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Der Untergang
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Ich habe es auf DVD, kann ich dir gerne mal ausleihen.Die kenne ich noch nicht - lief die schon?
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Da bin ich auch mal gespannt...Ich bin total gespannt auf das Diskussionboard auf der HP: Ob da nur so ewig Gestrige posten, Nazis oder sonstige Assis... ?
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- Vincent-The-Falcon
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Bis zu einem gewissen Grad sollten sie es stehen lassen und einige Politologen oder Sozialarbeiter mit Psycho-Backing als Moderatoren verpflichten. Dann den Nazis gegenhalten.Ich denke , brauner Eintopf wird da umgehend gelöscht.
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Von Guido Knopp halte ich nix. Wenn seine Sendungen komme, schalte ich um (dabei schaue ich sonst immer Dokus über diese Zeit).
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Die unerzählbare Geschichte
Von Andreas Borcholte
Im Führerbunker bleibt es kalt: Bernd Eichingers Film "Der Untergang" will die menschliche Seite der deutschen Albtraumgestalt Hitler zeigen. Sein notwendiger Rückzug vor jeder Wärme macht den "Untergang" zu einem letztlich überflüssigen Film.
Der Führer isst Spaghetti mit Tomatensauce. Konzentriert schlingt er die Teigwaren in sich hinein, während ihm gegenüber drei Damen sitzen - zwei Sekretärinnen und die Köchin, die allesamt keinen rechten Appetit zu haben scheinen. Augenscheinlich verstört sitzen sie ihm gegenüber, kein Wort mildert die unangenehme Stille. Es ist Adolf Hitlers Henkersmahlzeit. Nur wenige Stunden später wird er erst seine frisch angetraute Ehefrau Eva, dann sich selbst umbringen und mit nicht weniger als 200 Litern Benzin verbrannt werden. Als er aufgegessen hat, putzt er sich sorgfältig den Mund ab und dankt der Köchin artig für das "ausgezeichnete" Essen.
Es sind betuliche Szenen wie diese, die um den Film "Der Untergang" schon Wochen vor dem Kinostart heftigen Medienrummel ausgelöst haben: Die deutsche Albtraumgestalt Hitler nicht als Monster, sondern auch als Mensch zu zeigen, für den man unerlaubt freundliche Gefühle entwickelt, das berührt auch 60 Jahre nach Kriegsende einen nicht verkümmerten Fragereflex der Empörung: Darf man das?
Natürlich darf man das. Man darf sogar noch viel mehr, wenn man sich im fiktionalen Raum des Kunstwerks Film bewegt. Man darf interpretieren, karikieren, vereinfachen und natürlich provozieren. Auch in Deutschland darf man das, so lange man es Satire nennt: Man denke nur an Christoph Schlingensiefs "100 Jahre Adolf Hitler" (1988) oder Jörg Buttgereits Kurzfilm "Blutige Exzesse im Führerbunker" (1982). Aber saftige Überdrehtheit ist immer auch eine Entschuldigung, das Werk des Künstlers der Geschmacklosigkeit und damit der Lächerlichkeit preiszugeben.
Doch wehe, es tarnt sich ein Filmemacher mit dem Deckmantel der Quasi-Authentizität und entwirft seinen Hitler-Film als großes Drama, rekrutiert dazu noch fast die gesamte deutsche Leinwandprominenz als Darstellerriege - er kann sich einer lebhaften, erneuten Diskussion der "Darf-man-das"-Frage sicher sein.
So scheint es zunächst, als hätten Drehbuchautor Bernd Eichinger und Regisseur Oliver Hirschbiegel ihr Ziel erreicht, "sich der Geschichte von innen zu nähern" und der deutschen Vergangenheitsbewältigung ins 21. Jahrhundert zu verhelfen. Wie ein Honigkuchenpferd sitzt Eichinger in Talkshows herum und freut sich darüber, nach Dingen gefragt zu werden, die man Filmproduzenten normalerweise nicht fragt, weil sie keine Historiker sind.
Der Münchner Kinomogul ("Die unendliche Geschichte", "Resident Evil") gibt zu Protokoll, dass er den Gedanken einer deutschen Kollektivschuld für "affig" hält und dass er es als die größte Herausforderung begriff, "das zu tun, was bisher keiner gewagt hat, nämlich die Personen, die im Wesentlichen das NS-Regime geprägt haben, als dreidimensionale Charaktere darzustellen". Damit, so erklärt er es einer Nachrichtenagentur, wollte er die "bisherige Dämonisierung und das Tabu" brechen.
Den kalkulierten Tabubruch stützt Eichinger auf Joachim C. Fests Buch "Der Untergang - Hitler und das Ende des Dritten Reichs" und die Erinnerungen der Hitler-Sekretärin Traudl Junge ("Bis zur letzten Stunde"). Chronologisch zeichnen der Produzent und sein Regisseur die letzten zwölf Tage des Nazi-Regimes vom 20. April bis zum 2. Mai 1945 inmitten des umstellten Berlin nach.
Schauplatz ist der Führerbunker unter der Reichskanzlei, in den sich Hitler und seine engsten Getreuen zurückgezogen haben. Gezeigt werden die letzten Versuche des Diktators, seinen Traum von der Weltmacht aufrecht zu erhalten, seine Erkenntnis, dass der Sieg nicht mehr zu erringen ist, und schließlich die Flucht in den Selbstmord.
Wie ein Kammerspiel ist die Handlung inszeniert, unterbrochen nur von einigen actionreichen Szenen außerhalb des Bunkers, die den grausamen Krieg in den Straßen und das Leid des deutschen Volkes abbilden sollen. Hier werden Kindersoldaten aus Hitlers letztem Aufgebot ebenso gezeigt, wie Leichenberge und verzweifelte Wehrmachtsoffiziere, die begriffen haben, dass der Untergang naht - im Gegensatz zu ihrem hinter Betonmauern verschanzten Führer. Das ganze deutsche Volk ist Hitlers Opfer, versuchen diese Sequenzen zu sagen. Der millionenfache Mord an den Juden bleibt unerwähnt.
Der Holocaust ist nicht das Thema dieses Films. Eichinger wollte die Spiegelung der Soziologie des Dritten Reichs in einer zugespitzten Situation, das Herantasten an die Hitler-Bewältigung - und scheitert daran, dass ein unbefangener Umgang mit der Figur Hitler schlicht nicht möglich ist.
Was bleibt, ist der Grusel: Bruno Ganz, der sich Mimik, Gestik und den Sprachduktus Hitlers aneignete, vollbringt mehr als Mummenschanz. Sein fesselndes und ausdifferenziertes Spiel überstrahlt hochkarätige Darsteller wie Corinna Harfouch, Heino Ferch, Ulrich Matthes und Juliane Köhler und lässt ihm zugleich die beklemmende Rolle der einzigen Identifikationsfigur zufallen.
Denn ob Albert Speer, Joseph Goebbels Oberst Jodl, Feldmarschall Keitel oder Eva Braun - sie alle werden eben nicht "dreidimensional", wie Eichinger schwärmt, sie bleiben leere Schablonen, deren Motivation nicht klar wird. Auch Hitlers Sekretärin Traudl Junge, rehäugig gespielt von Alexandra Maria Lara, bespiegelt die Ereignisse und Konflikte im Bunker nur, obwohl sie - als narratives Element des Films - unseren Blick lenken soll.
Natürlich fühlt man sich unwohl, wenn man genötigt ist, sich einem Monster zu nähern. Zwar zetert Hitler zuweilen Furcht einflößend und lässt genügend Antisemitisches verlauten, um gehasst zu werden. Doch dann lässt Ganz ihn zärtlich mit Traudl turteln oder seiner Eva herzhaft einen Kuss auf den Mund drücken. Hier regt sich zumindest die Bereitschaft zum Verständnis dieser Figur. Aber will man das? Sicher nicht. Automatisch geht man innerlich auf Distanz.
Zu viel an diesem Film funktioniert nicht. Die ersten Reaktionen des Premieren-Publikums auf das Ereignis "Untergang" fielen entsprechend zwiespältig aus: Zu lang, zu zäh, das Ganze lasse einen seltsam kalt. In Berlin, wo der Film am Sonntag unter Anwesenheit vieler Darsteller aufgeführt wurde, wollte der Applaus am Ende nur spärlich einsetzen.
Eichinger und Hirschbiegel ließen zu große Vorsicht walten im Umgang mit dem heiklen Sujet: Unentschlossen zwischen dokumentarischer Präzision und künstlerischer Freiheit haben sie einen unterkühlten Film geschaffen, der keine wirklich berührende Geschichte erzählt, keine berührende Geschichte erzählen kann: Es geht um Verbrecher, die ihrem letzten Stündlein mehr oder minder verzweifelt entgegenharren, während draußen die Welt im Leid und Chaos versinkt.
Am Ende des Bunkerspiels bleibt nur die Faszination der akkuraten Hitler-Darstellung, weil sie den Reiz des Verbotenen besitzt. Erkenntnisse über die agierenden Menschen, ihre Beweggründe und Motivationen bietet der Film nicht an. Wie auch, wenn selbst Joachim C. Fest bei der Frage nach dem "Warum" passen muss, wie unlängst in einem Interview mit der "Welt".
Im Unerklärlichen und Unerklärten liegt üblicherweise die Chance des Filmemachers, seine eigene Version zu propagieren, historisch belegt oder frei erfunden - das ist nebensächlich. Doch es ist eben nicht möglich, Hitler, Goebbels oder selbst Traudl Junge als Helden in einem emotionalen Kinodrama zu inszenieren.
Sein notwendiger Rückzug vor jeder Wärme, Epik und Interpretation macht den "Untergang" zu einem letztlich überflüssigen Film. Für die banale Erkenntnis, dass das Böse im Menschlichen existiert, hätte es keiner 13 Millionen Euro teuren Kinoproduktion bedurft, die auf der Leinwand so harmlos und flach wie ein besserer TV-Zweiteiler wirkt.
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Der SPIEGEL hat wieder einmal seine liebe Mühe.
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- Vincent-The-Falcon
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Ich hab ihn gestern Abend gesehen. Ich kann die obige Filmbesprechung in keiner Weise nachvollziehen. Er ist es wert, dass man ihn sich ansieht.
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- bartie
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erzähl mal. wie waren deine eindrücke? wie hat das publikum reagiert? redet man danach noch über den film, oder macht man sich gedanken? oder geht man raus und das wars dann?Ich hab ihn gestern Abend gesehen. Ich kann die obige Filmbesprechung in keiner Weise nachvollziehen. Er ist es wert, dass man ihn sich ansieht.
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- Vincent-The-Falcon
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Die Nazis die drin waren, die waren jedenfalls nicht auffällig. Immerhin. Da dachte ich schon an schlimmeres... so dumm wie die schon aussahen und sich gaben...
Meinen Eindruck? Hm... Mir ist was seltsames passiert, das nicht direkt mit dem Film zu tun hat. Ich musste viel an meinen Opa denken, der in diesem Krieg war. Der kein Nazi war und der in seiner Kompanie der Koch war. Er ist gestorben, da war ich zehn. 1980. Ich kenne ihn also nicht wirklich. Ich hab viele Erinnerungen an ihn, auch wie es war, als er mich auf dem Schoß hatte und so. Also sogar noch so "Gefühlserinnerungen".
Nun, ich musste an die vielen Fotos denken, die ich von ihm kenne. Er sah auf den Fotos, die ich von ihm NACH dem Krieg habe nie mehr so aus, wie auf den Fotos davor. Er war in Sibirien und auch in Gefangenschaft. Er hat nicht direkt an Gefechten teilgenommen. Er war eben der Koch. Er war in diesem scheiss Krieg. An der Front. Für dieses "Vaterland", unter diesem "Führer", der dann nachher in diesem sicheren Bunker die letzten Reserven an Menschen verheizt hat. Und sich selbst umgebracht hat. In den Tod geflohen ist.
Mein Opa war nach dem Krieg ein kranker Mann, ein gebrochener Mann. Er war lange verschollen und keiner wusste, ob er lebt oder nicht. Als er zurückkam hatte er alles verloren. Er hatte seine Familie wenigstens nicht verloren. Er hat ganz von vorne begonnen.
Er hat nie über den Krieg erzählt. Mann, ich war ein kleines Kind, klar. Aber er hat nie was erzählt. Ich denke er hat viel schlimmes gesehen und erlebt. Er hat erzählt, dass er alle seine Zigaretten-Rationen gesammelt hat, um auf dem Schwarzmarkt gegen Fleisch und sowas zu tauschen, damit er irgendwas zu kochen hatte für seine Kameraden. So Sachen. Aber das auch nicht heroisch und angeberisch, sondern eher in der Richtung: "Ich hab versucht, alles wenigstens erträglich zu machen, für meine Kameraden." Er hat einmal auf einer Familienfeier im Wohnzimmer meiner Großeltern angefangen zu erzählen. Zwei meiner Großonkel waren eben auch da, die waren ja damals alle dabei und auch teilweise in einer Kompanie oder Bataillon (wie sagt man dazu?) und meine Oma. Da kamen die so ins erzählen, die alten Männer. Ende der 70er Jahre. 30 Jahre nach dem Ende des Kriegs. Sie kamen alle nicht weit... Als ihnen klar wurde, über was sie da gerade redeten und was da so aus ihnen rauskam... und die Erinnerungen zu teilen... da stockten alle nach und nach. Dann saßen die Oppas da und haben sich nur noch so angesehen und hatten rote Augen. Schlimm war das. Das Thema wurde gewechselt. Ich weiss das noch heute. Ich hab schon immer viel über den Krieg und Opa nachgedacht. Vor allem, weil ich ihn nicht mehr fragen konnte, da er starb. Ich hätte das gerne getan. Gefragt.
An all die Sachen musste ich denken.
Und daran, dass ich letzten Monat hier bei einer Bürgermeisterwahlkandidaten-Vorstellungsrunde dabei war, wie einer von der NPD sich zur Wahl gestellt hat, der die gleichen Parolen von damals uneingeschüchtert vortrug. Der gesagt hat, dass Saarbrücken wieder "eine deutsche Stadt werden solle" und so weiter. Und dass er Applaus von einigen bekam. Und dass die Erstwähler zwischen 18 und 22 Jahren zu 8% die NPD hier bei uns gewählt haben. In Brennpunkten sogar über 10%. Die NPD hat hier auf Anhieb 4% geschafft. Das hat natürlich nicht direkt mit diesem Film zu tun, aber auch daran musste ich denken.
Man sitzt halt 3 Stunden im Kino und der Film hat auch einige kleinere Längen. Das ist so. Man hat eben währenddessen Zeit seinen Gedanken nachzuhängen.
Bruno Ganz spielt geil. Man sieht, wie nach und nach alles zusammenbricht. Einer nach dem anderen erschießt sich, nimmt Gift und geht an seiner eigenen Angst zugrunde. Es ist eindringlich gespielt, finde ich.
Keiner bleibt blaß, es sei denn: Er war eh schon blaß in der Realität. Himmler und Göbbels waren nun mal keine Charaktertypen mit Profil und Mumm. Warum sollte Hirschbiegel denen denn nun plötzlich "Format" geben und sie "dreidimensional" zeichnen, diese eindimensionalen Flachpfeiffen?
Der einzige von Format ist Hitler. So schlimm wie sich das anhört. Der Typ wusste zu begeistern, Menschen, ja ein ganzes Volk, zu binden und Frauen zu beeindrucken. Man fragt sich ja oft, wie Hitler so gewirkt hat. Wie kann ein solch uncharmanter Humunculus SO begeistern?
Es ist wohl die Mischung aus "Ich mach alles, wie ich mein! Scheiss auf euch alle!" und extremer Galanz und Höflichkeit, ja sogar Anstand. Und das kommt sehr gut rüber. Das Grauen in der Person wird irgendwie greifbar. Anschaulich. Man sieht irgendwann eben "Adolf Hitler" und nicht "Bruno Ganz" in einem Kammerspiel.
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- Mickey
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- User gelöscht
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Dein Text ist interessant zu lesen, mir gefällt der Ansatz und die Perspektive, die anders ist als sonst üblich bei Filmbesprechungen.Der einzige von Format ist Hitler. So schlimm wie sich das anhört. Der Typ wusste zu begeistern, Menschen, ja ein ganzes Volk, zu binden und Frauen zu beeindrucken. Man fragt sich ja oft, wie Hitler so gewirkt hat. Wie kann ein solch uncharmanter Humunculus SO begeistern?
Es ist wohl die Mischung aus "Ich mach alles, wie ich mein! Scheiss auf euch alle!" und extremer Galanz und Höflichkeit, ja sogar Anstand. Und das kommt sehr gut rüber. Das Grauen in der Person wird irgendwie greifbar. Anschaulich. Man sieht irgendwann eben "Adolf Hitler" und nicht "Bruno Ganz" in einem Kammerspiel.
Den letzten Absatz finde ich trotzdem problematisch, wenn ich das sagen darf. Ich bin mir sicher, zu wissen, was du meinst (auch ohne den Film bisher gesehen zu haben, ich denke aber, er wird nicht viel Neues und Anderes bringen als was bisher bekannt war), aber die Worter "Hitler", "Höflichkeit" oder sogar "Anstand", gehören einfach nicht zusammen in einen Satz. Oder doch, meinetwegen gehören sie auch zusammen in einen Satz. Ich meine, schreiben kann man alles, es ist alles ein Kunstwerk - auch solche Texte und da kann man machen, was man für nötig hält. Die FRage ist dann aber immer noch, ob es glaubwürdig und stimmig ist.
"Anstand" passt da in keinster Weise hinein, ohne dass das Ganze unstimmig werden müsste. Hitler besaß keinen Anstand. Die Vorstellung ist absurd. Auch keine Höflichkeit. Nicht im Geringsten, keinesfalls, keine Chance. Beides stellt sich, wenn man einmal darüber nachdenkt, was die Worte bedeuten, wo und worin sie ihren Urpsrung haben, als etwas vollkommen anderes da als alles, was Hitler jemals bedeutet hat. Etwas, das mit Destruktivität wie sie Hitler wie kein anderer in der Geschichte verkörpert, nicht zusammengehen kann. Ihm Höflichkeit und Anstand zu bescheinigen oder auch nur unterstellen ist ein Schlag ins Gesicht der Anständigen. Anstand besaßen vielleicht so Leute wie dein Großvater. Ich kenne ihn nicht, aber ich verstehe, was du schreibst. Ich hatte auch so einen Großvater, der ist auch gestorben als ich um die 10 war. An den habe ich dieselben Erinnerungen. Nur war er Halbjude. Ich weiß aber, was du meinst. Und im Sinne dieser Leute - benutz bitte nicht das Wort Anstand im Zusammenhang mit Hitler.
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