file Discovering Carl Perkins - Eastview, Tennessee 1952

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06 Aug 2019 10:44 - 06 Aug 2019 11:08 #923572 von DumbAngel
Die Sun-Outtakes finde ich jetzt nicht so spannend. Ich glaube, die kenne ich auch schon von anderen Vö's. Von den Privataufnahmen habe ich jetzt zum ersten Mal gehört und wusste nicht, dass die schon bekannt waren. Danke für den Link, fronk! Nimmt natürlich nichts von ihrer Bedeutung für das Verständnis der musikalischen Entwicklung.



Übrigens, zum Spaß, hier Carl's spätere Studioversion von "Good rockin' tonight":





"Drinkin' wine ..." war auch immer mal wieder für eine Liveversion gut, im Studio hat er es, soweit ich weiß, nicht aufgenommen. Hier recht spät, etwa aus der Zeit seines letzten Albums, also 1996/97:

Letzte Änderung: 06 Aug 2019 11:08 von DumbAngel.

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07 Aug 2019 10:58 - 07 Aug 2019 11:02 #923613 von Atomic Powered Poster
Atomic Powered Poster antwortete auf Discovering Carl Perkins - Eastview, Tennessee 1952

DumbAngel schrieb: Hier haben wir eine weiße Honky Tonk Band, die Lieder aus dem harten R'n'B spielt, was uns zumal zeigt, dass die Musiker (hier Perkins und seine Brüder) sich nicht um die von der Gesellschaft und der Industrie gezogenen Grenzen kümmerten.


Hat zwar nicht direkt mit Perkins bzw diesen Aufnahmen zu tun, aber beim Lesen deiner interessanten Anmerkungen ging mir das hier durch den Kopf, daher schweife ich mal ab.

Was Elvis ganz frühe Singles anbelangt finde ich es bemerkenswert wie natürlich, wie wenig konstruiert sich da das Vermischen der Stile bei ihm anhört. Auch in späteren Jahren / Jahrzehnten klingt das Vermischen von Einflüssen nämlich häufig, gerade auch in der Rückschau, wie eine Kopfgeburt. Ich denke da z.B. an den in den 90'ern populären Crossover Kram (Judgement Night) und ähnliche, ja durchaus nicht unspannende Auswüchse.

Interessant finde ich in dieser Hinsicht das groß abgefeierte Debüt von Billie Eilish. Hier vermischen sich die Einflüsse und Stile auf scheinbar anstrengungslose Weise. Ich denke, dass das in Zukunft weit häufiger der Fall sein wird. Musikbegeisterte junge Menschen haben ganz normal Zugriff auf quasi die komplette Historie an populärer Musik, vielschichtige Einflüsse, die dann, weil nicht später "angeeignet" und intellektuell bis zum Erbrechen durchdacht worden, vollkommen natürlich in der eigenen Musik stattfinden. Zudem findet man für mein Empfinden auch immer seltener diese Ablehnung gegenüber allem was die "Alten" mögen oder mochten.
Letzte Änderung: 07 Aug 2019 11:02 von Atomic Powered Poster.

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07 Aug 2019 12:12 #923619 von fronk

Atomic Powered Poster schrieb:

DumbAngel schrieb: Hier haben wir eine weiße Honky Tonk Band, die Lieder aus dem harten R'n'B spielt, was uns zumal zeigt, dass die Musiker (hier Perkins und seine Brüder) sich nicht um die von der Gesellschaft und der Industrie gezogenen Grenzen kümmerten.


Was Elvis ganz frühe Singles anbelangt finde ich es bemerkenswert wie natürlich, wie wenig konstruiert sich da das Vermischen der Stile bei ihm anhört. Auch in späteren Jahren / Jahrzehnten klingt das Vermischen von Einflüssen nämlich häufig, gerade auch in der Rückschau, wie eine Kopfgeburt. Ich denke da z.B. an den in den 90'ern populären Crossover Kram (Judgement Night) und ähnliche, ja durchaus nicht unspannende Auswüchse


Man darf bei Elvis’ frühen Singles aber auch nicht Sam Phillips und seinen großen Einfluss vergessen. Wäre es nur nach Elvis gegangen, so wäre er mit Sicherheit ein erfolgloser Balladensänger geblieben. Auch seine privaten Aufnahmen zeigen dies ganz deutlich. Bei Carl Perkins kann man doch schon deutlich mehr erkennen, wohin bei ihm die Reise gehen sollte, er musikalische Grenzen überschreiten wollte. Auch wenn er letztendlich doch immer etwas mehr Hillbilly blieb als Elvis. Okay, Carl Perkins hatte auch schon frühzeitig eine Band im Rücken, welche sicherlich auch ihren Anteil an seiner Entwicklung hatte. Elvis, Scotty und Bill mussten sich in Ihren neuen Style erst einfinden und sicherlich auch erst einmal zueinander finden. Und nochmals, da hatte Sam Phillips ganz großen Anteil dran! Wenn man sich alle Aufnahmen des Memphis Recording Service in der 706 Union Avenue vor Elvis anhört, war es nur folgerichtig, dass es den Weißen mit der schwarzen Stimme irgendwann geben musste. Sam Phillips hatte schon irgendwie einen Masterplan ohne genau zu wissen, wie dieser aussehen sollte. Daher ja dann auch später sein berühmtes Zitat: »Wenn ich einen weißen Jungen finde mit dem Feeling eines Schwarzen, kann ich eine Million Dollar mit ihm machen.« (Von mir sinngemäß aus dem Kopf geschrieben.) Elvis war dann genau dieser Junge. And the rest is history …
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07 Aug 2019 12:36 #923621 von Honeybee
Denke auch, dass Elvis ohne Sam keine revolutionäre Richtung gefunden hätte, zumindest nicht zu dem frühen Zeitpunkt. Er war ja angeblich von seiner Interpretation von That's All Right zunächst gar nicht überzeugt. Er hat sich bei Sam entschuldigt für den "Quatsch", den sie mal eben locker eingespielt hatten. Auch Bill war gar nicht angetan. Sie haben es mehr für einen Pausen-Scherz gehalten. Sam dagegen war völlig begeistert und musste die drei erst überzeugen, dass es gut war, was sie gemacht haben.

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07 Aug 2019 12:41 - 07 Aug 2019 12:51 #923623 von Atomic Powered Poster
Atomic Powered Poster antwortete auf Discovering Carl Perkins - Eastview, Tennessee 1952
Eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass sich mMn in Zukunft Stile / Einflüsse mit größerer Selbstverständlichkeit und aus weit auseinanderliegenden musikalischen Feldern organisch vermischen werden als dies in der Vergangenheit der Fall war. Bislang war es ja doch meist eher so, dass z.B. ein Popstar irgendwann seine Liebe zu afrikanischer Musik entdeckte und dann seinen Popsongs noch etwas Rhythmisches-Afrika-Bohei übergestülpt hat. Oder, dass plötzlich in einem Metal Song gerappt wurde usw..

Ich sehe Anzeichen dafür, dass wir in Zukunft weniger offensichtliche, organischere Stilmixe hören werden. Solche, deren Einflüsse nicht mehr so übergestülpt wirken.
Letzte Änderung: 07 Aug 2019 12:51 von Atomic Powered Poster.

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29 Okt 2019 12:42 #927037 von DumbAngel

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09 Dez 2019 11:15 #928823 von DumbAngel

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18 Jan 2020 21:30 #930314 von DumbAngel
In der aktuellen Ausgabe von "Vintage Rock" ist Carl das Titelthema. U.a. geht es auch um diese Veröffentlichung.


www.vintagerockmag.com/2019/12/issue-45-now-sale/

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