Raised on Rock

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01.10.2005 00:18 #411068 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Raised on Rock

Nebenbei bemerkt: Colonel Parker wird ja immer heftigst dafür attackiert, dass er Elvis dazu bewegt hat, seinen Backkatalog 1973 komplett an RCA zu verkaufen. In Wahrheit sollten wir dem alten Herren dafür jeden Tag einen dicken Strauß Blumen aufs Grab stellen, denn allein die Tatsache, dass die Plattenfirma dadurch die kompletten Erlöse einstecken kann, ohne mit EPE zu teilen, macht es überhaupt nur lohnend (bzw. risikoarm) für Sony/BMG, eine Elvis-Platte zu veröffentlichen. Ohne diesen Deal von 1973 bekämen wir vielleicht noch an jedem runden Todes- oder Geburtstag eine neue "Best of", aber ansonsten Ende Gelände!

Das vielleicht. Auf der anderen Seite würde Elvis unter diesen Umständen vielleicht auch noch leben. Spätestens hier finde ich die Lobhudelei auf den möglicherweise dümmsten, amateurhaftesten und verheerensten Deal in der Geschichte der Rock- und Popmusik irgendwie ... - unangebracht. <_<

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01.10.2005 02:15 #411075 von praytome
praytome antwortete auf Raised on Rock

Danke für die ausführliche und einleuchtende Begründung. Damit konntest Du mich natürlich restlos davon überzeugen, dass ich im Irrtum war. Endlich mal was dazugelernt!
Super! So macht Forum richtig Spaß!

nix reininterpretieren ich wollte nicht begründen oder dich überzeugen...wollte dir nur mitteilen das ich was du da von dir gegeben hast unfug ist von der picke bis zur sohle...das ist alles nicht mehr aber auch nicht weniger...

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01.10.2005 12:39 #411134 von Colonel
Colonel antwortete auf Raised on Rock

Das vielleicht. Auf der anderen Seite würde Elvis unter diesen Umständen vielleicht auch noch leben.


Hört hört!
Da haben wir ja 28 Jahre nach Elvis Tod wieder mal neue Erkenntnisse:
In den (Musik)-Geschichtsbüchern wird also nun ab sofort stehen:
Die Todesursache von Elvis Presley:
"Hätte Parker 1973 den Deal nicht eingefädelt, würde Elvis heute noch leben!"


genial (daneben)

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03.10.2005 12:17 #411856 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Raised on Rock

nix reininterpretieren ich wollte nicht begründen oder dich überzeugen...wollte dir nur mitteilen das ich was du da von dir gegeben hast unfug ist von der picke bis zur sohle...das ist alles nicht mehr aber auch nicht weniger...

Das habe ich zur Kenntnis genommen, die Botschaft war ja eindeutig.
Da ich aber meine Ausführungen durchdacht und begründet habe, würde ich mich aufrichtig freuen, wenn Du mir kurz erklärst, warum genau ich mich geirrt habe und wie es richtig ist.
Ich meine das ernst - es interessiert mich, denn ich möchte gerne etwas dazulernen, und einige andere hier sicher auch!

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03.10.2005 12:20 #411857 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Raised on Rock

Auf der anderen Seite würde Elvis unter diesen Umständen vielleicht auch noch leben.

Nein. Er wäre ohne diesen Deal noch früher gestorben - nämlich verhungert.
Elvis wollte diesen Deal, weil er dringend Geld brauchte.

Colonel Parkers Geschäftspolitik für Elvis' Tod verantwortlich zu machen ist so ziemlich mit Abstand die dämlichste Theorie, die ich je gehört habe - nur noch zu toppen mit der Aussage, Elvis sei nicht tot, sondern von Außerirdischen entführt worden!

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03.10.2005 17:06 #411971 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Raised on Rock

Colonel Parkers Geschäftspolitik für Elvis' Tod verantwortlich zu machen ist so ziemlich mit Abstand die dämlichste Theorie, die ich je gehört habe - nur noch zu toppen mit der Aussage, Elvis sei nicht tot, sondern von Außerirdischen entführt worden!

Elvis ist doch nur zurück nach Hause :up: :grin:

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03.10.2005 21:28 #412108 von Joe_E.
Joe_E. antwortete auf Raised on Rock

nur noch zu toppen mit der Aussage, Elvis sei nicht tot, sondern von Außerirdischen entführt worden!

Nicht entführt... Er ist aus freien Stücken mitgegangen. >> Douglas Adams :adeal:

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03.10.2005 23:22 #412192 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Raised on Rock

Nein. Er wäre ohne diesen Deal noch früher gestorben - nämlich verhungert.

Das sehe ich überhaupt nicht so und ich kann - abgesehen davon, dass ich eine derart pauschale und unbegründete Meinungsäußerung gerade von dir eigentlich nicht erwartet hätte - in diesem Deal auch keinerlei Anzeichen dafür erkennen, dass dem so gewesen wäre.

Deine Äußerung suggeriert zwei Dinge, die sich zueinander sogar noch paradox verhalten: Auf der einen Seite wird suggeriert, bei dem Deal handle es sich um etwas wie das "Flüssigmachen" einen Notgroschens. Nun, der komplette Back Catalogue eines Elvis Presleys war 1973 nicht das wert, was man gemeinhin unter einem "Notgroschen" versteht, der gerade einmal so das tagtägliche Überleben sichert. Vielmehr war er das wertvollste, was Elvis 1973 besaß. Jeder mit auch nur einem Funken Verständnis für fas Musikbusiness würde das so sehen.

Auf der anderen Seite suggeriert deine Anmerkung, dass dort ein unheimlicher Deal über die Bühne gegangen wäre :ergeben: (also weitaus mehr als nur der, einem "verarmten" Künstler ein Gnadenbrot zu gewährleisten). Auch das ist falsch und zeugt wahlweise von wenig Verständnis um die ganze Angelegenheit oder einer rosaroten Brille, die immer dann aufgesetzt zu werden scheint, wenn es um die hilf- und ideenloseste und tragischste Managergestalt der Rock- und Popgeschichte geht. Sorry, wenn ich es so direkt sage, aber in puncto Parker sind wir ja weiland bereits einmal aneinander geraten.

5,4 Mio. $ sind, ich denke, dass kann man ohne jede Übertreibung so sagen, als Preis für den (neben dem der Beatles) größten, wertvollsten und wichtigsten Back Catalogues der Geschichte der populären Musik ein absoluter Witz. Nicht mehr, nicht weniger. Jeder, der nur zwei Sekunden darüber nachdenkt und sich vor Augen führt, was dort verkauft wurde, muss das einsehen und sich an den Kopf fassen. Von den 5,4 Mio. $ ging die Hälfte unmittelbar an Parker, von seinen 2,7 Mio. $ versteuerte Elvis - aufgrund der Unfähigkeit des "zweiten Mannes" in seinem Finanzimperium nach Col. Parker, Vernon Presley - mehr als 50%. Am Ende blieben ihm somit eine gute Million Dollar. Ein Betrag, den er zehn Jahre zuvor in nur gut einem einzigen Jahr an Hollywood-Filmerei eingenommen hat - im Gegesatz zu 19 Jahren hocherfolgreicher Aufnahme- und Veröffentlichungstätigkeit. Von den Abermillionen Dollar an zukünftigen Tantiemen, die ihm durch die Lappen gingen und von denen EPE bis heute keinen einzigen Cent sieht (man muss sich einmal vorstellen, was der "tote Künstler" Elvis Presley ansonsten jenseits der obligatorischen gut 40 Mio. Dollar, mit denen er die jährliche Liste der "Bestverdienenden toten Stars" anführt, sonst noch verdienen würde), einmal ganz zu schweigen.

Mann, wie kann man so etwas auch nur in Ansätzen als geeigneten oder gar guten Deal bezeichnen? :doh: Das Geld lag auf der Straße und Parker hat es von anderen auffegen und abtransportieren lassen. Der ärmlichste Deal - ich kann mich nur wiederholen - der Rock- und Popgeschichte. Man stelle sich vor, ein Beatles- oder Dylan-Manager hätte etwas ähnliches verbrochen. Künstler wie Fans hätten ihn gelyncht. Bei RCA muss man nicht nur ein Fass aufgemacht, sondern sich regelrecht totgelacht haben und eine Entscheidung wie diese, die an Kurzsicht, (vermeintlicher) Bauernschläue und Dilettantismus nicht zu überbieten ist.

Niemand, aber auch bitte niemand, möge jetzt mit dem Argument kommen, Elvis habe das Geld doch gebraucht und sein genialer Manager habe es ihm verschafft. Nach dem Motto "Elvis kümmerte sich um die Musik, der Colonel ums Geschäft." Das hier ist jenseits aller denkbaren und erwägenswerten Geschäftspraktiken. Das geld lag 1973 für Elvis auf der Straße. Seine größten und erfolgreichsten Tourneen (eine Europa-/Welttournee nicht eingerechnet) lagen noch vor ihm. Ein einziges ordentliches Filmprojekt hätten ihm mehr eingebracht als der Verkauf seines kompletten Back- und Hit-Catalogues, der als einziger noch wirklich Geld in die Kassen spülte. Wie, frage ich mich, kann man so etwas gutheißen und sich gleichzeitig noch Elvis-Fan nennen?

Elvis wollte diesen Deal, weil er dringend Geld brauchte.

Zwischen "wollen" und "wollen" muss man - nicht nur in diesem speziellen Falle, hier aber ganz gewiss - unterscheiden, denke ich. Elvis war eine Finanzspritze ggü. sicherlich nicht unaufgeschlossen. Wer wäre das schon? Auf der anderen Seite gehört für mich persönlich zum Wesensmerkmal dessen, was wir unter "wollen" versteht, auch immer etwas wie eine Absicht, ein "Vorsatz". Dafür allerdings muss man - du als Jurist (ich weiß nicht, wie lange du Jura studiert, ob du das Studium abgeschlossen und ein Examen [oder gar beide Examina] tatsächlich gemacht hast) solltest das wissen - auch immer über die Umstände, Auswirkungen und Folgen seiner Willensäußerung unterrichtet bzw. sich zumindest im Klaren sein.

Elvis By The Presleys bietet diesen Deal betreffend einen denkwürdigen Einblick in Gestalt einer Äußerung von Jerry Schilling. Der berichtet, wie Elvis freudestrahlend wie ein kleiner Junge zum ihm kam und sagte (sinngemäß): "Jerry, der Colonel hat mir soundsoviel Millionen Dollar besorgt - einfach so. Und ich musste nicht mal was dafür tun." Schilling macht ziemlich glaubhaft deutlich, dass Elvis nicht im Geringsten wusste, was dort eigentlich abgelaufen war und welche Konsequenzen es haben würde. Er war sich ganz sicher nicht der Tatsache bewusst, dass dort für das - für den Parker'schen Stil bezeichnende - "schnelle Geld" das Tafelsilber verkauft wurde. Und in so einemFalle fällt es mir schwer von so etwas wie "wollte den Deal" zu sprechen.

Colonel Parkers Geschäftspolitik für Elvis' Tod verantwortlich zu machen ist so ziemlich mit Abstand die dämlichste Theorie, die ich je gehört habe ...

Nun, das kann nur zwei Dinge bedeuten: Du hast a) noch nicht ausreichend genug Theorien gehört, oder du verkennst b ) die Lage der Dinge. Du verkennst jedenfalls die Tatsache, dass Elvis 1973 - auf dem Höhepunkt seiner Karriere - von einem Tag auf den anderen ohne jedes finanzielle Fundament da stand, auf dem man hätte weitere Schritte aufbauen können. Wer das noch immer als Meisterleistung eines vermeintlichen Manager-Genies feiert, der kann einem, ob seiner wie auch immer begründeten Unfähigkeit, die Dinge so zu sehen wie sich sich darstellten, echt nur noch leid tun ... :null: :rose:

Edit: Das übliche: Rechtschreibung / Grammatik

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04.10.2005 07:30 #412222 von User gelöscht
User gelöscht antwortete auf Raised on Rock
Da wir die Diskussion ja schon an anderem Ort mehr als ausführlich hatten und sie hier nicht hingehört, werde ich mich darauf beschränken, auf meine Postings im Thread "Elvis by the Presleys" zu verweisen. Hier in diesem Thread wollte ich ja nur anmerken, dass wir ohne diesen ausschließlich in Freundes- und Fankreisen umstrittenen Deal von 1973 heute keine oder kaum mehr Neuveröffentlichungen von Elvis mehr bekämen wie z.B. FTD. 1973 war der Backkatalog des lebenden Elvis eben NICHT mehr das wert, was wir heute gerne hätten. Seine Platten-Verkaufszahlen wurden immer magerer, er verkaufte sich nur noch als Live-Künstler und als Folge dessen noch kurzfristig mit Achtungserfolgen wie dem Aloha-Album. Der Backkatalog bekam diesen ungeheuren Wert erst durch Elvis' Tod und die - niemals voraussehbare - Entwicklung danach. Der Deal war mit dem damaligen Wissen und unter den damaligen Umständen das höchste der Gefühle, und ich sage immer wieder: Elvis hat ihn gewollt. Parker stand nicht mit der Pistole neben ihm. Punkt.

Ich finde es einen grundsätzlichen Fehler, für die Dinge, die in Elvis' Leben schiefgelaufen sind, immer nur andere verantwortlich zu machen. Die Top 3 der üblichen Verdächtigen: Parker, Priscilla, Dr. Nick. Ist es so schwer, Elvis zuzugestehen, dass er ein erwachsener Mann war, der genau wusste was er tat und alles, was in seinem Leben passiert ist, selbst zu verantworten hatte - im Positiven wie im Negativen?

Ansonsten wirst Du meine Meinung, dass Parker der genialste Künstlermanager aller Zeiten war, nicht ändern können, und ich Deine Meinung, dass er ein Vollversager und Ganove war, auch nicht. Was ich nur schade finde, ist, dass es Dir nicht so recht gelungen ist, aus meinem Satz "Er wäre ohne diesen Deal noch früher gestorben - nämlich verhungert." die kleine Portion Humor herauszulesen, die ich da eingebaut habe...

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04.10.2005 08:09 #412224 von etp
etp antwortete auf Raised on Rock

Du verkennst jedenfalls die Tatsache, dass Elvis 1973 - auf dem Höhepunkt seiner Karriere - von einem Tag auf den anderen ohne jedes finanzielle Fundament da stand, auf dem man hätte weitere Schritte aufbauen können.

Auf jeden Fall stellt man fest:

nach 1973 ging die Zahl der Aufnahmesessions rapide abwärts, die Zahl der Konzerte schnellte dagegen auf rekordverdächtige Höhen.

Ich meine: was nahm Elvis nach den Stax-Sessions noch auf!?

1974 gar nichts, 1975 gerade mal das nötigste, und 1976 - nunja, das wissen wir ja zu Genüge.

Im Gegensatz dazu: Tour auf Tour, Konzert auf Konzert, selbst in den hintersten Provinzstädten ... Elvis war köprelich völlig ausgelaugt .... das riecht schon nach Kasse machen um jeden Preis ......

okay: die Medienszene war vielleicht noch nicht so differenziert, daß man sagen könnte: Elvis verdiente mit seinen Classics genug an Tantiemen auf vermeintlichen "Classic-Radio-Sendern" oder sowas ---- aber als ich gerade oben zitierten Satz gelesen habe, fiel mir doch auf, daß ich beim Anhören der FTD "Today" vor ein paar Tagen gedacht habe: oh mann, der hat aber wirklich nur das nötigste für das album aufgenommen und das im vergleich zu den früheren sessions schnell und auf den Punkt ohne große Schnörkel oder sonstwas ....

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