file Beatles Alben "gerankt"

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21 Jul 2019 23:24 #922876 von Earth Boy
Beatles Alben "gerankt" wurde erstellt von Earth Boy

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21 Jul 2019 23:50 - 22 Jul 2019 00:09 #922877 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Beatles Alben "gerankt"
Wenn man mir einen solchen Köder hinwirft, kann ich natürlich nicht, nicht zuschnappen.

13. Yellow Submarine

Auch für mich das Schwächste, was von den Beatles veröffentlicht wurde. Die B-Seite mit dem Score von George Martin ist nett, aber ich habe sie genau einmal im Leben gehört, was zeigt, wie wenig mich das begeistert. Die A-Seite bietet mit Yellow Submarine und All you need is love zwei von anderen LPs bekannte Lieder und kommen daher nicht in die Wertung, bleiben noch vier Lieder, die allesamt Left-over waren (bei All together now bin ich mir nicht sicher), man könnte auch sagen: Resterampe.

Die vier Songs finde ich gar nicht schlecht. Only a nothern song ist ein Überbleibsel von Sgt. Pepper und ist eine coole psychedelische Nummer; sie schlägt den veröffentlichten Harrison Beitrag Within without you um Längen. Hey Bulldog ist ein richtig geiler Rock Song, mit coolen Riff (sagt man das so, wenn es das Klavier spielt) und ein absoluter Höhepunkt des Albums. Sehr geil wie Lennon die Nummer rausrotzt. All together now ist ein Kinderlied von McCartney, welches der Tiefpunkt der A-Seite darstellt. It's all too much liegt eigentlich keine große musikalische Idee zugrunde, aber zu hören, wie sich die Nummer immer weiter aufbaut, macht Freude.

12. Please please me

Das Debüt. Es hat ganz ohne Frage einen rohen Charme, aber wie fast immer auf Beatles Alben sind die Cover reine Zeitverschwendung und das macht hier fast die Hälfte der Songs aus. Ausnahmen von dieser Regel sind Baby it's you und das von Lennon gebellte Twist and Shout. Die Lennon / McCartney Lieder haben dazu noch nicht die Klasse und Raffinesse, die sie wenig später haben sollten, auch wenn I saw her standing there eine cooler straighter Rock 'n' Roll Song ist.

11. With the Beatles

Die ersten drei Nummern (It won't be long, All I've got to do, All my loving) sind ganz großes Kino und wenn das Album nur halbwegs es schaffen würde, dieses Niveau zu halten, es wäre ein Jahrhundertalbum. Danach kommt dann aber nur noch wenig, was wirklich Freude bereitet. Mit Mr. Postman haben die Beatles die ultimative Version dieser Nummer geschaffen und I wanne be you man ist noch ein simpler Rocker, der ganz nett ist. Das war es dann aber auch schon.


10. Beatles for sale

Auch hier sorgen die Cover für wenig Freude (Ausnahme: Rock'n'Roll Music), aber im Gegensatz zum Original gibt es mit No reply, I'm loser, every little thing (ein vergessenes Juwel) und Eight days a week vier echte Meisterwerke aus der Songschmiede Lennon / McCartney. Mit Baby's in black, What you're doing und I'll follow the sun gibt es dazu noch drei hübsche Fingerübungen aus der zweiten Reihe.

wird fortgesetzt...
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22 Jul 2019 00:06 #922878 von Honeybee
Honeybee antwortete auf Beatles Alben "gerankt"
Ist mir jetzt mal wurscht was ihr hier über einzelne Beatles-Alben zu sagen habt. Ich will nur mal mein persönliches Empfinden zu dieser Boygroup loswerden:

Als Teenager habe ich sie gerne gehört. Es war eingängige Musik, die zu Ohrwürmern neigte, tanzbar war und aufgrund der oftmals seichten Texte von jedermann mitgeträllert werden konnte. (Ich weiß, dass sie auch schwerere Kost und musikalisch sehr anspruchsvolle Sachen gemacht haben).
Ich bin bei den Beatles eher an der Oberfläche geblieben weil sie mich nie gepackt haben. Ich war in keinen Musiker der Band verknallt und mich hat nicht ein Song so sehr berührt, dass ich sie als herausragend empfunden hätte.
Irgendwie war das für mich angestaubte Partymusik, die halt überall mal zu hören war, aber nie zu meiner wurde. Auch heute finde ich retrospektiv die Stimmen nicht sehr mitreißend. Ehrlich gesagt, kann ich den damaligen Hype um die Beatles nicht nachvollziehen. Die Revolution war bereits rum, so dass ich sie auch hier nicht mehr einreihen würde. Was war so toll an denen?

Would you sign me an autograph? - Sure, Honey!

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22 Jul 2019 11:00 - 22 Jul 2019 11:56 #922883 von Atomic Powered Poster
Atomic Powered Poster antwortete auf Beatles Alben "gerankt"
Dass der ursprüngliche Erfolg der Beatles viel mit "die richtigen Typen zur richtigen Zeit mit den richtigen Mechanismen im Hintergrund (Label)" zusammen hing, das ist klar. Dass das dann auf einen junge Honigbiene Jahrzehnte später nicht mehr diesen Eindruck macht ebenso. Ich wage mich mal an einen Versuch dir die Frage was an den Beatles so toll ist zu beantworten, mich dabei nur auf die musikalischen Aspekte zu beschränken. Andere Punkte die zur Mythenbildung beitrugen (Vermarktung, Charaktere, Einfluss, rechtzeitige Auflösung etc) lasse ich dabei mal außen vor.

1) Unmittelbarkeit:

schon als ganz kleiner Hosenscheißer entdeckte ich in der (nicht wahnsinnig umfangreichen oder gut sortierten) Plattensammlung meines Vaters einige Beatles LPs. Die waren packender, dringlicher und gleichzeitig zugänglicher als alles andere was dort schlummerte. Geht sofort ins Bein und ins Ohr, das gilt natürlich auch für andere Künstler, aber:

2) individueller Stil

gerade der Umstand, dass die Beatles keine instrumentalen Virtuosen waren, der sorgt dafür, dass sie einen eigenen, einen widererkennbaren Sound hatten. Ich hatte mich hier kürzlich schon über den großartigen Sound von Ringo ausgelassen, der oft sträflich unterschätzt wird. Zudem finde ich, anders als du, durchaus, dass Lennon und McCartney tolle Sänger waren, McCartney zudem auch noch ein sehr variabler. Die Beatles werden als Interpreten von Klugscheißern gerne belächelt, aber das ist Bullenscheiße Viele Coverversionen ihrer Songs sind technisch besser, aber nicht selten weniger auf den Punkt gespielt, weniger bissig und klingen austauschbar. Etwas, dass bei den Originalen nur selten vorkommt.

3) Bandbreite

Variabel war nicht nur McCartneys Gesang, sondern eben auch die Musik. Die Beatles erfanden zwar deutlich weniger als ihnen von manch einem hörigen Fan unterstellt wird, assimilierten allerdings vieles was zu ihrer Zeit im Underground brodelte und machten es akzeptabel für den Mainstream. Das machte ihre Musik sicherlich spannender. Zudem ist es ja nicht so, dass sie irgendwelchen Liedern eine bestimmte Stilistik überstülpen, so wie es viele Bands machen, die auch mal ein bisschen nach Abwechslung klingen wollen, sondern dass die Songs kompositorisch, also z.B. in Sachen Harmonien, diesen Stilen entsprechen.

4) Harmonien

Die Songs der Beatles sind mMn auch deshalb so interessant, und bleiben so lange hörbar, weil sie ausgetrampelte Lehren der Harmonielehre verlassen. Ungewöhnliche Akkorde, ungewöhnliche Tonfolgen gibt es in ihren Songs jede Menge. Und das eben ohne, dass die Eingängigkeit der Songs darunter leiden würde. An der Oberfläche simpler Pop, aber eben solcher den man, aufgrund des cleveren Unterbaus, nur schwer kaputt bekommt. Ähnlich erklärt sich für mich übrigens die Langlebigkeit von ABBA. Glänzende Oberfläche, jede Menge musikalischer Substanz dahinter. Das hören die meisten Leute nicht bewusst raus, aber man empfindet die Musik trotzdem, gerade bei mehrfachem Hören, als gehaltvoller, weniger abgenutzt als tatsächlich einfach gestricktes Chartfutter.
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22 Jul 2019 20:36 - 22 Jul 2019 23:56 #922892 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Beatles Alben "gerankt"
Alle Alben, die jetzt bei mir noch folgen, sind in meinem Augen mindestens gut und es sind Kleinigkeiten, die hier den Ausschlag geben.

09. A hard days night

Das erste Beatles Album, in welchem alle Songs von Lennon / McCartney stammen und es ist ein gutes Album. Ich weiß, dass viele das Album höher einschätzen, aber ich finde viele der Songs nicht so ergreifend und berührend wie die Lieder auf späteren LPs. Klassikerstatus haben für mich neben dem Titelsong, And I love her, Any time at all, Can't buy me love und I'll be back. Der Rest ist keinesfalls übel, aber eben nicht auf dem ganz hohen Niveau.

08. Let it be

Wenn die Beatles großartig sind, dann sind sie großartig und es gibt einige überragende Lieder hier zu entdecken. Allerdings hat das Album auch jede Menge Füllmaterial (Dig a pony, Dig it, Maggie May, One after 909, For you blue), die teilweise die Spontanität der Aufnahmesession transportieren sollen. Im begleitenden Film ist das in Ordnung, aber auf Platte ist das ein sehr befremdliches Hörvergnügen. Dig it ist nicht mehr als eine rudimentäre Songidee, bei welcher Lennon das singt, was ihm gerade in den Sinn kommt. One after 909 ist ein uralter Lennon / McCartney Song, den die Beatles bis dato als viel zu schwach angesehen haben, um ihn zu veröffentlichen. For you blue ist ein Fingerzeig, welches mediokre Material man später zuhauf auf Harrisons Solo Alben finden wird - neben großartigem Liedern natürlich.

Auf der anderen Seite kann eine LP, die mit Knallern wie Get back, Let it be, The long and winding road oder Two of us aufwarten kann, natürlich keine wirklich schlechte Scheibe sein.

07. Help

Der zweite Film war zwar der schlechtere Streifen, hatte dafür aber den besseren Soundtrack. Zwar fügt sich das Cover Act naturally nicht gut in das Gefüge des Albums, aber der Rest weiß größtenteils zu gefallen. Mit Help, Ticket to ride und You've got to hide your love away (und wer es mag auch Yesterday) sind sogar richtig geile Songs on board.
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30 Aug 2019 22:50 - 30 Aug 2019 23:22 #924824 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Beatles Alben "gerankt"
06. Sgt. Pepper

Oftmals wird der LP der Rang des besten Albums aller Zeiten zugesprochen. Nun sollte man solche Listen nicht zu ernst nehmen und wie alles im Leben ist das auch Geschmacksache. Ich glaube allerdings, dass die Lobeshymnen für Sgt. Pepper zuallererst dem überschätzten Konzept und der herausragenden Leistungen von Martin und Emerick zu verdanken sind. Produktionstechnisch war Sgt. Pepper sicherlich ein wichtiges Album, welches auf beeindruckende Weise zeigte, was auch im Popbereich alles möglich ist.

Dennoch möchte ich hier nicht den Eindruck erwecken, als ob es keine fantastischen Stücke auf der Scheibe gäbe. Die gibt es natürlich. With a little help, getting better, She's leaving home (mein Lieblingslied der LP), When I'm 64, Lovely Rita und dem krönenden Abschluss A day in the life haben schon ein hohes Maß an Qualität. Allerdings sei angemerkt, dass man bei A day in the life zwei Fragmente zusammengefügt hat, die nicht im geringsten zusammenpassen. Durch den zweifach eingefügten Orchesterorgasmus hat man es allerdings auf clevere Art und Weise geschafft, dass es gar nicht so stark auffällt.


05. Magical Mystery Tour

Die amerikanische Plattenfirma hat diese LP geschaffen, die es nach dem Willen der Band nie gegeben hätte. Capitol hat die Songs der Doppel-EP auf eine Seite und Lieder von diversen Singles auf die B-Seite gepackt. Damit hat Capitol in etwa das erreicht, was die Bonus Songs auf vielen Elvis Soundtracks bewirkt haben, die Platte wird extrem aufgewertet.

MMT ist keine schlechte EP. Zwei herausragende Songs in Form des Titelstücks und Lennons psychedelisches Meisterwerk I'm the walrus (wobei George Martins Streicherarrangement absolut das Lied bereichert) plus zwei nette McCartney Stücke, namentlich Fool on the hill und you mother should know, ist keine üble Ausbeute. Im Kontext des Gesamtwerkes würde die Scheibe aber doch deutlich weiter unten landen als die LP, nicht zuletzt dank Flying und Blue jay way, welche reines Füllmaterial sind.

Die solide erste Seite wird dann aber noch ergänzt um Hello Goodbye mit seiner unwiderstehlichen Melodie, dem nicht weniger verführerischen All you need is love, das zeigte, dass Lennon immer noch Pop beherrschte. Dazu dann noch die zwei Lieder einer der besten Singles aller Zeiten (Strawberry Fields forever und Penny Lane). Für mich zählt die zweite Schallplattenseite von MMT mit zum Besten, was je auf Vinyl gepresst wurde.

04. Revolver

George Harrison bezeichnete dieses Album mal als eine Art Fortsetzung von Rubber Soul. Ich glaube APP hat sich ähnlich geäußert in seinem Video (?).

Ich habe das nie so empfunden. Ganz im Gegenteil. Für mich haben die Beatles von keinem Album zum nächsten eine solche starke Weiterentwicklung durchlaufen, wie von Rubber Soul hin zu Revolver. Diese LP markiert für mich den Wendepunkt in der Karriere der Beatles, in welcher McCartney Lennon den Rang als Komponist endgültig abläuft. Es ist nicht so, dass Lennon hier oder auf späteren Alben nichts mehr großartiges zustande gebracht hätte, hat er, aber die Mehrzahl der Klassiker kommt von nun an aus McCartneys Feder. Das war in den ersten Jahren noch umgekehrt.

Besonders beindruckend finde ich die Vielseitigkeit von Paul: Here, there and everywhere; Got to get you into my life; Yellow submarine; For no one; Eleonor Rigby; Good day Sunshine (plus die Single Paperback writer) stammen alle vom gleichen Autor und klingen total unterschiedlich. Die Formel der Anfangsjahre, die die Beatles gefunden hatten, war nun endgültig einer formelbefreiten Diversität gewichen, wie sie nur die ganz großen zustande bringen - zumal die Lieder auch noch mit zum betörendsten gehören, was je auf Vinyl gepresst wurde.

Doch auch Lennon vermag mit I'm only sleeping und dem genialen Tomorrow never knows zu glänzen. Eigentlich fällt es mir schwer zu bestimmen, was Tomorrow für mich so großartig macht. Sicherlich ist die Produktion interessant, aber vor allem dürfte es diese hypnotische Monotonie unterstützt von Ringos großartigem Schlagzeugpattern sein. Harrison kann mit dem Opener immerhin eine tolle Nummer beisteuern, sorgt ansonsten durch I want to tell you und Love you too zusammen mit Lennons Dr. Robert und She said aber auch eher für die schwächeren Momente.

Doch selbst die weniger lichten Momente sind nicht wirklich schlecht, sodass wir hier von einer der besten Alben aller Zeiten sprechen.
Letzte Änderung: 30 Aug 2019 23:22 von Earth Boy.
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08 Okt 2019 21:38 #926149 von Donald
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Wann geht es hier weiter?
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09 Okt 2019 10:21 #926154 von Earth Boy
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Irgendwann demnächst! :up:
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13 Okt 2019 19:51 #926396 von Earth Boy
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Vielleicht ist Revolver mit Platz vier doch ein wenig zu schlecht weggekommen...:brain: Aber das ist die Krux der letzen vier Alben. Jedes für sich, könnte bei mir auf Platz 1 stehen und in der Tat wechselt das auch von Zeit zu Zeit ab, welches gerade mein Lieblingsalbum der vier Pilzköpfe ist.

3. The Beatles

Ein Album wie eine Achterbahn und in seiner Gesamtheit auch schwer hörbar. Nicht nur, dass vieles sehr unterschiedlich ist, auch sind einige Songs (Revolution 9, Wild honey pie) selbst mit dem Attribut Füllmaterial noch zu gut beschrieben. Doch selbst jenseits dieser zwei Maximalausreißer nach unten gibt es doch einiges, was nicht den ganz hohen Ansprüchen genügt oder, wie es Harrison ausdrückt, die man besser vom Album geworfen hätte.

Warum ist das Album dann bei mir soweit oben platziert?

Weil die geilen Songs dieser Do-LP so reichlich sind, dass sie locker eine ganze LP füllen, die die meisten anderen Alben der Liverpooler auf die hinteren Plätze verweisen würde und selbst bei dem verbleibenden Rest sind doch einige Songs, die ich mag, auch wenn ich sie nicht sensationell finde. Dass darüber hinaus dann auch noch einiges an Müll sich auf dem Album tummelt, wertet es für mich nicht ab, schließlich bekomme ich viel mehr an Musik als auf irgend einem anderen Beatles Album. Kann man natürlich auch anders sehen, denn ein Album besteht nun mal aus allen Songs, ist aber nicht meine Sicht der Dinge.

Gerade mal auf die Schnelle eine Liste der Songs erstellt, die ich auf einer Einzel-LP haben wollte und die die Zeitgrenze von 45 Minuten achtet und nicht mehr als 14 Songs beinhaltet, so wie damals üblich.Wobei es sich hier um die Single Version von Revolution handelt.



Selbst bei dieser Liste fehlen mir dann doch noch Songs wie Honeypie, Cry Baby cry, Good night, I will oder Julia um nur ein paar zu nennen. Es ist schon wahnsinn, welch ein Füllhorn an großartigen Songs die Beatles hier zustande gebracht haben.

Auch der Umstand, dass die Songs so vielseitig sind und so viele Stile bedienen, macht es für mich zum interessantesten Album der Band.

2. Abbey Road

Das vielleicht rundeste, zeitloseste, was die Produktion anbelangt und möglicherweise gar das perfekteste Album der Beatles. Im Gegensatz zu den anderen Alben gibt es hier keinen Song, den ich richtig schlecht bzw. schwach finde. Das bedeutet nicht, dass ich hier alles gleich stark finde. Die Lennon Beiträge I want you, Mean Mr. Mustard und Sun King fallen für mich schon ein wenig ab. Zwar finde ich I want you eigentlich eine geile Nummer, nur wird das bisschen Idee an Melodie und Text beinahe 8 Minuten ausgewalzt - eindeutig zu viel des Guten. Sun King hingegen ist zum einen mächtig an Albatross von Fleetwood Mac angelehnt und ansonsten erfüllt es eine Brückenfunktion von einem Lied zum anderen.

Davon abgesehen gibt es hier aber Haufenweise Wahnsinnssongs zu hören, angefangen von Lennons funky Come together über Harrisons Pop-Perle Here comes the sun bis zum krönenden Abschluss von McCartneys Medley: Golden Slumber-Carry that weight-The end. Es ist dies das einzige Album der Band, auf dem alle vier Beatles als Komponisten zu strahlen vermochten, selbst Ringo, der mit Octopus's Garden seinen besten Beatles Song verfasste.

Noch ein kleiner Hinweis zu Abbey Road. Bis dato war eigentlich nur bekannt, dass irgendwie alle wussten, dass Abbey Road das letzte Album sein würde, auch wenn es nicht so offen kommuniziert wurde. Der Beatles Experte Lewisohn machte vor wenigen Wochen öffentlich, dass er ein Band besitzt, in welchem die Beatles (ohne Ringo, für den das Band gedacht war) über ihre weitere Zukunft diskutieren.

we hear John suggesting that each of them should bring in songs as candidates for the single. He also proposes a new formula for assembling their next album: four songs apiece from Paul, George and himself, and two from Ringo – “If he wants them.” John refers to “the Lennon-and-McCartney myth”, clearly indicating that the authorship of their songs, hitherto presented to the public as a sacrosanct partnership, should at last be individually credited. Then Paul – sounding, shall we say, relaxed – responds to the news that George now has equal standing as a composer with John and himself by muttering something mildly provocative. “I thought until this album that George’s songs weren’t that good,” [...] There’s a nettled rejoinder from George: “That’s a matter of taste. All down the line, people have liked my songs.”

Quelle

1. Rubber Soul

Wer mein Ranking sich ansieht, wird bemerken, dass ich eher den späteren als den frühen Beatles zugetan bin. Nicht, dass ich die frühen Sachen nicht mag, ich mag vieles davon sogar sehr, aber von mir bevorzugt werden doch die komplexeren Songs und Arrangements. Dennoch ist Rubber Soul auf Platz eins.

Für mich die Perfektion des Stils der Anfangsjahre mit einigen Fingerzeigen, auf das, was danach folgen sollte. Seien es weniger direkt zugängliche bzw. anspruchsvollere Texte wie In my life bzw. Norwegian Wood oder der Einsatz Pop-Rock untypischer Instrumente wie die Sitar.

Trotz aller Hinweise auf die Spätphase sind für mich die meisten Lieder dennoch der Eingängig- und Popigkeit der Anfangsjahre verbunden. So bekommt man perfekte Popmusik serviert in Form von Drive my car, Nowhere man oder If I needed someone und mit In my life die für mich schönste Beatles Ballade überhaupt. Als Schwachpunkte sehe ich lediglich What goes on und Think for youself an.

Rubber Soul ist ein herausragendes Beispiel für Mitt-60er Jahre Pop und eines der besten Alben aller Zeiten.

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14 Okt 2019 00:45 #926406 von Atomic Powered Poster
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Hier übrigens mal meine White Album Spotify Playlist:


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14 Okt 2019 00:48 #926407 von Atomic Powered Poster
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Atomic Powered Poster schrieb: Dass der ursprüngliche Erfolg der Beatles viel mit "die richtigen Typen zur richtigen Zeit mit den richtigen Mechanismen im Hintergrund (Label)" zusammen hing, das ist klar. Dass das dann auf einen junge Honigbiene Jahrzehnte später nicht mehr diesen Eindruck macht ebenso. Ich wage mich mal an einen Versuch dir die Frage was an den Beatles so toll ist zu beantworten, mich dabei nur auf die musikalischen Aspekte zu beschränken. Andere Punkte die zur Mythenbildung beitrugen (Vermarktung, Charaktere, Einfluss, rechtzeitige Auflösung etc) lasse ich dabei mal außen vor.

1) Unmittelbarkeit:

schon als ganz kleiner Hosenscheißer entdeckte ich in der (nicht wahnsinnig umfangreichen oder gut sortierten) Plattensammlung meines Vaters einige Beatles LPs. Die waren packender, dringlicher und gleichzeitig zugänglicher als alles andere was dort schlummerte. Geht sofort ins Bein und ins Ohr, das gilt natürlich auch für andere Künstler, aber:

2) individueller Stil

gerade der Umstand, dass die Beatles keine instrumentalen Virtuosen waren, der sorgt dafür, dass sie einen eigenen, einen widererkennbaren Sound hatten. Ich hatte mich hier kürzlich schon über den großartigen Sound von Ringo ausgelassen, der oft sträflich unterschätzt wird. Zudem finde ich, anders als du, durchaus, dass Lennon und McCartney tolle Sänger waren, McCartney zudem auch noch ein sehr variabler. Die Beatles werden als Interpreten von Klugscheißern gerne belächelt, aber das ist Bullenscheiße Viele Coverversionen ihrer Songs sind technisch besser, aber nicht selten weniger auf den Punkt gespielt, weniger bissig und klingen austauschbar. Etwas, dass bei den Originalen nur selten vorkommt.

3) Bandbreite

Variabel war nicht nur McCartneys Gesang, sondern eben auch die Musik. Die Beatles erfanden zwar deutlich weniger als ihnen von manch einem hörigen Fan unterstellt wird, assimilierten allerdings vieles was zu ihrer Zeit im Underground brodelte und machten es akzeptabel für den Mainstream. Das machte ihre Musik sicherlich spannender. Zudem ist es ja nicht so, dass sie irgendwelchen Liedern eine bestimmte Stilistik überstülpen, so wie es viele Bands machen, die auch mal ein bisschen nach Abwechslung klingen wollen, sondern dass die Songs kompositorisch, also z.B. in Sachen Harmonien, diesen Stilen entsprechen.

4) Harmonien

Die Songs der Beatles sind mMn auch deshalb so interessant, und bleiben so lange hörbar, weil sie ausgetrampelte Lehren der Harmonielehre verlassen. Ungewöhnliche Akkorde, ungewöhnliche Tonfolgen gibt es in ihren Songs jede Menge. Und das eben ohne, dass die Eingängigkeit der Songs darunter leiden würde. An der Oberfläche simpler Pop, aber eben solcher den man, aufgrund des cleveren Unterbaus, nur schwer kaputt bekommt. Ähnlich erklärt sich für mich übrigens die Langlebigkeit von ABBA. Glänzende Oberfläche, jede Menge musikalischer Substanz dahinter. Das hören die meisten Leute nicht bewusst raus, aber man empfindet die Musik trotzdem, gerade bei mehrfachem Hören, als gehaltvoller, weniger abgenutzt als tatsächlich einfach gestricktes Chartfutter.


Geiles, atombetriebenes Posting. :up: :wub: :ergeben:

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14 Okt 2019 09:01 #926408 von Earth Boy
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