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10 Nov. 2011 17:51 #855366 von Vincent-The-Falcon
Plattenfirmen-Bingo wurde erstellt von Vincent-The-Falcon
New York, 10.11.2011
Zugeständnisse der EMI-Eigner bringen Universal und Sony zurück ins Rennen


Die Banker der Citigroup bemühen sich offenbar nach Kräften darum, den Verkauf von EMI Music noch einmal anzuschieben: Schon bis Freitag könne eine Entscheidung im Bieterwettstreit fallen, wie zuerst "Sky News" in seinem Wirtschaftsblog berichtete. Die Favoritenrolle im Rennen um den Plattenfirmenarm EMI Recorded Music habe dabei inzwischen die von Chairman & CEO Lucian Grainge geleitete Vivendi-Musiktochter Universal Music übernommen, heißt es in zahlreichen Medienberichten. Beim "Wall Street Journal" etwa berichtet man bereits von "fortgeschrittenen Verhandlungen" zwischen den EMI-Eignern und Universal Music.

Zwar hatte sich der Weltmarktführer im Musikgeschäft zwischenzeitlich aus der EMI-Auktion zurückgezogen, angeblich aber sollen die Citi-Banker inzwischen Bereitschaft signalisiert haben, den Kaufinteressenten Zugeständnisse in Sachen Pensionsverpflichtungen und Regulierungsrisiken zu machen. Bislang hatte die Citigroup wohl darauf bestanden, die bis zu 600 Millionen Dollar schwere Frage der EMI-Hausrenten ebenso vollständig auf den Käufer abzuwälzen wie Kosten, die aus einem drohenden Kartellverfahren entstehen. Wie eine Lösung dieser beiden Probleme aussehen kann, bleibt aber unklar.

Die drängendere Frage dürfte dabei derzeit die Einschätzung der Wettbewerbshüter sein: Der Impala-Dachverband der unabhängigen Musikunternehmen Europas hatte jüngst erneut unterstrichen, gegen einen möglichen Zusammenschluss auf Major-Ebene und eine damit einhergehende weitere Konzentration der Marktmacht im Musikbiz vorzugehen.

Aber auch die Preisfrage spielt weiterhin eine Rolle: Die Citigroup soll demnach bei EMI Recorded Music auf Offerten in einer Größenordnung von rund 1,8 Milliarden Dollar spekuliert haben. Das Gebot von Universal Music soll allerdings zunächst ebenso wie das des Milliardärs Ronald Perelman und seiner MacAndrews & Forbes Holdings eher ein Volumen von 1,2 Milliarden Dollar gehabt haben. Leonard "Len" Blavatnik, der mit seiner Beteiligungsgesellschaft Access Industries zuvor bereits Warner Music übernommen hat, soll hingegen rund 1,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt haben. Allerdings hatte wohl auch Blavatnik zwischenzeitlich das Interesse an einer EMI-Übernahme verloren.

Im Rennen um den EMI-Musikverlagsarm soll es derweil ebenfalls noch einmal spannender werden: Zuletzt hatte BMG als Favorit gegolten. Das von Hartwig Masuch geleitete Gemeinschaftsunternehmen von Bertelsmann und KKR habe bis zu zwei Milliarden Dollar für EMI Music Publishing geboten, heißt es. Ein vom Sony-Konzern angeführtes Bieterkonsortium hätte hingegen Schwierigkeiten gehabt, die Finanzierung in trockene Tücher zu bringen. Das mag sich geändert haben: So berichtet unter anderem die "New York Post" von erneut aufgeflammten Gesprächen zwischen der Citigroup und dem Sony-Konsortium, zu dem der Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi und die Investmentgesellschaft Raine zählen sollen. Das Branchenmagazin "Billboard" verweist zudem darauf, dass das Sony-Konsortium zur Übernahme von EMI Music Publishing wohl eigens eine Firma als Übernahmevehikel werde gründen müssen.

Mit Martin Bandier steht ein Verlagsurgestein an der Spitze des von Sony und den Nachlassverwaltern von Michael Jackson betriebenen Verlagsmajors Sony/ATV, der über eine langjährige EMI-Geschichte verfügt: Schließlich stieg Bandier nach der Übernahme des von ihm gegründeten Publishing-Unternehmens SBK Entertainment World durch EMI im Jahre 1989 bis zum Chef des zwischenzeitlich weltgrößten Musikverlags EMI auf.

Einig sind sich die zahlreichen Medienberichte darin, dass die Citibanker daran interessiert sein sollen, den Verkauf von EMI Recorded Music und von EMI Music Publishing auf einen Schlag zu verkünden. Die Zerschlagung des britischen Musikmajors scheint damit angesichts des gegenwärtigen Klimas an den Finanzmärkten kaum noch zu vermeiden, es sei denn, die Citigroup hofft auf eine Besserung der Lage und stellt den Verkauf von EMI Music zurück.

Quelle: MusikWoche

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