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Red West - A Hell Of A Ride
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"Bei einem großen Künstler finde ich es spannend wie er künstlerische Ideen umgesetzt hat, wie er sich evtl mit seiner Kunst an den Konventionen seiner Zeit gerieben hat, wie er bewusst Risiken in Kauf genommen hat um Ideen zu verwirklichen an die er glaubte und die ihm wichtig waren. Abgesehen von seinen Anfängen findet man davon bei Elvis absolut nichts, er hat sich treiben lassen. Das ist langweilig zu lesen, jedenfalls für mich. Und da hauen dann auch zwei drei nette Anekdoten nix raus."
Das hast du mal einen rausgehauen. Es verwundert mich ein wenig diese Sichtweise. Risiken gab es m.E durchaus:
- der Eintritt in die Armee sehe ich als Risiko...während dieser Phase neigte sich der klassische Rock'n Roll dem Ende zu. Elvis musste sich danach durchaus als Sänger beweisen.
- seine Gospel Alben in den 60ern lagen ihm sehr am Herzen. Solch eine Musik einzuspielen könnte man auch als Risiko bezeichnen
- das 68 Special in der Rock'n Roll Form
- 1972 hat er mit den MSG Shows New York erobert
- der Versuch 1969 in Las Vegas erfolgreich zu werden war mit Sicherheit kein Selbstläufer
- die typische Elvis Show mit Orchester, dem Intro etc waren seine Ideen
- seine Songinterpretationen sind für mich teilweise schon Kunst.
Er ging gar Risiken ein und flog so richtig auf die Nase:
- die Grand Ole Opry Shows waren ein Desaster für Elvis
- Der Versuch 1956 in Las Vegas Fuss zu fassen war auch nicht erfolgreich
Die Circle G Ranch mit der Pferdezucht war leider nur eine ganz kurze Episode. Seinen Karatefilm 1974 hat er auch nicht verwirklicht zu 100%.
Elvis Presley war in erster Linie Sänger , ein Interpret. Er hatte nicht das Können oder die Lust auch eigene Songs zu schreiben. Aber geht beispielsweise ein Bruce Springsteen Risiken ein ? Welche Risiken ging ein Frank Sinatra oder Tom Jones ein ? Welche Erwartungshaltung hast Du mit Risiken ?
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Earth Boy schrieb:
Atomic Powered Poster schrieb: . Bei einem großen Künstler finde ich es spannend wie er künstlerische Ideen umgesetzt hat, wie er sich evtl mit seiner Kunst an den Konventionen seiner Zeit gerieben hat, wie er bewusst Risiken in Kauf genommen hat um Ideen zu verwirklichen an die er glaubte und die ihm wichtig waren.
Du schriebst hier irgendwo sinngemäß, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dass du deshalb auch die 70er und die 60er in Elvis Karriere langweilig findest.
Aber wie viele Künstler tragen diese von dir genannten Kämpfe noch aus, wenn sie ein paar Jahre erfolgreich waren und sich etabliert haben? Dann bleibt höchstens noch der "Kampf" mit der Erwartungshaltung der Fans.
Aber auch diesen Kampf offensiv anzugehen kann spannende Lektüre sein. Aber grundsätzlich hast du schon recht, die meisten Biographien werden, sobald der Künstler etabliert ist, uninteressant. Macht Elvis Geschichte aber nicht zwingend aufregender.
Das kann man sogar Elvis zugute halten, wenn man seine letzten Jahre wohlwollend bespricht. Das ist nicht interessant, da stimme ich dir zu. Aber ist das spannender bei anderen Künstlern? Ist es spannender bei Dylan zu lesen und zu hören, dass er seiner Sara nachtrauert oder Ende der 70er alle mit seinem Glauben überzeugen wollte?
Ja, da er dies künstlerisch verarbeitet hat, weil er eben nicht gleich eingeknickt ist, als die Fans seine Gospel-Sachen mehrheitlich abgelehnt haben. Ich finde diese Reibungsfläche die er da erzeugt hat als Lektüre spannender als Elvis sich treiben lassen, auch wenn ich die Musik nicht zu den Highlights in Dylans Karriere zähle. Ähnlich ist es bei vielen Künstlern mit ihrem Kamo0pf gegen ihre inneren Dämonen, Süchte etc. Auch das kann spannende Lektüre ergeben. Elvis war auch hier einfach passiv, er hat auch diesen Kamof nie angenommen. Hätte er ihn verloren, okay, aber hat nach seinem Durchbruch für nichts mehr gekämpft, ist für nichts mehr eingestanden, und das ist einfach keine aufregende Lektüre.
Hat nicht dieser eigenartige Widerspruch in Elvis Karriere etwas faszinierendes? Auf der einen Seite der Sänger, dem seine Musik wichtig ist, dass er bspw. gegen alle Widerstände Trilogy als Single durchsetzt und auf der anderen Seite völlig gleichgültig zu sein scheint, dass man Alben wie die Fool LP in seinem Namen zusammen stellt und auf die Menschheit los lässt?
Klar, und auch als kulturelle Ikone, als öffentliches Image ist Elvis Interessent, deshalb konnten Autoren wie Greil Marcus auch so interessante Texte über in verfassen. Wenn man sich allerdings ausführlich an seiner Biographie abarbeitet, sich ausschließlich auf das beschränkt was er getan, was er selbst angestoßen hat, dann finde ich ist da, abseits der 50'er, nicht viel zu holen.
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- Harty
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Earth Boy schrieb: Mit Ausnahme der Gospel Alben ist das aber alles nicht das, wovon APP sprach.
Und selbst da muss man sagen, dass etwa das HGTA Album auf Initiative der Plattenfirma entstand, angeregt durch den Erfolg der PITV Single. Auch HTM war nicht Elvis Idee. Macht die Musik natürlich nicht schlechter.
Aber ja, ich sehe es auch so, dass zumindest zu Anfang es ein gewisses Wagnis darstellte, eine Gospel EP raus zu bringen und damit unter Umständen die jugendlichen Fans zu vergraulen.
Ich kann nicht beurteilen wie die damalige Jugend, gerade in den USA, getickt hat. Ich glaube, dass das möglicherweise nicht so ein Risiko war, da die möglicherweise doch, bei allem Aufbegehren, diese Religiosität mitbekommen haben. Ich kann mich allerdings auch irren. Aber die 50'er hatte ich ja eh ausgeklammert.
Des Weiteren ist diese Musik Ausdruck seiner tiefsten Empfindungen und damit grosse Kunst.
Ich finde nicht, dass diese beiden Faktoren zwingend ursächlich zusammenhängen. Auch aus rein kommerziellem Kalkül kann große Kunst entstehen, nicht alles was Ausdruck tiefer Empfindungen ist, wird zu großer Kunst.
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Harty schrieb: Deshalb meine Bitte an APP die Thematik Risiken näher zu erläutern. Ich sehe es schon als Wagnis nach zig Jahren 1969 wieder live aufzutreten.
Eigentlich war es nicht so wahnsinnig mutig, sondern eher alternativlos, da seine Filmkarriere dem Ende entgegen ging.
Leider war er bedingt durch die immer stärker werdende Medikamentensucht in den 70er Jahren nicht bereit weitere Risiken einzugehen. Er war einfach zu kaputt.
Das meine ich, dass ist doch keine interessante Geschichte, da er sich der Sucht einfach ergeben hat, so wie so vielen amderen Dingen auch. Ich bewerte das auch nicht moralisch, ich urteile nicht, ich sage wirklich nur, dass ich persönlich nicht finde, dass das einen besonders spannenden Lesestoff abgibt.
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- Donald
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Und ja, Du hast recht: Nichts von dem, was Harty da aufgezählt hat, kann man als aktiv gewähltes KÜNSTLERISCHES Risiko/Wagnis ansehen (außer eben meinetwegen der Gospel-Alben - wobei die wahrscheinlich in den USA auch nie ein wirkliches Risiko darstellen). Ansonsten hat er sich eben meist in sein Schicksal gefügt, Dinge hingenommen, wie sie über ihn gekommen sind.Earth Boy schrieb: Mit Ausnahme der Gospel Alben ist das aber alles nicht das, wovon APP sprach. Aber ja, ich sehe es auch so, dass zumindest zu Anfang es ein gewisses Wagnis darstellte, eine Gospel EP raus zu bringen und damit unter Umständen die jugendlichen Fans zu vergraulen. Des Weiteren ist diese Musik Ausdruck seiner tiefsten Empfindungen und damit grosse Kunst.
Frank Sinatra ist vielleicht keine großen künstlerischen Risiken eingegangen. Aber allein schon wegen der unglaublichen Aufs und Abs in seinem Leben (künstlerisch wie auch privat - und die privaten dann gleich wieder künstlerisch verarbeitet) gibt dessen Biographie schon mal mehr Dramatik her.
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Alsterläufer schrieb: Kam die Nixon-Marke eigentlich je zum Einsatz?
Nein, als er sie hatte war das Ding vergessen. So sind Sammler - kaufst dir ne FTD und sie verstaubt still sealed im Schrank.
Would you sign me an autograph? - Sure, Honey!
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- Donald
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