Red West - A Hell Of A Ride

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17.09.2018 14:41 #915000 von Honeybee
Red West - A Hell Of A Ride wurde erstellt von Honeybee
In 2018 erscheint ein Buch von Jon W. Sparks. Es beruht auf Interviews mit Pat und Red West. Es wurde im Oktober 2017, drei Monate nach Reds Tod, angekündigt.


Der Titel lautet:

"A Hell Of A Ride: Red West - Recollections of a Remarkable Life before, during and after Elvis and the Memphis Mafia"

Beschreibung:

Red West und Elvis Presley waren Freunde - von dem Tag an, an dem Red den Plan einiger Schüler der Highschool, nämlich dem schüchternen Außenseiter Elvis im Waschraum die Haare abzuschneiden, verhinderte. Red, groß und athletisch, sagte zu den Jungen:
"Dann müsst ihr zuerst mir die Haare schneiden."
Die Jungs zogen den Schwanz ein und verdrückten sich.

Die Erzählungen der Geschehnisse zwischen diesem Augenblick und Reds Tod im Juli '17, füllen ein ganzes Buch. Er und seine Frau Pat berichten davon, bevor Red infolge eines Aortenaneurysmas stirbt.
Red war nicht nur Freund und Begleiter von Elvis, sondern jemand, der eine eigene Karriere als Songwriter und Schauspieler in Film und Fernsehen verfolgte. Ich hatte das Privileg mit Pat und Red an der Erzählung ihrer Geschichte zu arbeiten. Viele Stunden Interviews, detaillierte Anmerkungen und erinnerungswürdige Fotografien werden in dem Buch zu finden sein. Es geht um ein Paar, dass die Erfahrungen eines Lebens teilt.

In den frühen 1950er Jahren hätte niemand daran gedacht, dass Red das erste Mitglied der Memphis Mafia, Elvis ein weltbekanntes Phänomen und ihre Beziehung das Auf und Ab einer Achterbahnfahrt werden würde.
Schon bald nach der Schulentlassung schob Elvis seine Gesangskarriere voran. Er trat in Auditorien, in Tavernen und auf Baseballplätzen im gesamten Süden auf - wo auch immer er seine Musik machen konnte. Das war bevor er berühmt wurde. Eines Tages fragte Elvis Red bei einem zufälligen Treffen, ob er ihn begleiten wolle. Red ging auf dieses spontane Angebot ein, begleitete Elvis und half bei der Organisation der Tourneen.

Die beiden Teenager hatten Gemeinsamkeiten, die über den gleichen schulischen Hintergrund hinaus gingen. Elvis' Familie kam aus Tupelo/MS, Reds Familie aus Bolivar/TN. Beide lebten in Memphis in Sozialwohnungen - Elvis in den Lauderdale Courts, Red in Hurt Village. Red liebte Sport und hatte einen musikalischen Background. Es gab nichts, worüber sie nicht reden konnten.

Diese Zeit war bemerkenswert, obwohl es ihnen noch nicht bewusst war. Normalerweise waren sie nur zu zweit mit Elvis' Band im eigenen Auto unterwegs: Bill Black, der Bassist, Scotty Moore, der Gitarrist und später DJ Fontana, der Drummer. Red sorgte für alles was Elvis benötigte: brauchbare Gitarren und ein bereitstehendes Auto für eine schnelle Flucht. Schon sehr früh musste Red seine Fäuste einsetzen um für Frieden zu sorgen.

Red und Elvis waren immer Freunde, obwohl sie von Zeit zu Zeit einige ernsthafte Auseinandersetzungen hatten. Einige Male verließ Red Elvis' Umfeld um seine eigenen Träume zu verwirklichen. Er kam aber stets zurück, bis zu dem letzten großen Cut ein Jahr vor Elvis' Tod. Vernon Presley, Elvis' Vater, teilte ihm und zwei weiteren Bodyguards (Sonny West, Reds Cousin und Dave Hebler) mit, dass sie gefeuert seien.
Elvis wollte nicht, dass sich irgendjemand in seine Medikamentenabhängigkeit einmischte, und dass Red sich mit einem der Lieferanten anlegte, brachte das Fass zum überlaufen. Aber auch nach diesem Vorfall war die Freundschaft nicht wirklich beendet.

Red heiratete Elvis' Sekretärin Pat Boyd im Jahre 1961. Ihrer langen außergewöhnlichen Beziehung entstammen zwei Söhne und sechs Enkelkinder, die der Mittelpunkt ihres Lebens waren.
Elvis führte Red in Hollywood ein, und dieser hörte nie auf, für Rollen vorzusprechen und für Film und Fernsehen gebucht zu werden. Auch seine Karriere als Sondwriter war beeindruckend mit annähernd 100 Songs, die von verschiedenen Künstlern, einschließlich Elvis, aufgenommen wurden.

Aber all das lag noch in der Zukunft - damals in den 50ern - vor Colonel Parker, vor den Riesenhits, vor den Kinofilmen, vor dem Ruhm. In dieser Zeit suchte Elvis noch nach Gelegenheiten um auftreten zu können, und er war froh, Red als Freund zu haben - und umgekehrt. Red begleitete ihn zum ersten Mal zu einem Auftritt in Grenada/MS. Dieser Gig gab einen Vorgeschmack auf das, was kommen sollte.

Jetzt folgen einige Auszüge aus dem Buch. Red und Pat Wests Leben mit - und auch ohne - Elvis Presley.

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17.09.2018 14:44 #915001 von Honeybee
Honeybee antwortete auf Red West - A Hell Of A Ride
Hier die Buchauszüge. Veröffentlicht im Oktober 2017 im "Memphis magazine". Die Übersetzung stammt von mir:


Es war ein verregneter Tag als ich Elvis das erste mal zu einem Auftritt begleitete. Wir waren auf der U.S.51 unterwegs nach Grenada/MS, etwa einhundert Meilen südlich von Memphis. Wir kamen von der Straße ab, es war nichts ernstes, aber unser Ford Fairlane blieb im Schlamm stecken. Elvis versuchte, den Wagen herauszufahren - leider ohne Erfolg. Also setzte ich mich hinter das Lenkrad und versuchte, indem ich zwischen erstem und dem Rückwärtsgang hin-und her schaltete, das Auto zu befreien. Das funktionierte, aber Elvis, der das Auto anschob, bekam eine Ladung Schlamm ab. Bei diesen kurzen Gigs trat man in den Klamotten auf, die man auf der Anreise getragen hatte. Es gab keine Umkleideräume oder Garderoben. Der Schlamm an seiner Kleidung war gut sichtbar, und er entschuldigte sich beim Publikum indem er ihnen erzählte, was passiert war.

Hier fing ich bereits an nicht nur Elvis' Performance anzusehen, sondern die Zuschauer zu beobachten wie sie ihn beobachteten. Ich bemerkte seine Bewegungen, die Art wie er mit seinem Bein wackelte und wie das Publikum durchdrehte. Er wirkte völlig natürlich.

Nach dem Auftritt luden uns einige junge Damen in eines ihrer Häuser ein und wir tranken Soda. Wir blieben nicht lange, da wir die lange Rückfahrt nach Memphis noch vor uns hatten. Bevor wir die Stadt verließen suchten wir einen Imbiss auf. Während wir unsere Sandwiches aßen, kamen zwei Typen in das menschenleere Lokal.
Sie gingen direkt in die Offensive: "So, du kommst also in diese Stadt und fängst was mit meiner Freundin an, was?"
Wir hörten uns diesen Blödsinn für ein oder zwei Minuten an und standen dann auf, um zu gehen. Einer der Typen bemerkte die Schlammspritzer an Elvis' Hose und rief: "Guckt euch ihn an! Der hat soviel Bammel, dass er sich direkt in die Hose gesch....hat!" Das war zuviel für mich. Der Typ saß auf einem dieser Barhocker an der Theke, und ich sagte zu ihm: "Hast du ein Problem?" Er zischte: "Ja, ich habe ein Problem damit, dass ihr euch mit meiner Freundin getroffen habt!" Ich schnauzte ihn an: "Nun, es schien nicht so, dass SIE ein Problem damit gehabt hätte!" Er wurde noch wütender und drohte: "Ich hab etwas in meiner Tasche, das wird euch gleich das Maul stopfen!" Während er in seine Tasche griff, packte mich jemand von hinten an der rechten Schulter. Ich wusste, dass es nicht Elvis war; ich drehte mich blitzschnell herum und schlug ihn zu Boden. Sein Kopf landete zwischen Elvis' Füßen. Ich wandte mich wieder dem ersten Kerl zu, aber der hatte sich hinter die Theke geflüchtet.
Mir war klar, dass wir besser verschwinden sollten, also nahm ich Elvis' Autoschlüssel um das Auto zu holen. Als ich vor dem Imbiss anhielt, sah ich, wie Elvis sich mit den beiden Typen unterhielt. In dieser Beziehung waren wir verschieden.
Niemand von uns wollte jemals Ärger, obwohl wir auch nicht weggelaufen sind wenn es Probleme gab. Aber wenn mir klar war, dass wir besser die Szene verlassen sollten, hing Elvis noch herum wenn man ihn ließ, unterhielt sich mit seinen Widersachern oder quatschte mit den Mädels. Er war nie wieder das einsame Kind von der Highschool.

Unser Abend war damit noch nicht beendet. Ich schob ihn aus dem Lokal und er setzte sich ans Steuer. Ich rauchte eine Zigarette auf dem Weg zurück nach Memphis und wir redeten und lachten über die Ereignisse des Abends. Ich drehte das Fenster herunter um die Zigarettenkippe hinaus zu werfen. Es ließ sich nicht mehr schließen und das Regenwasser lief Eimerweise ins Auto. Wir wollten keinesfalls zurück nach Grenada fahren um das Fenster in Ordnung zu bringen, also nahm ich Elvis' Gitarrenkoffer und hielt ihn vor die Fensteröffnung.




Elvis war zwei Jahre in der Armee, von März 58 bis März 60. Die meiste Zeit davon war er in Deutschland, wo er seinen Militärdienst ableistete. Im Gegensatz zu den meisten anderen Soldaten, die nur ihren Sold hatten, war Elvis in der Lage, Freunde und Familie bei sich zu haben, und Red war einer derjenigen, die Elvis in seiner Nähe haben wollte.
Red war gerade nach zwei Jahren Dienst im Marinecorps entlassen worden als er Elvis während der Grundausbildung besuchte: um ihm Glück zu wünschen, um Lebewohl zu sagen und um sich mit ihm darüber zu unterhalten, was mit seiner Karriere werden würde, wenn er in zwei Jahren seinen Dienst beendet haben würde. Aber wie so manches Mal in Reds Leben, nahmen die Dinge eine andere Richtung.

"Elvis sagte, dass er mich und Lamar Fike mit nach Deutschland nehmen möchte, neben Vernon und seiner Großmutter Minnie Mae. Er mietete Zimmer für uns und wir blieben mit ihm dort. Es war eine sehr kleine Ausgabe seiner Memphis Mafia, aber wir wurden gebraucht wie üblich: als Freunde, als seine Security und um dafür zu sorgen, dass alles lief was er sich wünschte. Ich war acht Monate mit ihm in Bad Nauheim. Es war eine harte Zeit für Elvis, und das hatte nichts mit seinem Militärdienst zu tun. Er war ein guter Soldat, hatte niemals Ärger und tat, was man von ihm erwartete. Elvis' Problem war das, was nicht passierte: Performing. Dass Fabian inzwischen die Nummer eins der Charts war, obwohl er nicht singen konnte, machte die Sache nicht besser. Und die Teenies himmelten ihn an anstatt Elvis.
Eines Tages kam ich ins Wohnzimmer des gemieteten Hauses. Niemand anderes war da, und Elvis saß dort allein - ganz still, und starrte auf den Boden. Ich sagte ihm, dass er aussähe als wenn er einen schlimmen Tag gehabt hätte, und fragte, ob alles in Ordnung sei. Er sah zu mir auf und sagte:
"Red, ich war an der Spitze, Mann. Ich war dort - und plötzlich bin ich weg vom Fenster. Ich wurde eingezogen, meine Mutter ist während der Grundausbildung gestorben, ich wurde nach Deutschland geschickt und mein Vater hat etwas mit der Frau eines Sergeanten, während der Mann seinen Dienst tut und sich den Arsch abfriert. Ich habe die Nase voll von dieser Schei.. . Ich bin hier und meine Karriere ist beendet. Da kann man nur schwer mit zurecht kommen."
Ich wusste genau was er meinte. Erst vor einigen Monaten, als mein Vater am gleichen Tag wie Gladys Presley verstarb, hatten Elvis und ich gemeinsam getrauert. Wir kannten Colonel Parkers Pläne nicht, außer dass Elvis während der Armyzeit nicht auftreten würde. Es sah düster aus. Ich sagte zu ihm:
"Elvis, einer deiner Lieblingsgospels ist 'I Believe In The Man In The Sky'. Dort heißt es: 'Ich glaube daran, dass ich mit seiner Hilfe zurecht kommen werde'. Denk an diesen Song und du wirst wissen, dass sich alles zum Guten wenden wird, solange du glaubst. Dieses hier ist nur ein Umweg."
Elvis dachte darüber nach, stand auf, ging zum Klavier und spielte das Lied. Ich saß in einer Ecke des Zimmers und wurde von meinen Gefühlen übermannt, ich brachte kein Wort mehr heraus. Aber nachdem Elvis den Song beendet hatte, fühlten wir beide irgendwie, dass alles gut werden würde.
Das war einer dieser ernsthaften Momente abseits des Scheinwerferlichts, wenn ein Freund einem Freund vertraut.





Einmal gab es einen Riesenspaß in Las Vegas. Damals waren Red und sein Cousin Sonny Elvis' Bodyguards, und sie hatten mit durchgedrehten Fans bis hin zu ernstzunehmenden Morddrohungen zu tun.
"Wann immer der Druck zu groß wurde, haben wir uns Dinge ausgedacht um alles etwas leichter zu machen. Und bei Elvis wirkte es am besten, Unfug anzustellen. Einmal in Las Vegas machten Elvis und ich einen Plan, der das Stamp-Quartett, Elvis' Backgroundsänger, auf den Arm nehmen würde. Normalerweise gingen Elvis und die Stamps nach einem Konzert in die Suite um Gospels zu singen, einfach nur weil sie es so sehr liebten. Nach diesem Konzert nahm ich die Sänger zur Seite und sagte: "Jungs, wir haben wieder einmal eine Morddrohung. Ihr bleibt hinter mir - bis ich euch in die Suite geführt habe." Ich hatte zuvor Platzpatronen für mich, Sonny und zwei eingeweihte Securitybeamte besorgt. Wir hatten unsere Waffen bereits vor Elvis' Performance damit bestückt, und zum Glück passierte nichts während des Konzertes, sonst hätten wir einige Probleme gehabt.
Als der Auftritt vorüber war, führte ich Elvis und die Stamps (Sonny und die beiden Securitybeamten bildeten die Nachhut) durch die langen Flure. Wir taten alle so, als wenn es sehr kritisch wäre. An jeder Ecke stoppte ich die Gruppe, kontrollierte den Weg und trieb sie zur Eile an. Wir erreichten den Aufzug und fuhren in die 30. Etage. Ich befahl: "Alle bleiben zurück - ich sichere erst den Flur!" Die Stamps waren mucksmäuschenstill - und verängstigt. Wir anderen spielten das Spiel weiter. In der Suite angekommen, gingen wir an die Bar. Sonny hatte sich abgesetzt und war in der Küche nebenan. Als ich mir sicher war, dass er seine Position eingenommen hatte, sagte ich: 'Okay Jungs, wir haben es geschafft." Sonny brüllte mit verstellter Stimme: "Presley, du Hurensohn!" und feuerte eine Platzpatrone ab. J.D. Sumner, das Oberhaupt der Stamps, stieß Elvis zu Boden und warf sich auf ihn. J.D.'s Neffe Donnie Sumner versuchte über den Tresen zu springen. Er riss Flaschen herunter und stieß sich das Knie an. Ed Enoch rutschte hinter die Bar und schrie: "Gebt mir eine Waffe!" Und der Tenor, der sehr religiös war, fing an zu beten.
Die beiden Securitybeamten brachen von "Kugeln" getroffen tot zusammen. Ich schoss in Sonnys Richtung und wurde selbst getroffen. Die Stamps konnten Sonny nicht sehen, und als er eine Hand hinter der Bar hervorschauen ließ, beobachteten sie die Sache schockiert. Donnie schleuderte eine Dose Tomatensaft in Richtung der Hand - verfehlte sie jedoch.
Dann zeigte Sonny sich - und die Jungs fielen beinahe in Ohnmacht. Als sie die Aufregung überwunden hatten und lachten, sagte J.D.: "Wisst ihr, als ich auf Elvis lag, konnte ich spüren wie er bebte. Ich dachte, er habe Angst, aber er hat nur gelacht!"

Und niemand lachte mehr als Elvis...

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17.09.2018 16:58 #915012 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Red West - A Hell Of A Ride
Ohne den Text gelesen zu haben, ist es der Wahnsinn, dass die Bücher jetzt schon nach dem Ableben der Person erscheinen. Schon klar, dass er vermutlich (ich habe den von Honybee geposteten Text nicht gelesen; dafür bin ich jetzt zu faul), gegen Ende seines Lebens daran gearbeitet hat.

Wests Memoiren könnten interessant sein. Er kannte Elvis von seinen Freunden mit am längsten, da er schon mit ihm als Teenager befreundet war. Da könnte man evtl. noch den einen oder anderen Einblick erhalten, den man bisher noch nicht kannte.

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17.09.2018 17:12 - 17.09.2018 17:15 #915013 von Atomic Powered Poster
Atomic Powered Poster antwortete auf Red West - A Hell Of A Ride
Mich interessiert das nicht so richtig. Ich habe nur sehr wenig über den privaten Elvis gelesen. Ich finde auch Elvis Biographie, abgesehen von den Anfängen, insgesamt nicht sehr spannend, da der "Held der Geschichte" zu passiv wirkt. Ein Protagonist darf zwiespältig oder düster sein, sympathisch, unsympathisch, zerrissen, besessen oder einfach seltsam, aber passiv ist für eine gute Story ganz schlecht, eigentlich der Todesstoß Ich meine das wirklich absolut nicht wertend, Elvis war Sänger und Entertainer, und daran messe ich ihn, nicht daran, ob sein Leben interessant war. Aber, es gibt nun wahrlich Biographien die bedeutend spannender zu lesen sind als die von Elvis, eines Mannes der doch abseits der Arbeit (wo er auch selten irgendetwas gegen Widerstände durchgedrückt hat, einer Vision folgte oder sonst etwas wirklich lesenswertes, spannendes tat) daheim saß, spinnerte Bücher in sich aufsog und Pillen futterte. Wer sich nicht an belanglosen Anekdoten erfreuen kann, dem schlafen doch bei Elvis Biographie der 60'er und 70'er Jahre in weiten Teilen die Füße ein. Was für eine enge und kleine Welt in die der Mann sich da eingeschlossen hatte. Gutes Lesefutter sieht mMn anders aus.
Letzte Änderung: 17.09.2018 17:15 von Atomic Powered Poster.

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17.09.2018 18:23 #915023 von Honeybee
Honeybee antwortete auf Red West - A Hell Of A Ride
Ich stimme dir zu - spannend ist anders. Es ist wirklich nichts aufregendes mehr passiert nachdem er in Hollywood nach der Armeezeit gelandet ist. Und der 70er Elvis ist sogar sehr uninteressant für mich. Ich stehe auf die Anfänge. Ich bin begeistert von dieser Zeit und den Geschehnissen, dem Umbruch, der rasanten Entwicklung und damit verbunden auch von seiner Person zu der Zeit. Red West ist eine Verbindung dorthin. Ebenso wie Lamar und George (mit Abstrichen).

Ich mag auch die 110.000ste Anekdote - davon krieg ich nicht genug.

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17.09.2018 18:30 #915027 von Atomic Powered Poster
Atomic Powered Poster antwortete auf Red West - A Hell Of A Ride

Honeybee schrieb: Ich stehe auf die Anfänge. Ich bin begeistert von dieser Zeit und den Geschehnissen, dem Umbruch, der rasanten Entwicklung und damit verbunden auch von seiner Person zu der Zeit.


Ja, das ist aufregend, auch weil Elvis ein Sinnbild für den kulturellen Aufbruch ist, die Konflikte dieser Zeit sich in seiner Biographie spiegeln.

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17.09.2018 18:47 #915028 von Honeybee
Honeybee antwortete auf Red West - A Hell Of A Ride
Und deswegen mag ich auch das Kitsch-Buch von June Juanico. Sie beschreibt diese Zeit sehr eindrücklich - was ging, was nicht ging. Wie man miteinander sprach, wie lange man Kind war(!!!)

Elvis wurde 1956 als Rockstar von Erwachsenen noch als "Kid" bezeichnet. Unvorstellbar irgendwie. Er hat seinen Lincoln Mark 2, damals das teuerste Auto in den Staaten, vor einem Diner in Florida geparkt um mit seinen Freunden etwas zu essen. Er hatte gerade die Tournee beendet. Die Kellnerin, eine erwachsene Frau, schaute durch das Schaufenster hinaus und fragte in die Gruppe: "Was habt ihr Kinder angestellt? Habt ihr eine Bank überfallen?"

Ebenso im Herbst 56, bei Freunden von Vernon und Gladys. Elvis und June wurden am Katzentisch platziert und man redete gar nicht mit ihnen. Sie waren halt die Kinder, die sich in Erwachsenenthemen nicht einmischten, und bei weitem nicht so "wichtig" waren, wie die jungen Leute heutzutage.

Das sind so schöne Geschichten!

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17.09.2018 20:55 #915033 von Harty
Harty antwortete auf Red West - A Hell Of A Ride

Atomic Powered Poster schrieb: Mich interessiert das nicht so richtig. Ich habe nur sehr wenig über den privaten Elvis gelesen. Ich finde auch Elvis Biographie, abgesehen von den Anfängen, insgesamt nicht sehr spannend, da der "Held der Geschichte" zu passiv wirkt. Ein Protagonist darf zwiespältig oder düster sein, sympathisch, unsympathisch, zerrissen, besessen oder einfach seltsam, aber passiv ist für eine gute Story ganz schlecht, eigentlich der Todesstoß Ich meine das wirklich absolut nicht wertend, Elvis war Sänger und Entertainer, und daran messe ich ihn, nicht daran, ob sein Leben interessant war. Aber, es gibt nun wahrlich Biographien die bedeutend spannender zu lesen sind als die von Elvis, eines Mannes der doch abseits der Arbeit (wo er auch selten irgendetwas gegen Widerstände durchgedrückt hat, einer Vision folgte oder sonst etwas wirklich lesenswertes, spannendes tat) daheim saß, spinnerte Bücher in sich aufsog und Pillen futterte. Wer sich nicht an belanglosen Anekdoten erfreuen kann, dem schlafen doch bei Elvis Biographie der 60'er und 70'er Jahre in weiten Teilen die Füße ein. Was für eine enge und kleine Welt in die der Mann sich da eingeschlossen hatte. Gutes Lesefutter sieht mMn anders aus.


Ich versuch mal darauf einzugehen, gebe aber zu es ist nicht einfach. Der Begriff "spannend" sollte hier detailliert werden um den Grad der Definition zu verstehen. Vorweg: Die Guralnick Bücher finde ich spannend und interessant. Spannend im Thema, die Entdeckung durch Sam Phillips, der Mut von Elvis diesen Schritt zu gehen, der einzigartige Aufstieg innerhalb von 2 Jahren, parallel wurde er Kinostar, der Griff von Colonel Parker ...das ist alles sehr spannend für mich. Es gab nichts vergleichbares auf diesem Sektor bis zu diesem Zeitpunkt. Ich schrieb es hier kürzlich, ein Buch vom Colonel wäre sehr interessant gewesen. Prosa Geschichten von Frauen sind wahrlich nicht spannend. Der Junge ist in den Slums von East Tupelo aufgewachsen. Spannend ist durchaus die psychische und physische Veränderung von Elvis schon in den 60er Jahren. Natürlich kann ich solch ein Buch nicht von Red West erwarten. Es ist immer der Blickwinkel und was man sich traut zu schreiben. Interessant fand ich zum Beispiel auch die Nixon Episode. Das ist sogar großes Elvis Kino :-)

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17.09.2018 21:00 #915034 von Honeybee
Honeybee antwortete auf Red West - A Hell Of A Ride
Die Nixon-Episode ist so abgefahren, dass man wirklich am Verstand aller Beteiligten zweifeln muss. Außerdem ist es ein Beleg für mich, wie abgedriftet Elvis war und wie weltfremd er geworden ist. Das Ganze ist einfach nur erstaunlich.

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17.09.2018 21:55 - 17.09.2018 21:59 #915035 von Atomic Powered Poster
Atomic Powered Poster antwortete auf Red West - A Hell Of A Ride

Der Begriff "spannend" sollte hier detailliert werden um den Grad der Definition zu verstehen.


Ich vermute du meinst, dass man den Begriff spannend definieren sollte? Ich meine schlicht fesselnd. Und natürlich ist das nur meine persönliche Meinung.

Vorweg: Die Guralnick Bücher finde ich spannend und interessant.


Ich finde sie sehr aufschlussreich und informativ. Aufregender Lesestoff ist der zweite Band aber nur partiell. Das ist nicht Guralnicks Schuld, der schon bemüht war die Geschichte zu verdichten wo es möglich war ohne essentielles zu unterschlagen. Aber den Großteil der Story finde ich persönlich ermüdend.

...die Entdeckung durch Sam Phillips, der Mut von Elvis diesen Schritt zu gehen, der einzigartige Aufstieg innerhalb von 2 Jahren, parallel wurde er Kinostar, der Griff von Colonel Parker ...das ist alles sehr spannend für mich.


Für mich auch, weshalb ich die 50'er auch ausdrücklich aus meiner Einschätzung bezüglich der fehlenden Spannung ausgeklammert habe.

Ich schrieb es hier kürzlich, ein Buch vom Colonel wäre sehr interessant gewesen.


Selbst wenn er eines geschrieben hätte, glaubst du wirklich, dass er echte Interna ausgeplaudert hätte die über das hinausgegangen wären was er auch in Interviews erzählt hat? Ich persönlich nicht, ist aber natürlich ein müßiges Thema da reine Spekulation.

Prosa Geschichten von Frauen sind wahrlich nicht spannend.


Sehe ich auch so, ist aber subjektives Empfinden. Du und ich sind ja nicht der einzige Maßstab.

Spannend ist durchaus die psychische und physische Veränderung von Elvis schon in den 60er Jahren.


Mein Problem ist hier, dass einzig die Erklärung dafür wirklich spannend wäre, zumindest für mich. Die kennen wir aber, in letzter Konsequenz, nicht, das bleibt also immer nur die Meinung des Autors. Ansonsten ist das höchstens in Kurzform interessant, ausgewalzt auf hunderte von Seiten, belegt durch im einzelnen nacherzählte, private und im Grunde oft banale Geschichten langweilt mich das. Muss dir oder anderen nicht so gehen, ich schreibe nur von mir.

Interessant fand ich zum Beispiel auch die Nixon Episode. Das ist sogar großes Elvis Kino :-)


Hochgradig peinlich, und, wie Honeybee schon schrieb, ein Beleg dafür, wie durchgenutzt und abgedriftet unser Mann da bereits war. Und tatsächlich eine von wenigen Episoden aus seiner Biographie ab 58 die ihn nicht wie einen Spielball wirken lassen.
Letzte Änderung: 17.09.2018 21:59 von Atomic Powered Poster.

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