Der Baader Meinhof Komplex

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05.10.2008 19:22 #700719 von ledunkelgrau
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ihr wisst wohl, wer das toupet von bruno ganz gemacht hat? :beifall:

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05.10.2008 21:52 #700734 von Mickey
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ihr wisst wohl, wer das toupet von bruno ganz gemacht hat? :beifall:

Ja. Unser aller Leddy.

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13.10.2008 12:54 #701857 von FollowMyDream
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Hab den Film heute gesehen. Möchte allerdings an dieser Stelle (noch) nicht darauf eingehen, weil ich es unfair finde denen gegenüber, die ihn sich noch anschauen konnten.
Wenn alle Interessierten drin waren (bitte Pm an mich), DANN freue ich mich schon jetzt auf eine "heiße Diskussion", denn DIE wird es (im Besonderen HIER) entfachen.... :up:

Na, Colonel, ich bin ja mal auf Deine Meinung gespannt. :up:

Mein vorerst knapp gehaltenes Urteil: Der Film ist zwar nahezu perfekt inszeniert (ohne große inhaltliche Fehler, mit einiger Action und mit bis ins Detail nachgestellten Szenen), aber mir persönlich einfach zu glatt.

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13.10.2008 14:37 #701870 von Mickey
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Und wann kommt die ausführliche Kritik, Frau MyDream? :huh: :rose:

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13.10.2008 14:48 #701876 von FollowMyDream
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Und wann kommt die ausführliche Kritik, Frau MyDream? :huh: :rose:

Spätestens nach meiner Prüfung am Donnerstag. :up: :rose:

Ich habs vergessen: Guckst Du den Film im Kino oder wartest Du auf die DVD/Fernsehausstrahlung?

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13.10.2008 15:28 #701882 von Mickey
Mickey antwortete auf Der Baader Meinhof Komplex

Ich habs vergessen: Guckst Du den Film im Kino oder wartest Du auf die DVD/Fernsehausstrahlung?

Zweiteres (maximal). :up:

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17.10.2008 12:25 #702386 von Colonel
Colonel antwortete auf Der Baader Meinhof Komplex

Na, Colonel, ich bin ja mal auf Deine Meinung gespannt. :up:

Mein vorerst knapp gehaltenes Urteil: Der Film ist zwar nahezu perfekt inszeniert (ohne große inhaltliche Fehler, mit einiger Action und mit bis ins Detail nachgestellten Szenen), aber mir persönlich einfach zu glatt.

Der BMK:
Am Ende des Films fühlt man sich wie nach einem Marathonlauf, fast völlig außer Puste ...ich war "physisch" irgendwie erschöpft. Spannung fast von der ersten bis zur letzten Minute, daß kann wie hier geschehen auch sehr anstrengend sein.
Das ist eben auch ein vredammt schnell geschnittener Actionfilm, der "langsam" geginnt und auch so endet, aber in der Mitte über eine Stunde lang mittels schneller Schnitte knallhart und mit technisch verdammt professioneller Machart vom Terror der RAF berichtet. Im Mittelteil geht der Film völlig weg von Psychologie und Charakteren, es geht in rasendem Tempo nur um die Ereignisse. So wie ein guter MTV Videoclip in 4 Minuten eine Geschichte erzählen soll, so mußte Edel in einer Spielfilmlänge 10 Jahre Terror packen.

Der Film nimmt und zeigt fast ausnahmslos die Perspektive der RAF. Wir werden Zeugen eines Bürgerkrieges. Der Film zeigt auch, daß der Staat verweigerte, diesen als solchen anzuerkennen. Wir sehen die Organisation der RAF-Gruppe. Personen, die nicht bedingungslos mitziehen wollten, werden eiskalt ausgeschaltet. Dies wurde beeindruckend geschildert.
Baader der gefühlskalte Krieger (der keine Sekunde Schwäche oder Angst zeigte...wie ein Comic Held der nichts und niemand fürchtet) und "seine" Ensslin, die ohne wenn und aber an seiner Seite war und ebenso eiskalt, aber auch Meinhof, die am Anfang "stark" erschien , zum Ende hin aber untergehen" mußte, da sie doch viel zu schwach war im Vergleich zu den Anführern.

Der Film zeigt und bringt alles, läßt soweit ich mich erinnere nichts aus. Edel und Eichinger sehen und sahen es zu Recht nicht mehr als notwendig an, irgendetwas "offen zu lassen". Ich hatte das Gefühl, der Regisseur war mit keiner Situation überfordert, sondern hatte alles doch sehr sicher im Griff.

Es war gut, daß der Film 1967 mit Ulrike Meinhof und ihren Kindern im Strandkorb auf Sylt begann. (zu Janis´ 70s :devil: Song). Fast idyllische Bilder wie in einem R.Pilcher Film.
Schon ein paar Minuten später "stört " der Staat "diesen Frieden". Der Schah besucht Deutschland. Friedliche Demonstranten werden von "Jubelpersern" brutal angegriffen. Dutzende Polizisten stehen dabei und sehen jedoch zunächst nur zu. Als die Ordnungshüter schließlich doch noch eingreifen, attackieren aber auch sie sehr brutal die Angegriffenen. Danach der Schuß des Polizisten auf Benno Ohnesorg. Ich muß zugeben, daß diese Szenen einen schon "in den Sitz drücken". Filmisch ein wahrlich starker Anfang, der sich und vor allem den Zuschauer (noch) Zeit läßt durchzuatmen.

Nun geht es allerdings im Blitztempo durch die Geschichte. Kritiker sehen darin auch eine Art der Verharmlosung, denn durch die verdammt vielen schnellen Schnitte, "verharmlost das Kino" auch zwangsläufig. Die schlimmsten Massaker erreichen "adurch" den gestressten Kinobesucher nicht intensiv genug:
"Auftauchen, zuschlagen, verschwinden heißt es nun fast eine Stunde lang!"
Das Attentat auf Dutschke, die Kaufhausbrandstiftung, die Befreiung Baaders, das Trainingslager in Jordanien, die Banküberfälle, die erste RAF-Tote Schelm, die Bombenanschläge auf Axel Springer Verlag & das US-Hauptquartier, Horst Herolds „Aktion Wasserschlag“ ....und dann Festnahme des harten Kerns.
DAS IST EIN MARATHON, eine wahre Reizüberflutung von Bildern, was viele Zuschauer sicherlich als hochspannend empfinden werden, aber nur die, die MINDESTENS ein überdurschschittliches Grundwissen was Namen und Fakten angeht zum Filmstart mitbringen.
(Wenn der Film nächstes Jahr in den USA den Oskar verfehlen sollte, dann vieleicht auch deshalb, weil die Mitglieder der US-Filmakademie, nicht viel verstehen werden in den zwei Stunden)

Der letzte Teil (als Baader & Co. hinter Gittern sind) bekommt der Film wieder mehr Tiefgang.
In Stammheim kehrt nun filmisch gesehen "Ruhe" ein. Die Darsteller haben wieder ein "Gegenüber". Die dort zu sehenden Szenen sind schauspielerisch sehr gut umgesetzt. Unterbrochen wird diese Ruhe hier und da durch die Aktionen draußen der "zweiten Terroristengeneration" um Mohnhaupt.

Man sieht die Meinhof bei der Verhaftung weinend zusammenbrechen und sich mit den Jahren im Bau zu den anderen auf Distanz gehen, Baader als Aufschneider und kalten Macho und Ensslin, die stets eine gefährliche Aura umgibt.

Am Schluß merkt man jedoch deutlich, daß die Macher sich nicht recht entscheiden konnten.
Auf der einen Seite will man aussagen, dass Baader und Ensslin keine Helden gewesen seien. Andererseits stellt man deren Suizid so dar als hätten sie bis zuletzt frei über ihr Leben verfügt.
Edel, Aust und Eichinger suggerieren, sie hätten sich mit dem vollen Bewusstsein umgebracht, um damit zum Mythos zu werden. (ja wie denn nun?)
Baader & Co. sollen keine Helden gewesen sein, werden aber zweieinhalb Stunden lang als solche vorgeführt?
Irgendwie geschickt gemacht, denn aus dem Film kann sich jeder Zuschauer das "mitnehmen" was er darin sucht.
Mein Fazit:
Handwerklich grandios umgesetzt. Einige Szenen sind gigantisch detailgetreu nachgestellt worden. Ein Film ganz fürs Kino gemacht. Wer sich dafür interessiert sollte sich das Werk auch auf großer Leinwand ansehen.
Schauspielerisch mehr wie überzeugend. In vielen Szenen hat man das Gefühl man sieht Wochenschau Berichte, so echt kommt es einem vor. Die "Dialog Szenen" sind wahrlich verdammt gelungen und verbreiten viele beängstigende Momente.
Diesen "schweren Stoff" aus 10 Jahren in 2 Stunden zu packen ist fast unmöglich, es sei denn man verzichtet auf "große Erklärungen", d.h. die Macher mußten quasi voraussetzen, daß sich der Zuschauer im Stoff auskennt. Tut er das, dann darf man den Film durchaus als gelungen ansehen.
Am Ende steht ein "Action Film" (wie sonst will man allerdings Terror und Gewalt authentisch zeigen?), der aber auch gute "tiefe Momente" zeigt, die Charaktere (so gut es in zwei Stunden eben geht) gekonnt aufzeigt.
Der Streifen ist fast auschließliche eine bloße "Aneinanderreihung" von Fakten... ausnahmslos aus der Sicht der Täter.
Und hier "mein" Kritikpunkt
Im Film hat die RAF nur Bruno Ganz, der den Präsidenten des Bundeskriminalamtes spielt, als deren Gegenspieler. Hier hätte man dem Film zumindest 15 Minuten mehr Zeit geben sollen. "Herold" bekommt im Film zum Einen nicht genug Zeit als "Gegengewicht" und zum Anderen vertritt er nicht eindeutig genug "das Establishment". Er jagt zwar die Terroristen, aber zeigt wiederholt auf, daß "sich der Terror nie werde besiegen lassen, wenn man nicht die Gründe beseitige, die Idealisten zu den Waffen greifen lassen".
Erscheint der letzte Punkt hier nicht doch als bewußt so gewählt/gezeigt?...denn dadurch erscheint er mir nicht mehr nur "als Faktenfilm", sondern scheint die Zuschauer doch ein ganz klein wenig "lenken" zu wollen....
Den Vorwurf müssen sich die Macher des Werkes auf jeden Fall gefallen lassen....




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17.10.2008 12:48 #702391 von Mickey
Mickey antwortete auf Der Baader Meinhof Komplex
Danke, Colonel, für die ausführliche Kritik. Erinnert mich ein wenig an Spielbergs "München": handwerklich sauber, aber letztlich eben doch ein Abspulen der Ereignisse? Oder ist diese Interpretation ungerecht?

Vielleicht müsste ich nun doch noch ins Kino, um mir mein eigenes Bild zu machen.

Wie überzeugend ist der völlig unterschätzte Sebastian Blomberg als Rudi Dutschke?

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17.10.2008 13:57 #702403 von Colonel
Colonel antwortete auf Der Baader Meinhof Komplex

Danke, Colonel, für die ausführliche Kritik. Erinnert mich ein wenig an Spielbergs "München": handwerklich sauber, aber letztlich eben doch ein Abspulen der Ereignisse? Oder ist diese Interpretation ungerecht?

Vielleicht müsste ich nun doch noch ins Kino, um mir mein eigenes Bild zu machen.

Wie überzeugend ist der völlig unterschätzte Sebastian Blomberg als Rudi Dutschke?

Hi Mickey:
Also wenn Du Dir gerne "politische" Filme wie München, Todesspiel etc. ansiehst, dann solltest Du Dir den Film auf jeden Fall ansehen und zwar im Kino. Ich kanns nicht oft genug sagen:
Ich halte nicht viel von Werbe-Sprüchen, aber den hier finde ich treffend: "Kino, dafür sind Filme gemacht!"
Dieser Film ist ein solcher, wenn Du den daheim am Schirm das erste Mal sehen wirst, könntest Du es bereuen.

Die Schaupieler fand ich wirklich ALLE sehr überzeugend! Ich kann auch die Kritik an Bleibtreu nicht nachvollziehen.
Nur ein "Abspulen der Ereignisse"?
Im ca. einstündigen Mittelteil ja, aber auch verdammt gut -wenn auch anstrengend zu sehen- gemacht.
Der Anfang und das Ende (also sagen wir mal knapp 50%) haben sehr wohl "Tiefgang" und zeigen das Bild der Charaktere wirklich gut...

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17.10.2008 14:23 #702406 von Mickey
Mickey antwortete auf Der Baader Meinhof Komplex
Danke Dir, noch einmal, für die ausführliche Schilderung und Bewertung. :rose:

Ich bin ja eigentlich kein grosser Kinogänger, weiss aber natürlich, worauf Du anspielst. Gewisse Filme muss man einfach im Kino sehen, wenn man die Wahl hat.

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