Elvis Presley - Glory Of SUN (DLP & CD - FS)

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01.07.2026 16:59 #988182 von Nordlicht
Warum so ungeduldig? TCB hat die LP jetzt an mich versendet. Am Besten vorher mal bei Michael anfragen. Jetzt hast du bestimmt gute 10 Euro oder mehr für den Versand bezahlt und bekommst diese zur gleichen Zeit wie ich🤔. Diese Korrespontenz ist aber für die Anderen hier im Forum wahrscheinlich auch unwichtig. Bin dann mal gespannt, was du zu der Veröffentlichung sagst. 

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02.07.2026 19:50 #988188 von Dick
So, die LPs sind jetzt eingetroffen. Eine in dem häßlichen Splatterdesign (und pinken LP Label) für einen Freund und die klassische schwarze Variante (mit gelben LP Label) für mich. Das hochwertige Doppel-LP Klappcover ist liebevoll gestaltet und mit viel Text und einigen seltenen Bildern versehen. Die SUN Diskografie ist im Stil wie bei den alten Bear-Family Boxen und man erfährt sehr viele Details. Auch die Liner Notes heben sich wohltuend von der üblichen Lobhudelei ab und sowohl Scotty als auch Bill wird den ihnen gebührenden Respekt gezollt. Der Größe der Schriftart hätte größer ausfallen können, aber dann wäre wohl so einiges weggefallen - mit Brille kann ich alles problemlos lesen. Bemerkenswert ist auch die Tatsache das sowohl Ernst Jorgensen, Kevan Budd, Sebastian Jeansson und Keith Flynn explizit für ihre umfangreiche Arbeit in der Vergangenheit gedankt wird.
Das Vinyl selber ist gewohnt erstklassig - 180g schwer, deadsilent, absolut plan und perfekt zentriert. Wie klingt das Ganze nach dem ersten Hören? Sehr, sehr gut...einige Titel sogar merklich besser als ich sie jemals zuvor gehört habe, wie z.B. "I Don't Care If The Sun Don't Shine [SUN 210]" oder "I'm Left, You're Right, She's Gone [SUN 217] - ein schneller A/B Vergleich mit Elvis At Sun bzw. A Boy From Tupelo bestätigten diesen Eindruck. Weitere Ausführungen nach dem Wochenende - wollte hier nur einen kurzen Ersteindruck wiedergeben.
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03.07.2026 09:47 #988189 von ronb57
Meine Frage ist :

Muss man diese Lieder im Vergleich zu originalen RCA/Sony-Legacy Alben "Besser" machen durch computertechnische "Spielereien" !?

OK, die Elvis At Sun ist schwerer zu bekommen als die
A BoyFrom Tupelo LP und dadurch auch teurer. Für die, die an diese Varianten nicht mehr rankommen, die könnten bei der Glory Of Sun zugreifen !

Mir geht nichts über von Seiten RCA/Sony-Legacy verbesserte, nur remasterte Versionen ! Besser als diese muss für mich nichts klingen !
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03.07.2026 10:36 #988190 von Mike.S.
Dick, hattest Du schon eine Gelegenheit, wegen der Jailouse Rock nachzufragen? 

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03.07.2026 11:08 #988191 von Dick
Ich habe nur kurz mit Pål Granlund sprechen können. Bei der Jailhouse Rock Sessions DLP hast Du richtig vermutet Mike - Grundlage für die neuen Mono-Mixes waren die beiden alten Jailhouse Rock FTD Classic Veröffentlichungen. Hingegen wurden bei der Coming Home DLP und der neuen Glory Of Sun DLP auf High-Resolution Master von Sony/FTD zurückgegriffen. Alle drei Veröffentichungen wurden in einem realen Studio speziell für Vinyl analog neu gemastered - hierbei kamen originale(!) Pultec EQP-1A Röhrenequalizer zum Einsatz um dezent hier und da einzugreifen wo notwendig.
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03.07.2026 14:09 #988192 von ronb57
Darf ich mal fragen:

Was heisst dezent eingreifen ?
Wo bzw. warum muss dezent eingegriffen werden ?

Worin liegt der Klangunterschied ?
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04.07.2026 10:31 #988194 von Mike.S.
Danke Dick. Das mit den Mastern - die gibt es natürlich auch "hochauflösend" in 96 kHz von Streaming Diensten, insofern ist das ein wenig ähnlich wie mit den CDs, die er verwendet hat, also eigentlich keine "besondere" Quelle, zumindest also eine digitale Quelle und keine analoge. Das ist natürlich schon ein wenig ein Stilbruch, wenn man eine digitale Quelle mit einem Röhren-Equalizer bearbeitet.  

Ich hab gerade nachgelesen, was dieser EQ genau macht. Hier einmal die genauere Beschreibung dazu:

"Ein Röhren-Equalizer mit unendlichen kreativen Möglichkeiten. Der EQP-1A bietet einen revolutionären Ansatz zur Entzerrung durch sein zweibandiges Design mit unabhängigen Boost- und Dämpfungsreglern. Die außergewöhnliche Eigenschaft, gleichzeitig Boost und Cut im selben Frequenzband anwenden zu können, eröffnet unendliche kreative Möglichkeiten: von vollem, aber perfekt kontrollierten Bassfrequenzen bei Kick-Drums bis hin zu luftigen und kristallklaren Höhen. Die charakteristische Röhrenwärme und natürliche Transparenz in den Höhen verleihen jeder Spur, die durch diese legendäre Schaltung läuft, eine einzigartige Signatur."

"Klangfärbung: Allein das Durchschleifen eines Audiosignals durch die Übertrager und Röhrenschaltkreise verleiht dem Sound eine subtile Wärme, harmonische Sättigung und ein seidiges Top-End. Obwohl das originale Handbuch explizit davor warnt, nutzen Toningenieure den EQP-1A vor allem wegen eines Bedienfehlers. Gleichzeitiges Anheben (Boost) und Absenken (Attenuate) auf derselben tiefen Frequenz (z. B. bei 30 Hz oder 60 Hz):
  • Die Kurven für Boost und Cut sind leicht gegeneinander verschoben.
  • Es entsteht eine kräftige Bassanhebung mit einer gleichzeitigen, engen Absenkung direkt darüber (Mitten-Scoop).
  • Ergebnis: Bassdrums (z. B. eine 909) und Basslines erhalten massiven Druck im Tiefbass, klingen aber extrem aufgeräumt und matschen nicht in den Tiefmitten."

 
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Also, wenn ich das so lese, dann klingt das bestimmt recht fein, der Nachbau des Originals kostet immerhin über 5000,-. Aber es ist eben ein Eingriff in den ursprünglichen Klangcharakter. Man kann natürlich sagen, dass Matt Ross-Spang das auch ständig macht, also mit technischen Eingriffen einen eigenen Sound zu erzeugen. Insofern, warum also nicht. Ich denke, mir würde es wahrscheinlich klanglich sogar gefallen. Trotzdem habe ich wie Ronny etwas gemischte Gefühle bei der Sache. Vor allem würde mich interessieren, wie das dann eigentlich auf der beigelegten CD klingt. Ich könnte mir vorstellen, dass der Effekt besser zu Vinyl passt.
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04.07.2026 11:08 - 04.07.2026 11:22 #988195 von ronb57
Danke für die Aufklärung bezüglich eines solchen Gerätes, Mike.

Dass man mehrspurige Tracks aus den siebziger Jahren im Klang "Verbessern" will durch Bearbeitung bzw. Heraushebung einzelner Instrumente oder dem Gesang von Elvis, nun ja, das kann ich in gewissem Maße verstehen, aber originale SUN oder Aufnahmen bis 1958, die ursprünglich in Mono - naja auch binaural - aufgenommen wurden "Verbessern" - wieder mal das Wort - will, das kann zumindest ich nicht verstehen !!
WOZU !!??
Die sollen doch möglichst im originalen Sound verbleiben !!

Sorry, aber für mich sind meine Fragen wozu man gerade die SUN-Aufnahmen verbessern muss und was am Klang anders klingen soll, nicht befriedigend beantwortet.

Aber ich denke, jeder hat ein anderes Hörvermögen und kann das im Grunde genommen einem anderen Hörer nicht erklären, woran bzw. wie man die auch nur dezentere "Verbesserung" heraushört !
Letzte Änderung: 04.07.2026 11:22 von ronb57.
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04.07.2026 11:34 #988196 von Dick
Danke Mike für den kleinen Crashkurs in Sachen EQP-1A. Wenn ich richtig recherchiert habe gab es zu Zeiten als Elvis bei Sun war noch keinerlei EQ und man musste durch geschickte Mikrofonauswahl alles regeln. Als Jack Clement dann zu SUN kam (Ende 1956) hielt dann wohl auch der EQP-1A im SUN Studio Einzug. Persönlich habe ich keinerlei Probleme wenn man durch geschickten und dezenten EQ den Klang positiv beeinflußt, was freilich auch schnell in die Hose gehen kann (zu viel Bass, zu viel Höhen, zu viel Mitten). 
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04.07.2026 13:07 #988197 von Mike.S.

Dass man mehrspurige Tracks aus den siebziger Jahren im Klang "Verbessern" will durch Bearbeitung bzw. Heraushebung einzelner Instrumente oder dem Gesang von Elvis, nun ja, das kann ich in gewissem Maße verstehen, aber originale SUN oder Aufnahmen bis 1958, die ursprünglich in Mono - naja auch binaural - aufgenommen wurden "Verbessern" - wieder mal das Wort - will, das kann zumindest ich nicht verstehen

Wobei Du dann ja in erster Linie den Mix meinst, also mehrspurige Tracks neu abzumischen. Ich meinte eher, dass Ross-Spang auch den Klang stark verändert hat. Er hat z.B. bei den Live Aufnahmen zum Teil den Bass sehr stark angehoben, zur Freude von Gypsy, da es jetzt richtig rumst. Aber natürlich klangen die 70er Aufnahmen nicht so in ihrer Zeit. Das liegt aber weniger daran, dass man damals nicht die technischen Mittel hatte, sondern weil man ein anderes neutraleres Klangbild vorgezogen hat.

Im Falle der 50er hatte man gewisse technischen Möglichkeiten noch nicht, heute kann man das nachholen. Im Grunde hat man ja sämtliche 50er Aufnahmen im Laufe der Jahre immer wieder klanglich verbessert. Natürlich ist schwer zu sagen, wo man hier eine Grenze ziehen sollte. Trotzdem gibt es bei solchen Bearbeitungen einen Unterschied im Ansatz, wenn ich einmal Granlund und Sony vergleiche.

Ich denke, was mir in diesem Fall aufstößt, ist die Tatsache, dass es Granlund nicht darum geht, die Aufnahmen in ihrer gesamten Qualität zu verbessern, so wie Sony das gemacht hat. Dort wurde versucht, durch neue Abtastung der Bänder eine allgemeine Verbesserung zu erzielen. Keine "Effekthascherei". Nun wird lediglich in die fertigen Sony Files ein Effekt eingebaut, und dieser wird als klangliche Verbesserung verkauft. Ein EQ ist aber in seiner Grundform ein Filter. Es wird ja etwas weggefiltert, damit es weicher klingt. Insofern ist das mMn Augenauswischerei. Es wird lediglich wieder neues Geld gemacht mit der Idee "Röhrenequalizer", und sind wir ehrlich, das ist eigentlich genau die Masche, die wir seit Jahren von den Bootleggern kennen.
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