file Phil Spector

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21 Apr 2007 19:29 #580279 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Phil Spector
Das Album "Let it be" ist ja zwischenzeitlich auch "unplugged" erschienen, also ohne Spectors Bombast-Arrangements.

Ich wundere mich nur über eins: Spector ist dafür bekannt, dass er Bombast abliefert; er prägte schließlich den Begriff "Wall of Sound". Wenn man ihn ein Album produzieren lässt, muss man sich nicht wundern, dass er dann auch auf seine Weise arbeitet. Die Jungs hätten ja auch weiter bei George Martin bleiben können. Wie sagt man so schön? Never change a winning team!

Letztendlich spiegeln das Album und die Umstände der Produktion doch nur das zu diesem Zeitpunkt bereits offensichtliche Zerwürfnis der Beatles, das ja auch kurz danach zur Trennung geführt hat. Und wenn man auf den Filmaufnahmen der Einspielung von "Let it be" Yoko Ono in der Ecke sitzen sieht, weiß man auch, warum.

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21 Apr 2007 19:54 #580282 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Phil Spector

Ich wundere mich nur über eins: Spector ist dafür bekannt, dass er Bombast abliefert; er prägte schließlich den Begriff "Wall of Sound". Wenn man ihn ein Album produzieren lässt, muss man sich nicht wundern, dass er dann auch auf seine Weise arbeitet.

Wie gesagt, für das Anheuern von Spector waren Harrison und Lennon verantwortlich und die waren offensichtlich zufrieden, denn beide haben mit ihm bei ihren Soloalben gearbeitet.

Der einzige der offensichtlich unzufrieden war, war McCartney und der hat ihn auch nicht engagiert.

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21 Apr 2007 20:03 #580284 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Phil Spector
Genau das zeigt ja auch das Zerwürfnis der Band - die Entscheidung über einen Produzenten sollte die Band eigentlich gemeinsam und einstimmig fällen.

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21 Apr 2007 21:53 #580296 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Phil Spector

Das Album "Let it be" ist ja zwischenzeitlich auch "unplugged" erschienen, also ohne Spectors Bombast-Arrangements.

Ich wundere mich nur über eins: Spector ist dafür bekannt, dass er Bombast abliefert; er prägte schließlich den Begriff "Wall of Sound". Wenn man ihn ein Album produzieren lässt, muss man sich nicht wundern, dass er dann auch auf seine Weise arbeitet. Die Jungs hätten ja auch weiter bei George Martin bleiben können. Wie sagt man so schön? Never change a winning team!

Letztendlich spiegeln das Album und die Umstände der Produktion doch nur das zu diesem Zeitpunkt bereits offensichtliche Zerwürfnis der Beatles, das ja auch kurz danach zur Trennung geführt hat. Und wenn man auf den Filmaufnahmen der Einspielung von "Let it be" Yoko Ono in der Ecke sitzen sieht, weiß man auch, warum.

Was ich ganz interessant finde: Nach der Veröffentlichung von Let It Be ... Naked war eigentlich die mehr oder weniger einhellige Meinung (selbst unter Beatles-Fans), dass die Originalversion vorzuziehen sei. Plötzlich merkten alle, wieviel die Platte der Spector-Produktion schuldete ...

Zum Zerwürfnis der Band zu dem Zeitpunkt. Vor einiger Zeit habe ich die Beatles Anthology angesehen. Meine Fresse, was hatten die sich da in den Haaren. Ich war ziemlich überrascht, was für eine Zicke George sein konnte und wie völlig unfähig Paul war, damit umzugehen bzw. überhaupt Kritik zu begegnen. Er hielt sich wohl für den Macher in der Band und schien ehrlich perplex, als er dann von George derartig angefahren wurde. Die waren echt am Ende zu dem Zeitpunkt. Finde ich übrigens eine gute Beobachtung, dass sich derartige Dinge auch - eigentlich ja wohl erstmalig, oder? - in der Musik widerspiegelten ... Mir war so gar nicht bewusst, dass George Martin bei dem Projekt wirklich aus dem Rennen war und sie somit irgendwie mit einer Tradition brachen.

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21 Apr 2007 22:59 #580302 von Kai
Kai antwortete auf Phil Spector
Habe mal eine Frage zum Spector Album "A Christmas Gift For You". Als es Anfang der 90'er endlich auf CD rauskam, war das im Rahmen einer 4 CD Box unter dem Motto "Back To Mono". Was wollte Phol Spector damit bezwecken? Die Songs wurden ja wohl von ihm selbst Remastert und in Mono veröffentlicht. Tat er das weil er der Meinung war Mono kommt bei seinen Songs besser rüber oder wurden die Lieder insgesamt im Original nur in Mono aufgezeichnet. Von den wirklich sehr gutem Christmas Album habe ich mal gehört das es ursprünglich in Stereo aufgenommen wurde, was bei den tollen Effekten während der Songs durchaus von Vorteil gewesen wäre. Es gab anscheinend Pressungen in Stereo, auf CD leider nur Mono. Mich interessiert ob P.S. sein Sound absichtlich in Mono zurückversetzt hat, was man aus dem Slogan schliesen könnte.

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22 Apr 2007 00:03 #580304 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Phil Spector

Habe mal eine Frage zum Spector Album "A Christmas Gift For You". Als es Anfang der 90'er endlich auf CD rauskam, war das im Rahmen einer 4 CD Box unter dem Motto "Back To Mono". Was wollte Phol Spector damit bezwecken? Die Songs wurden ja wohl von ihm selbst Remastert und in Mono veröffentlicht. Tat er das weil er der Meinung war Mono kommt bei seinen Songs besser rüber oder wurden die Lieder insgesamt im Original nur in Mono aufgezeichnet.

Das ist nicht so sehr die Frage. Die Frage ist bzw. war damals, ob die Musik für die Veröffentlichung in Mono oder in Stereo gemischt wurde. Mit gewissen Ausnahmen (u. a. Bill Porters "Live-To-Stereo"-Aufnahmen sind so eine Ausnahme) wurde und wird Musik immer nur in Mono aufgenommen: Jedes Instrument wird auf eine eigene Spur aufgezeichnet. Damals auf Tonband, heute digital. Erst in einem zweiten Schritt wurden / werden diese verschiedenen Spuren dann miteinander vermischt und auf eine, zwei (oder heute auch mehr) Kanäle aufgenommen. Das Ergebnis ist dann entweder Mono (d. h. alle Signale befinden sich in einem einzigen Kanal) oder Stereo.

Der Begriff kommt vom altgriechischen Wort für "räumlich", "stereos". Dieser räumliche Klang kann durch zwei oder mehr gleichzeitig abgespielte Kanäle, die alle in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen müssen, erreicht werden. Für das Erreichen eines sog. Stereo-Panoramas müssen deshalb bei der Wiedergabe ganz bestimmte Vorgaben eingehalten werden. In vermutlich acht bis neun von zehn Fällen, in denen Menschen Musik hören, ist das wohl auch heute noch nicht der Fall.

Phil Spector war der Ansicht, dass (seine) Musik besser in Mono veröffentlicht werden sollte. Für das menschliche Gehör und den Vorgang der Reproduktion ist das sehr viel günstiger (s. oben: Bestimmte Vorgaben bei der Reproduktion müssen unbedingt eingehalten werden) und natürlicher (wenn du beispielsweise mit einem anderen Menschem im Gespräch bist, kommt das akustische Signal von einer Tonquelle, nicht von zweien, ist also gewissermaßen "mono"). Außerdem war damals nicht wirklich klar, wofür (2-Kanal-)Stereo eigentlich wirklich gut sein sollte? Das Radio war in Mono, die Jukeboxes waren Mono, die kleinen Plattenspieler, die Jugendliche besaßen, waren Monosysteme, Fernsehen war in Mono, alles war eigentlich Mono.

Dementsprechend mixten alle in Mono. Die Stereoversionen, die gleichzeitig veröffentlicht wurden, waren oft nur eine Zugabe und ein Zugeständnis an die technischen Neuerungen. Aber was die Leute damals hörten, waren eigentlich stets die Mono-Versionen. Selbst seitens der Musikindustrie wusste man nicht wirklich viel mit Stereo anzufangen. Bis teilweise Mitte der 70er Jahre veröffentlichten Plattenfirmen noch in Mono, Leute wie die Beatles oder Bob Dylan kontrollierten lange Zeit mur die Abmischung ihrer Musik in Mono, die Stereoausgaben machten dann andere, oftmals zu einem späteren Zeitpunkt. Stereo interessierte lange einfach niemanden. Stell es dir vielleicht vor, dass Stereo damals das war, was 5.1 heute ist. Viele Sachen erscheinen bereits so, aber kaum jemand hört es sich eigentlich wirklich an (im Verhältnis zur Masse der Hörer). In 40 Jahren wird vielleicht einmal jemand fragen: "Warum erschien das neue Album von dem und dem eigentlich nur in Stereo und nicht in Surround?" Und die Antwort wird sein: "Weil die Menschen damals zum allergrößten Teil eben nur 2-Kanal-Stereo hörten ..." :null:

So war es auch mit der Musik von Phil Spector. Das Publikum hörte Mono. Dementsprechend erschien seine Musik auf besagter Box eben historisch korrekt auch in dieser Form.

Von den wirklich sehr gutem Christmas Album habe ich mal gehört das es ursprünglich in Stereo aufgenommen wurde, was bei den tollen Effekten während der Songs durchaus von Vorteil gewesen wäre. Es gab anscheinend Pressungen in Stereo, auf CD leider nur Mono. Mich interessiert ob P.S. sein Sound absichtlich in Mono zurückversetzt hat, was man aus dem Slogan schliesen könnte.

Der Slogan "Back To Mono" geht zurück auf eine Kampagne von Spector Anfang der 70er Jahre. Damals forderte er gewissermaßen von der Musikindustrie, man solle zu Mono zurückkehren. Es gab entsprechende Buttons (ein solches Exemplar lag als kleine Zugabe auch dem von dir erwähnten Boxset bei), und es gibt meines Wissens auch ein Bild, auf dem George Harrison diesen Button trägt.

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22 Apr 2007 01:32 #580312 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Phil Spector

Zum Zerwürfnis der Band zu dem Zeitpunkt. Vor einiger Zeit habe ich die Beatles Anthology angesehen. Meine Fresse, was hatten die sich da in den Haaren.[...]Finde ich übrigens eine gute Beobachtung, dass sich derartige Dinge auch - eigentlich ja wohl erstmalig, oder? - in der Musik widerspiegelten ...

Ich glaube nicht, dass es dies bei den Beatles erstmalig in der Popmusik gab. Schau Dir nur mal die Kontroversen innerhalb der Beach Boys an, als Brian Wilson anfing, von der erfolgserprobten Formel abzuweichen. Dies führte dann zu Kompromissen bei den Songs, z. B. die Textänderungen von Hang on to your ego. Oder die Smile Sessions, die er irgendwann nicht mehr zu Ende führte. Auch wenn die Gründe hierfür vielschichtiger sind, als Auseindandersetzungen innerhalb der Band.

Auch ist das mit der Abwesenheit von George Martin nicht so eindeutig. Laut Lewisohn gibt es Tapes, auf denen seine Stimme zu hören ist, auf vielen aber eben nicht. Das würde auch erklären, wieso sich die ganzen Sessions so wenig zielgerichtet gestalteten und am Ende die Beatles nicht darauf einigen konnten, ob sie aus den Aufnahmen ein Album erstellen sollten und wenn ja welche Gestalt es annehmen sollte.

Was wohl erstmalig geschah war, dass sich eine Band beim Auseinanderbrechen filmen ließ und dies dann sogar noch veröffentlichte. Ein Übriges taten dann die Anthology DVDs, in welchen die Beatles doch recht offen über ihre Streitereien von damals sprachen.

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22 Apr 2007 01:54 #580324 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Phil Spector

Was ich ganz interessant finde: Nach der Veröffentlichung von Let It Be ... Naked war eigentlich die mehr oder weniger einhellige Meinung (selbst unter Beatles-Fans), dass die Originalversion vorzuziehen sei. Plötzlich merkten alle, wieviel die Platte der Spector-Produktion schuldete ...

Was ich erstaunlich finde ist, dass man nach der Veröffentlichung der dritten Anthology CD die unbearbeiteten Aufnahmen noch bejubelt hat.

In der Rezension im Rolling Stone schrieb man da noch pflichtgemäß:

Schade nur, dass man den größten Teil des "Let It Be"-Albums hier nicht in der von Phil Spector noch nicht verhunzten Ur-Fassung findet, sondern leider nur einzelne versprengte Aufnahmen wie "The Long And Winding Road"


Erst nach der Veröffentlichung des Naked Albums schlugen die Stimmen und Kritiken um. Auf einmal waren die unbearbeiteten Aufnahmen nicht mehr sakrosankt und das Ganze kam einem schon ein Stück weit vor wie bei des Kaisers neue Kleider.

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22 Apr 2007 02:25 #580346 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Phil Spector
Es ist ja heutzutage chic, ja, geradezu Pflicht, gegen aufwendige Produktionen zu sein. Irgendein Depp saüselt was zu einer schlecht gespielten Akustik-Gitarre, und alle Schwachmaten, die sich Musikkritiker nennen, loben das dann in den Himmel und tun so, als wäre die Musik neu erfunden worden. Irgendeiner hat damit mal angefangen, und alle plappern es nach. Die Arbeit, die Kunst, das Handwerk, nämlich ein richtiges, funktionierendes Arrangement zu schreiben, noch mit großem Orchester oder gar Chören, das hat dann keinen Wert mehr, offensichtlich, weil es keiner mehr wirklich beurteilen kann. Dabei ist es doch gerade heute, wo 90% alle Instrumente aus dem Computer kommen, eine wahre Wohltat, mal den Klangkörper eines echten Orchesters zu genießen. Es gibt nichts schöneres.

Was die Beatles speziell anbetrifft: Auch die Spector-Schelte ist ein reines Politikum. Zum einen war der Mann einfach so genial und erfolgreich, dass man nur darauf gewartet hat, ihm einen reinzuwürgen. Da er bei den Beatles selber umstritten war wegen deren Uneinigkeit, bot sich hier erstmals die beste Gelegenheit. Und auch hier hat irgendjemand damit angefangen, und alle haben es kritiklos nachgeplappert. Spector ist schuld, basta. Dass auf dem Album vier Hits drauf waren, die heute alle als Klassiker gelten, und zwar in der Version von Spector, wird dabei außen vorgelassen. Ebenso wird vergessen, dass auch schon George Martin Orchester und Bombast eingesetzt hat. Aber hier gilt die Regel: Wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht das selbe. Dem zurückhaltenden George Martin, den eigentlich damals kein Mensch kannte, hat man das zugestanden, aber dem Exzentriker Spector nicht.

Was ist schlimm daran, eine dramtische Ballade wie "The long and winding road" auch wie eine solche klingen zu lassen? McCartney hat das Spector-Arrangement - wie bereits erwähnt wurde - nicht nur live übernommen, sondern auch für seine Solo-Neuaufnahme in den 80ern für den Film "Give my regards to Broad Street" verwendet.

Fakt ist: Von dem ALbum "Let it be" wurden Abermillionen verkauft. Von der "Naked"-Fassung nicht.

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22 Apr 2007 04:37 #580394 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Phil Spector

Die Arbeit, die Kunst, das Handwerk, nämlich ein richtiges, funktionierendes Arrangement zu schreiben, noch mit großem Orchester oder gar Chören, das hat dann keinen Wert mehr, offensichtlich, weil es keiner mehr wirklich beurteilen kann. .


Wobei man bei Spector hinzufügen muss, dass nicht er die Arrangements geschrieben hat. Das war meistens Jack Nitzsche und die Beatles Sachen hat Richard Hewson für Spector arrangiert

Zum einen war der Mann einfach so genial und erfolgreich, dass man nur darauf gewartet hat, ihm einen reinzuwürgen.


Zumindest hatte man bei ihm eine immense Erwartungshaltung, weil er so erfolgreich war. Angeblich soll River deep, mountain high als massiver Flop angesehen worden sein, weil es in den U.S.A. kein großer Erfolg war, dabei erreichte die Single in England immerhin Platz 3, was ja nun auch nicht schlecht ist.

Und auch hier hat irgendjemand damit angefangen, und alle haben es kritiklos nachgeplappert.


Eine ganz schlimme Unsitte bei Kritikern. Bevor man eine eigene kontroverse Meinung vertritt, die man vielleicht sogar argumentativ verteidigen müsste, werden lieber allgemein akzeptierte Meinungen vertreten. Bei anderen wiederum ist es die blanke Unkenntnis, die zu solchen Aussagen führt.

Dass auf dem Album vier Hits drauf waren, die heute alle als Klassiker gelten, und zwar in der Version von Spector, wird dabei außen vorgelassen.


Das stimmt so nicht ganz. Auf der Past Master 2 sind die Single Versionen von Get Back und Let it be enthalten, die nicht von Phil Spector bearbeitet wurden, und beide unterscheiden sich von den Versionen auf dem Let it be Album. Allerdings finde ich in beiden Fällen die Album Version besser!

Ebenso wird vergessen, dass auch schon George Martin Orchester und Bombast eingesetzt hat.


Damit hast Du sicher recht, dennoch finde ich den Bombast von George Martin anders. Mir fehlen leider die Fachkenntnisse, um dies exakt auszudrücken, aber für mich hören sich die Arrangements von George Martin irgendwie „leichter“ an, sie sind weniger „überwältigend“ und fügen sich unauffällig in die Gesamtheit des Liedes ein. Wohingegen die Arrangements bei Spector immer sehr dominant sind.

Was ist schlimm daran, eine dramtische Ballade wie "The long and winding road" auch wie eine solche klingen zu lassen? McCartney hat das Spector-Arrangement - wie bereits erwähnt wurde - nicht nur live übernommen, sondern auch für seine Solo-Neuaufnahme in den 80ern für den Film "Give my regards to Broad Street" verwendet.


An sich steht es McCartney natürlich zu, ein Arrangement zu kritisieren, welches er nicht abgesegnet hat. Auf der anderen Seite, wirkt aus den von Dir und Dumb Angel bereits angeführten Gründen seine Kritik schon sehr merkwürdig.

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22 Apr 2007 12:31 #580421 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Phil Spector

Wobei man bei Spector hinzufügen muss, dass nicht er die Arrangements geschrieben hat. Das war meistens Jack Nitzsche und die Beatles Sachen hat Richard Hewson für Spector arrangiert

Bei Elvis hat Felton Jarvis auch nicht ein einziges Orchesterarrangement geschrieben, trotzdem kassiert er ganz alleine die Prügel dafür. Wobei es bei Elvis noch unfairer ist - passt einem der Orchester-Bombast nicht, ist Felton Jarvis schuld, aber findet man einen Song geil, betont man, dass ja eigentlich Elvis sein eigener Produzent war und Jarvis nur rumgesessen und nix gemacht hat.

Zumindest hatte man bei ihm eine immense Erwartungshaltung, weil er so erfolgreich war. Angeblich soll River deep, mountain high als massiver Flop angesehen worden sein, weil es in den U.S.A. kein großer Erfolg war, dabei erreichte die Single in England immerhin Platz 3, was ja nun auch nicht schlecht ist.

Und jetzt ist es ein Klassiker. So kann es gehen.

Das stimmt so nicht ganz. Auf der Past Master 2 sind die Single Versionen von Get Back und Let it be enthalten, die nicht von Phil Spector bearbeitet wurden, und beide unterscheiden sich von den Versionen auf dem Let it be Album. Allerdings finde ich in beiden Fällen die Album Version besser!

Ich habe nur die Original-Albem und die beiden Best-of-Doppelteile in rot und blau. Sind das andere Versionen? Das wusste ich nicht.

Damit hast Du sicher recht, dennoch finde ich den Bombast von George Martin anders. Mir fehlen leider die Fachkenntnisse, um dies exakt auszudrücken, aber für mich hören sich die Arrangements von George Martin irgendwie „leichter“ an, sie sind weniger „überwältigend“ und fügen sich unauffällig in die Gesamtheit des Liedes ein. Wohingegen die Arrangements bei Spector immer sehr dominant sind.

Ich weiß, was Du meinst, und stimme Dir voll und ganz zu. Bei George Martin ist das Arrangement der Diener des Songs, bei Spector gerne auch mal Selbstzweck. Und das sage ich wertfrei, weil ich beide Herangehensweisen in Ordnung finde, und vor beiden Herren würde ich mich vor Respekt geradezu auf den Boden werfen.

Übrigens: Kennst Du <a href='www.recordingthebeatles.com/' target='_blank'>das schon? Ein Kollege von mir hatte es neulich in der Hand und sagte, es sei der Hammer, ein absolutes Muss. Es beantwortet JEDE Frage um die Aufnahmen der Beatles, 10 Jahre Recherche, da wird selbst jede Steckverbindung detailliert beschrieben. Ich wünschte, sowas gäbe es von Elvis...

An sich steht es McCartney natürlich zu, ein Arrangement zu kritisieren, welches er nicht abgesegnet hat. Auf der anderen Seite, wirkt aus den von Dir und Dumb Angel bereits angeführten Gründen seine Kritik schon sehr merkwürdig.

Man kennt die Motive nicht. Eigentlich müssten Spectors Arrangements McCartney sogar gefallen haben, wenn man mal seinen Geschmack zugrunde legt. Vielleicht war es in Wahrheit gar nicht Spector, über den er sich aufgeregt hat, sondern Lennon und Harrison, und die ganze Art, wie es gelaufen ist.

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22 Apr 2007 19:19 #580507 von Colonel
Colonel antwortete auf Phil Spector

Fakt ist: Von dem ALbum "Let it be" wurden Abermillionen verkauft. Von der "Naked"-Fassung nicht.

Man muß aber auch fairer Weise ergänzen, daß die Beatles vor +/- 35 Jahren eben auch angesagter waren und es sich damals um eine NEUE Platte handelte, die nicht auschließlich von Fans gekauft wurden. Das sich heute die gleiche Platte (die sicherlich millionenfach schon bei den Leuten im Regal steht) nochmal so gut verkaufen läßt ist schon an sich unwahrscheinlich.
Selbst wenn heute alle Elvis 50s Scheiben nochmal in "astreinem living Stereo" auf den Markt kämen inklsuive einer Studio Aufnahme von Uncle Penn, Rock Around The Clock und einer Aufnahme zusammen mit den Beatles, würden sie nicht mehr die Verkaufszahlen erreichen wie in den 50s, als sich alles von ihm verkaufen ließ.... ;)

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22 Apr 2007 20:28 #580525 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Phil Spector

Ich habe nur die Original-Albem und die beiden Best-of-Doppelteile in rot und blau. Sind das andere Versionen? Das wusste ich nicht.

Ja, bei Get Back handelt es sich um eine komplett andere Version, die an einem anderem Tag aufgenommen wurde.

Let it be ist zwar im Grunde die gleiche Version, aber die Beatles haben dafür zwei verschiedene Soli aufgenommen, wobei das eine für die Single Version benutzt wurde und das andere für die Album Version.

Übrigens: Kennst Du <a href='www.recordingthebeatles.com/' target='_blank'>das schon?


Nein kannte ich noch nicht. Was für ein Hammer Buch!!! Mein erster Gedanke war ja, dass ein blutiger Laie wie ich nichts verstehen wird, weil das alles viel zu speziell ist, aber ich habe mir die Beispielseiten runtergeladen und muss sagen: das ist so gut erklärt, dass sogar ich das Meiste verstehe und neue Einblicke in die Aufnahmen der Beatles gewinne. Wirklich sensationell das Buch.

Allerdings sind mir 100 &#8364; zu teuer und da laut Homepage noch eine einfache Ausgabe erscheinen wird ohne die ganzen Zugaben, warte ich lieber darauf.

Danke für den Tipp! Das Buch muss ich mir kaufen.

Man kennt die Motive nicht. Eigentlich müssten Spectors Arrangements McCartney sogar gefallen haben, wenn man mal seinen Geschmack zugrunde legt. Vielleicht war es in Wahrheit gar nicht Spector, über den er sich aufgeregt hat, sondern Lennon und Harrison, und die ganze Art, wie es gelaufen ist.


Das ist auch meine Vermutung. Man darf auch nicht vergessen, dass diese Vorwürfe von Paul massiv vor allem in den ersten Jahren nach der Trennung geäußert wurden, als die Beatles in Rechtsstreiteren miteinander verwickelt waren und Solo Aufnahmen wie Johns How do you sleep? oder Interview Äußerungen für viel böses Blut gesorgt haben. Ich glaube man muss dies vor allem in diesem Kontext sehen.

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22 Apr 2007 20:33 #580527 von Wisdomy
Wisdomy antwortete auf Phil Spector

Für das Erreichen eines sog. Stereo-Panoramas müssen deshalb bei der Wiedergabe ganz bestimmte Vorgaben eingehalten werden. In vermutlich acht bis neun von zehn Fällen, in denen Menschen Musik hören, ist das wohl auch heute noch nicht der Fall.

Für das menschliche Gehör und den Vorgang der Reproduktion ist das sehr viel günstiger (s. oben: Bestimmte Vorgaben bei der Reproduktion müssen unbedingt eingehalten werden) und natürlicher (wenn du beispielsweise mit einem anderen Menschem im Gespräch bist, kommt das akustische Signal von einer Tonquelle, nicht von zweien, ist also gewissermaßen "mono").

Warum hat der Mensch dann 2 Ohren, und nicht nur Eines? 2 Augen, und nicht nur Eines? Mit einem Auge kein räumliches Sehen, mit einem Ohr kein räumliches Hören. Es geht nicht darum, ob ein Ton nur aus einer oder mehreren Ecken kommt. Es geht nicht um das gleichzeitige hören mehrerer Quellen, oder nur eines Tones. Es geht darum, lokalisieren zu können, WOHER ein Ton kommt. Das man mit 2 Ohren mehr hören kann, als mit Einem, ist nur ein logischer Nebeneffekt. Deiner Argumentation folgend bräuchten wir nur 1 Ohr. Da aber jeder Ton - um dein Beispiel aufzugreifen-, auch ein ursprünglich reiner Monoton, in einer natürlichen Umgebung stets auf Hindernisse prallt und so abgelenkt wird, und durch andere Schallquellen abgefälscht wird, ist es genau genommen kein Monoton, weil wir ihn mehrfach, und zeitlich versetzt, und abgefälscht hören, und zwar an jedem Ohr unterschiedlich, und so eine Lokalisation bzw. räumliches Hören möglich wird. Bewusst nehmen wir schon Verschiebungen von 1 ms wahr. Unbewusst, also ohne kognitive Beteiligung, sind das schon wenige ys. Daher ist eine Stereoaufnahme immer wesentlich natürlicher, als eine Monoaufnahme. Auch wenn du direkt vor einer Band, oder weit weg von ihr stehst, nimmst du den Ton nie Mono wahr. Wenn du eine Weile mit isloierten Kopfhörern eine saubere Monoaufnahme, vielleicht noch unterschiedliche Klänge gleichzeitig, ohne technische Ablenkung hörst, tun dir sehr bald die Ohren weh. Weil das eben NICHT natürlich ist.

Stereopanorama: Auch ein angenehmer Nebeneffekt, der nur mit 2 Ohren und in einem "Raum" möglich ist, den man herbeiführen kann, oder nicht. Manchen Aufnahmen geht es schlicht um Aufteilung der Töne im Spektrum Links bis Rechts, vor allem bei Aufnahmen ohne Hall. Andere wollen bewusst ein räumliches Klangerlebnis schaffen, indem sie Instrumente geschickt an einer bestimmten Stelle positionieren, dazu im Vordergrund oder im Hintergrund, und vor allem dazu mit Hall unterlegen. Der Panorama-Effekt tritt zwangsweise bei Hall ein. Weil Hall sich unkontrolliert im Raum verbreitet. Das nehmen wir als Natürlichkeit wahr, weil es gewohntes und gelerntes Alltagshören ist.

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22 Apr 2007 22:14 #580548 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Phil Spector

Warum hat der Mensch dann 2 Ohren, und nicht nur Eines? 2 Augen, und nicht nur Eines? Mit einem Auge kein räumliches Sehen, mit einem Ohr kein räumliches Hören.

Wir verfügen über ein Gehör, um (evolutionstechisch gesehen) den Säbelzahntiger hinter uns wahrnehmen (und dann möglichst schnell weglaufen) zu können, wenn es unser Sehsinn nicht kann. Und wir haben zwei Ohren, um ihn räumlich zu orten (und möglichst in die richtige Richtung zu fliehen). Ich stimme völlig überein mit dem, was du gesagt hast. Mir ging es aber darum, wie die Quelle eines akustischen Ereignisses beschaffen ist. Und das Brüllen des Säbelzahntigers kommt nun einmal von einer Quelle.

Zurück zur Musik: Ein Mono-Signal kann ich (mit meinen zwei Ohren) orten, egal wo im Raum ich mich und wo sich die Quelle befinde. Dort, wo ich es höre, ist auch die Quelle. Bei Stereo ist das anders. Das Prinzip der "phantom source", auf dem die Stereo-Wiedergabe basiert, funktioniert nur einem räumlich sehr eng abgesteckten Bereich. Sobald man man seinen Kopf nur gerinfügig (und wir sprechen hier über weniger Zentimenter [wenn man's ganz ernst nimmt über zwei oder drei]) aus dem sog. "sweet spot" herausbewegt, ist Stereo hinfällig.

Da 80-90% der Hörerinnen und Hörer sich kaum jemals in diesem "sweet spot" befinden (oder überhaupt ihre Anlage entsprechend aufgebaut haben), Musik nebenher beim Putzen, Spülen, Büglen, im Restaurant oder der Disco / im Club / im Konzert, im Auto oder sonstwo hören, erübrigt sich eigentlich das pauschale Lobpreisen von Stereo- ggü. Mono-Quellen. Phil Spector wusste das und mischte seine Musik aus diesem Grunde ausschließlich in Mono.

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