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Der Baader Meinhof Komplex
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Charles, Du bist mir unheimlich. Jetzt tauchst Du schon das zweite Mal in diesem Thread wie aus dem Nichts auf, postet was und wirst mir doch als "Offline" angezeigt.Um das man sich ne Meinung über die Anne Will Sendung machen kann, hier ein Link:
<a href=' daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill318.html ' target='_blank'>Baader-Meinhof goes Hollywood - Der Film, der Terror und die Opfer
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Mit der Einschätzung als großkotzig hast Du nicht Unrecht, blöd oder gar ein "Hohlkopf" war er aber sicher nicht.War da mehr? Für mich ist das ein großkotziger Hohlkopf, mehr nicht.
Die Sendung habe ich leider verpasst, dank Charles' Link kann ich das ja aber noch nachholen.Darauf gab Mirbach ja schon eine gute Antwort.
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Ich finde den Zweiteiler, der wohl als Dreiteiler geplant war (wenn ich mich recht erinnere), sehr gelungen. Die beiden Teile unterscheiden sich stark: zunächst der Deutsche Herbst aus Sicht der sogenannten zweiten RAF-Generation - dann die Entführung der Landshut und die gleichzeitigen (Pseudo-)Verhandlungen zwischen Staat und der inhaftierten ersten Generation, will heissen: Baader, Meinhof, Ensslin, Raspe."Black Box BRD" habe ich ebenfalls bereits gesehen und fand ihn gut, aber er war ja auch mehr Dokumentation. "Todesspiel" und "Deutschland im Herbst" (u.a. Fassbinder und Schlöndorff) interessieren mich noch; besonders weil mich interessiert, wie der von mir geschätzte Sebastian Koch in "Todesspiel" den Baader gibt.
Sebastian Koch mag ich ebenfalls sehr. Es gibt keinen Film, in dem er mir nicht gefällt. Inwiefern er Baader in "Todesspiel" wirklich Leben eingehaucht hat, kann ich nicht sagen. Koch ist halt Koch (genauso wie z.B. Christoph Waltz halt Christoph Waltz ist). Man mag ihn oder man mag ihn nicht.
Und ja, "Black Box BRD" ist ein Dokumentarfilm, aber sehr gut montiert und für einmal nicht aus allzu "menschenverstehenden" Motiven gedreht. Das hat Herr Veiel sehr gut hingekriegt.
"Baader" (Regie: Christopher Roth) habe ich vor kurzem gesehen - der Film wird am Ende zum Desaster. Wesentlich besser hat mir da das Buch gefallen, an dem Roth als Co-Autor mitgewirkt hat. Es hält sich an die Fakten und verzichtet darauf, Baader ein heimliches Treffen mit Horst Herold und den Heldentod im Kugelhagel vor der Garage anzudichten.
Über diesen Film (ist das der mit Giering in der Rolle Baaders?) habe ich vor kurzem eine schlechte Kritik - genauer: einen Verriss - gelesen. In diesem Sinne ist der Film für mich keine Option. Ich bin, mit Ausnahmen, nicht an der Fiktionalisierung von Historischem interessiert.
Ich werde mir den "Baader Meinhof Komplex" wohl im Kino ansehen, weil ich aus ihm noch ein paar Rückschlüsse für meine Magisterarbeit erwarte. Neues zur RAF-Geschichte erwarte ich allerdings nicht. Und der im lezten Jahr wieder neu erstandene Hype um die RAF ist mir ebenfalls suspekt. Hoffentlich wurde die Geschichte der RAF jetzt nicht "vereichingert", wie es Spiegel Online ausdrückte.
Du sagst es schön: dieser Hype ist mir ebenso suspekt. Und um nicht mit dem Pöbel, der halt "den Bleibtreu so klasse findet" und auch "den Ganz, denn der ist Schweizer", im Kino sitzen zu müssen, werde ich mir den Film eben eher auf DVD ansehen. In meine Sammlung gehört er eben doch irgendwie.
Einigermaßen gut gefallen hat mir die Beschreibung im Spiegel, wie sich die Schauspielerinnern, v.a. Gedeck und Wokalek, in ihre Rollen gedacht haben. Bleibtreus Bemerkung, die ich gestern in einem Interview sah, er habe sich "über die Liebesgeschichte zwischen Baader und Ensslin der Rolle genähert" enttäuscht mich. Das ist ein Null-Acht-Fünfzehn-Denkansatz, den vor Bleibtreu schon ein Dutzend anderer Schauspieler "gewagt" haben. Von Baaders Facetten wird da wieder nicht viel übrig geblieben sein. Denn Baader ist - in den Ausschnitten, die ich bis jetzt kenne - wieder nur der coole Typ, der Macho mit der Lederjacke. Ich glaube nicht, dass der Film darzustellen vermag, wie stark Ensslin auf Baader Einfluss nehmen konnte und wie wahnwitzig Baader teilweise gedacht und agiert hat.
Bleibtreu hat mir am Sonntag immerhin mit seiner Haltung in der Diskussionsrunde imponiert. Während Gedeck irgendwas von "wir sind halt Schauspieler, und es gibt nicht die Wahrheit, wir finden sie erst nach mehreren Filmen zum Thema" schwadronierte (es gibt trotzdem historisch Richtiges und historisch Falsches, und um die Wahrheit zu erkennen, braucht es nicht mehr Filme - als ob Filme in diesem Zusammenhang irgendetwas wert seien), meinte er auf die Frage, wie er denn die Haltung des deutschen Staates in den Siebzigern beurteile, sinngemäss: "natürlich richtig! Aber wer bin ich, neben einem Herrn von Mirbach als Sohn eines Opfers, hierzu als kleines Würstchen und Schauspieler eine Meinung äussern zu müssen". Das fand ich sympathisch.
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- Charles
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„Zeit, die man zu verschwenden genießt, ist nicht verschwendet.“ — John Lennon
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Ich muss mir den unbedingt besorgen...Ich finde den Zweiteiler, der wohl als Dreiteiler geplant war (wenn ich mich recht erinnere), sehr gelungen. Die beiden Teile unterscheiden sich stark: zunächst der Deutsche Herbst aus Sicht der sogenannten zweiten RAF-Generation - dann die Entführung der Landshut und die gleichzeitigen (Pseudo-)Verhandlungen zwischen Staat und der inhaftierten ersten Generation, will heissen: Baader, Meinhof, Ensslin, Raspe.
Hast Du Koch als Klaus Mann gesehen? Da hat er mich wirklich stark beeindruckt (neben Armin Müller-Stahl, der ja derzeit auch "Die Buddenbrooks" dreht).Sebastian Koch mag ich ebenfalls sehr. Es gibt keinen Film, in dem er mir nicht gefällt. Inwiefern er Baader in "Todesspiel" wirklich Leben eingehaucht hat, kann ich nicht sagen. Koch ist halt Koch (genauso wie z.B. Christoph Waltz halt Christoph Waltz ist). Man mag ihn oder man mag ihn nicht.
Irre ich mich, oder hat Christoph Waltz mal Roy Black gespielt?
Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.Und ja, "Black Box BRD" ist ein Dokumentarfilm, aber sehr gut montiert und für einmal nicht aus allzu "menschenverstehenden" Motiven gedreht. Das hat Herr Veiel sehr gut hingekriegt.
Ja, Giering spielt den Baader (und das auch nicht besonders gut). Ich wusste gar nicht, dass der Film Fiktion enthält, als ich ihn ausgeliehen habe. Ich war schon froh, dass die Videothek überhaupt was zur RAF im Regal hatte, also hab ich ihn mir geschnappt. Mein Freund hat dann bei der betreffenden Szene auch gestutzt und mich gefragt, ob Baader und Herold sich wirklich getroffen haben. Das ist auch die Gefahr des Films: Wer sich mit dem Thema nicht auskennt, glaubt den Mist am Ende auch noch. Ich kann Dir nur zustimmen: Der Film ist keine Option für Dich. Er ist für niemanden, der sich ernsthaft für die RAF interessiert, eine Option.Über diesen Film (ist das der mit Giering in der Rolle Baaders?) habe ich vor kurzem eine schlechte Kritik - genauer: einen Verriss - gelesen. In diesem Sinne ist der Film für mich keine Option. Ich bin, mit Ausnahmen, nicht an der Fiktionalisierung von Historischem interessiert.
Ja, ganz drumherum wird man wohl nicht kommen, auch wenn man bereits im Vorfeld Zweifel hat. Aber es ist ja auch interessant zu sehen, wie viel aus Austs Buch Eingang in den Film gefunden hat, sprich: welche Auswahl Eichinger und Edel getroffen haben.Du sagst es schön: dieser Hype ist mir ebenso suspekt. Und um nicht mit dem Pöbel, der halt "den Bleibtreu so klasse findet" und auch "den Ganz, denn der ist Schweizer", im Kino sitzen zu müssen, werde ich mir den Film eben eher auf DVD ansehen. In meine Sammlung gehört er eben doch irgendwie.
Und den action- oder stargeilen Pöbel würde ich mir auch gerne ersparen. Aber wenn ich bis zur Veröffentlichung warte, ist meine Abgabefrist für die Magisterarbeit schon überschritten.
Auf mich wirkt der Bleibtreu auch immer recht sympathisch und diese Haltung ist es auch zweifelsohne. Nur die Herangehensweise an die Rolle erscheint mir zu plump, und das finde ich schade. Er hätte mit dieser Rolle eine Glanzleistung hinlegen können, die über Macho-Gehabe in Lederjacke und Sonnebrille hinausgeht. Aber vielleicht spielt er ja doch besser als ich gerade befürchte.Bleibtreu hat mir am Sonntag immerhin mit seiner Haltung in der Diskussionsrunde imponiert. Während Gedeck irgendwas von "wir sind halt Schauspieler, und es gibt nicht die Wahrheit, wir finden sie erst nach mehreren Filmen zum Thema" schwadronierte (es gibt trotzdem historisch Richtiges und historisch Falsches, und um die Wahrheit zu erkennen, braucht es nicht mehr Filme - als ob Filme in diesem Zusammenhang irgendetwas wert seien), meinte er auf die Frage, wie er denn die Haltung des deutschen Staates in den Siebzigern beurteile, sinngemäss: "natürlich richtig! Aber wer bin ich, neben einem Herrn von Mirbach als Sohn eines Opfers, hierzu als kleines Würstchen und Schauspieler eine Meinung äussern zu müssen". Das fand ich sympathisch.
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Selbstverständlich. Auch in "Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker" (mit Christoph Waltz), "Der Tunnel", "Der Stellvertreter" (nach dem gleichnamigen Theaterstück von Hochhuth), "Zwei Tage Hoffnung", "Speer und Er" (wieder von Breloer), "Stauffenberg" (enttäuschender Film) und natürlich "Das Leben der Anderen" - es macht einfach immer Freude, ihm zuzusehen.Hast Du Koch als Klaus Mann gesehen? Da hat er mich wirklich stark beeindruckt (neben Armin Müller-Stahl, der ja derzeit auch "Die Buddenbrooks" dreht).
Irre ich mich, oder hat Christoph Waltz mal Roy Black gespielt?
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Dann muss ich wohl meine Meinung über Leute ändern, von denen ich noch nie ein überdenkenswertes Zitat gehört oder gelesen habe, die im bürgerlichen Leben nichts und nicht mal den Versuch von nichts hinterlassen haben, die als größtes Vergnügen schicke Klamotten und schnelle Autos angesehen haben, die jedes Mal fast so schnell im Knast wie im Untergrund waren, die für wahrscheinlich jede zeitgemäße Idee den gleichen Weg gegangen wären, weil sie außer blenden und verführen nichts können und nur im Mittelpunkt stehen wollen, und die sich dann auch noch umbringen.Mit der Einschätzung als großkotzig hast Du nicht Unrecht, blöd oder gar ein "Hohlkopf" war er aber sicher nicht.
Immerhin bleiben nicht so viele übrig, die das betrifft.
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Auf jedenWer guckt sich den Film an?
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Ich sehe schon, ich muss mal einen "Sebastian-Koch-Abend" einlegen.Selbstverständlich. Auch in "Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker" (mit Christoph Waltz), "Der Tunnel", "Der Stellvertreter" (nach dem gleichnamigen Theaterstück von Hochhuth), "Zwei Tage Hoffnung", "Speer und Er" (wieder von Breloer), "Stauffenberg" (enttäuschender Film) und natürlich "Das Leben der Anderen" - es macht einfach immer Freude, ihm zuzusehen.
Schon wieder ein neuer Name im Spiel. Dank der Google Bildersuche schnell überprüft, ob ich das richtige Gesicht im Kopf habe - hat gestimmt. Das ist ja hier wie der Henri-Nannen-Bildertest rückwärts.(Genauso wie ich Dieter Pfaff verehre.)
Hat Pfaff nicht im Ersten oder Zweiten eine Serie, in der er einen Psychologen/Kommissar spielt?
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Donnerwetter, da hast Du aber ordentlich Argumente aufgestapelt. Klar, alles Beweise für Oberflächlichkeit und großkotzige Selbstwahrnehmung, auch für streckenweise wirklich beklopptes Denken und Handeln. Mir scheint, dass Du zumindest den Rest der Gruppe als intelligenter einschätzt. Dann müsstest Du mir aber erklären, wie Meinhofs Aussage "...der Typ in Uniform ist ein Schwein, das ist kein Mensch, und so haben wir uns mit ihm auseinanderzusetzen....und natürlich kann geschossen werden" überdenkenswerter sein soll als Baaders "Ficken und schießen sind ein Ding." Ich sehe nicht, dass da ein Zitat schlauer oder weniger ideologiedurchsetzt oder weniger ablehnenswert wäre als das andere.Dann muss ich wohl meine Meinung über Leute ändern, von denen ich noch nie ein überdenkenswertes Zitat gehört oder gelesen habe, die im bürgerlichen Leben nichts und nicht mal den Versuch von nichts hinterlassen haben, die als größtes Vergnügen schicke Klamotten und schnelle Autos angesehen haben, die jedes Mal fast so schnell im Knast wie im Untergrund waren, die für wahrscheinlich jede zeitgemäße Idee den gleichen Weg gegangen wären, weil sie außer blenden und verführen nichts können und nur im Mittelpunkt stehen wollen, und die sich dann auch noch umbringen.
Sicherlich war Baader nicht die treibende ideologische oder organisatorische Kraft. Das haben die Ensslin und die Meinhof für ihn gemacht. Er war der "Scharfmacher". Derjenige, der meist zuerst auf den Tisch gehauen und Aktionen statt Diskussionen eingefordert hat. Absolut kompromisslos. Davon abgesehen glaube ich aber nicht, dass ein Mann, der Andersen und Nietzsche liest und im Gefängnis zwei bis unter die Wand reichende Büchrregale mit Büchern vollgestapelt hat, dem in seiner Kindheit hohe Intelligenz und "das Zeug zum Literaten" bescheinigt worden ist, ein Hohlkopf oder eine dumme Nuss ist. Einen niedrigen EQ bescheinige ich ihm hingegen beinahe postwendend.
Also ja, vielleicht musst Du Deine Meinung über Baader revidieren.
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