:12 #547697 von Donald
Donald antwortete auf Mein Führer

Übrigens halte ich es für äußerst problematisch, Hitler als Kranken zu betrachten. Wäre er einer gewesen, dann wäre er nicht schuldfähig und nicht verantwortlich gewesen, und wir haben uns 60 Jahre umsonst entschuldigt.

Doch, dann hätte man sich 60 Jahre lang für die unfassbare EIGENE Geisteskrankheit entschuldigen müssen, auf einen offensichtlichen Irren hereingefallen zu sein.

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18.01.2007 12:01 #547711 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Mein Führer

Doch, dann hätte man sich 60 Jahre lang für die unfassbare EIGENE Geisteskrankheit entschuldigen müssen, auf einen offensichtlichen Irren hereingefallen zu sein.

Eben nicht. Wenn die Deutschen auf ihn "hereingefallen" wären, hätte man sich ebenso die Entschuldigungen sparen könnnen. Oder ist man jemand böse, der sagt: "Sorry, aber wir sind auf einen Betrüger/Kranken hereingefallen"? Wohl kaum!

So einfach war es nicht. Der Mann hatte einen Plan, und ob dieser Plan wahnsinnig oder genial war, darüber entscheidet nur der Erfolg, denn der Erfolg ist der einzige Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn. Wäre Hitler mit der Nummer durchkommen, gälte er heute als Genie. Er ist gescheitert, also gilt er als Wahnsinniger. Damit macht man es sich (und ihm!) aber zu einfach. Nein, dieser Mann hat genau gewusst und gewollt, was passiert ist. Es war sein Plan.

Und das Volk, das ihn gewählt hat, hat diesen Plan unterstützt. Da ist niemand "reingefallen", Hitler hat ganz klar gesagt, was er wollte, und es stand auch in "Mein Kampf" drin, das damals Pflichtlektüre war. Also, auch hier macht man es sich zu einfach mit der Nummer "auf einen Wahnsinnigen reingefallen".

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18.01.2007 12:20 #547724 von jar
jar antwortete auf Mein Führer
Michael so einfach kannst Du aber auch nicht das gesamte Volk mitbeschuldigen. Sie sind doch einem Lügner aufgesessen!

Das Problem war z.B. bei den Juden , dass sie selbst nicht glauben konnten, dass sowas möglich ist. Darum haben sie sich gar nicht zusammen getan und (genügend) gewehrt.

Genauso konnten sie keine Hilfe kriegen, wenn sie jemanden (andere Deutsche Bürger) über die effektive Absicht der Konzentrationslager erzählt haben. Es gab zuwenig Menschen die diese Absicht hinter den KZs glauben wollten. Zu unfassbar eben.

Die Anzahl deren die wirklich darüber wussten, lügten und gaben diesen Umstand nicht zu.

Dass man die unliebsamen Juden, Zigeuener u.a. Nichtarische nicht in seinem eigenen Land haben wollte, ist eine Sache.....welche sicher bei fast 80% der Bevölkerung Zustimmung fand, aber die unbekannte nicht im Kopf nachvollziehbare Art und Weise der Endlösung, der hätten sicher nicht soviele Menschen beigestimmt , hätten sie die Details effektiv vorher gekannt.

Er war ein Blender und Lügner , er hat sein Volk damit belogen....auch wenn er zigtausende von kranken Mitläufern hatte, die genaustens wusste was da abläuft,...ich behaupte, der grösste Teil wusste es einfach nicht. Und falls sie es wussten....was sollten sie tun????

Seine Genialität bestand insofern darin: ein Lügengebilde aufzubauen. Das dieses Lügengebilde dann endlich zusammenkrachte....war voraussehbar....aber dieses Leid....ich finde es immer noch traurig und unglaublich....dass dies alles möglich war !!!! :kopf1: :kopf1: :(


:austick:

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18.01.2007 12:44 #547727 von Donald
Donald antwortete auf Mein Führer

Eben nicht. Wenn die Deutschen auf ihn "hereingefallen" wären, hätte man sich ebenso die Entschuldigungen sparen könnnen. Oder ist man jemand böse, der sagt: "Sorry, aber wir sind auf einen Betrüger/Kranken hereingefallen"? Wohl kaum!

Nein, aber Dummheit und Ignoranz, das könnte man ihnen schon vorwerfen.

So einfach war es nicht. Der Mann hatte einen Plan, und ob dieser Plan wahnsinnig oder genial war, darüber entscheidet nur der Erfolg, denn der Erfolg ist der einzige Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn. Wäre Hitler mit der Nummer durchkommen, gälte er heute als Genie. Er ist gescheitert, also gilt er als Wahnsinniger. Damit macht man es sich (und ihm!) aber zu einfach. Nein, dieser Mann hat genau gewusst und gewollt, was passiert ist. Es war sein Plan.

Ich denke nicht, dass das einzige Maß für Genialität oder Wahnsinn der Erfolg ist. Außerdem widerspricht es sich ja nicht, wenn ein Wahnsinniger konsequent seinen Plan verfolgt.

Und das Volk, das ihn gewählt hat, hat diesen Plan unterstützt. Da ist niemand "reingefallen", Hitler hat ganz klar gesagt, was er wollte, und es stand auch in "Mein Kampf" drin, das damals Pflichtlektüre war. Also, auch hier macht man es sich zu einfach mit der Nummer "auf einen Wahnsinnigen reingefallen".

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18.01.2007 12:46 #547728 von Donald
Donald antwortete auf Mein Führer

Es gab zuwenig Menschen die diese Absicht hinter den KZs glauben wollten. Zu unfassbar eben.

Ganz genau. Unvorstellbar so ein Ansinnen. Mitten in Europa. In der aufgeklärten Zeit, in der wir leb(t)en. Bei einem Volk wie den Deutschen.

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18.01.2007 12:50 #547731 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Mein Führer

Michael so einfach kannst Du aber auch nicht das gesamte Volk mitbeschuldigen.

Ich will keinen beschuldigen, ich will auch keinen entschuldigen. Mich nervt nur der verlogene und falsche Umgang mit dieser Thematik. Die Schuldfrage ist auch der falsche Ansatz, denn sie ist relativ mit dem Erfolg einer Politik. Wenn man verhindern will, dass so etwas noch einmal passiert, dann helfen nur Ursachenforschung und Aufklärung, aber keine Schuldzuweisungen.

Schau doch mal, wie bigott der Umgang mit dieser Thematik hierzulande ist:

Wenn man sagt, dass Angriffskrieg, Völkermord, Rassenwahn und Antisemitismus keine deutsche Erfindung sind, sondern Phänomene, die es auch schon vor Hitler und in anderen Teilen der Welt gegeben hat, und auch danach noch gab, bis heute, dann wird man sofort als "Relativierer" und sogar als "Nazi" beschimpft, und man bekommt vorgeworfen, die NS-Zeit zu verharmlosen, obwohl es die Wahrheit ist.

Sagt man hingegen, Hitler war nur ein Wahnsinniger, und das Volk ist nur auf ihn reingefallen, dann ist das okay, obwohl es (in meinen Augen) tatsächlich eine - sehr gefährliche - Verharmlosung ist.

Wie bescheuert ist das denn bitte?

Sie sind doch

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