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28 Jan 2019 23:22 #917967 von Honeybee
Honeybee antwortete auf Elvis Singles Under Review
Milkcow Blues Boogie:

Bei mir ist es ja noch nicht allzu lange her, dass ich ihn erstmals gehört habe. Ich weiß, dass er mich hat aufhorchen lassen. Ich fand ihn ungewöhnlich und habe ihn bestimmt dreimal nacheinander abgespielt. Er sticht aus Elvis' frühem 50er-Repertoire heraus. Ich mag den Satz, den er von sich gibt bevor das Tempo gesteigert wird - und ich mag den Song mit seiner Eigenwilligkeit.

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29 Jan 2019 18:35 #917980 von Honeybee
Honeybee antwortete auf Elvis Singles Under Review
Earth Boy, du meintest, der Text bezieht sich auf eine Frau. Habe mir den mal zu Gemüte geführt - zum Teil geht es um eine Frau, aber ich glaube nicht durchgängig. Da kommt eine alte Milchkuh mit nachlassender Leistung drin vor...ähm...:down:

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29 Jan 2019 21:32 #917987 von Earth Boy
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Elvis der Frauenversteher :wub:

Wobei ich es so verstehe, dass er auf dem Trockenen sitzt, seitdem die Kuh weg ist. Let's milk it! :smokin:

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29 Jan 2019 21:44 #917994 von Honeybee
Honeybee antwortete auf Elvis Singles Under Review
Meinst du?

Okay, dann muss man Elvis zugute halten, dass er seine Songs nur sehr selten selbst geschrieben hat.

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29 Jan 2019 21:47 - 29 Jan 2019 21:47 #917996 von Earth Boy
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Klar. Ich würde auch nicht ernsthaft unterstellen, dass Elvis sich hier einen Kopf wegen des Textes gemacht hat.
Letzte Änderung: 29 Jan 2019 21:47 von Earth Boy.

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30 Jan 2019 18:35 #918017 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Elvis Singles Under Review
Die weiteren Postings finden sich hier und hier.
Earth Boy

Milkcow Blues Boogie 5/5* b/w You're a Heartbreaker 5/5*

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02 Feb 2019 11:56 - 02 Feb 2019 12:01 #918074 von DumbAngel
DumbAngel antwortete auf Elvis Singles Under Review
"Milkcow blues boogie" - der Wahnsinn! Elvis singt hier genauso vorwärts dreschend und manisch wie später (dann natürlich mit reiferer und vollerer Stimme) auf "Whole lotta shakin' going on" und "Got my mojo working", welches natürlich auch ähnliche Songs sind. Ich will behaupten, dass mit diesem Song zum ersten Mal bei Elvis das Fieber der schwarzen Gospelmusik aufscheint. Eine Performance für's Leben!
Allerdings, wie Guralnick in "The man who invented Rock'n'Roll" richtig schreibt, aufgrund des - megacoolen - Intros absolut nicht radio- und/oder jukeboxtauglich. Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, ob jemand anderes jemals die Eier hatte, so ein Intro auf eine A-Seite einer Single zu pressen. Sam, Elvis und die Boys waren hier mitten in einer der aufregendsten Phasen der amerikanischen Popmusik und diese Platte zeigt, dass sie dabei einen Riesenspaß hatten.


"You're a heartbreaker" ist natürlich weniger revolutonär als die A-Seite. Mit diesem Stück konnte man auf Radiospielzeit hoffen und auch die etwas konservativeren Hörer einbeziehen. Nichtsdestotrotz sind Elvis' Gesang und der Beat keinesfalls gezügelt. Schöne Countrynummer, aber auch zu Recht die B-Seite dieser Single.


5/5*



EDIT: Ich sah gerade die oben aufkommende Frag, worum es in "Milkcow blues boogie" geht. Elvis singt hier tatsächlich über seine Frau. Das Motiv, über den Partner mit Tieren als Metapher zu singen, war in Blues und Country durchaus üblich. Siehe auch "Hound dog" (das Original, nicht Elvis' Version) u. ä. Songs.
Letzte Änderung: 02 Feb 2019 12:01 von DumbAngel.
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02 Feb 2019 14:00 #918081 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Elvis Singles Under Review

Allerdings, wie Guralnick in "The man who invented Rock'n'Roll" richtig schreibt, aufgrund des - megacoolen - Intros absolut nicht radio- und/oder jukeboxtauglich. Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, ob jemand anderes jemals die Eier hatte, so ein Intro auf eine A-Seite einer Single zu pressen.


Ich bin mir sicher, dass ich irgendwo ein Interview mit Sam Phillips habe, in welchem er sich zu dem Intro äußert. Ich habe eben in meinem alten Graceland Magazinen gesucht, aber es nicht gefunden.

In meiner Erinnerung äußert sich Sam ungefähr so, dass man einige Zeit an dem Intro gearbeitet habe, da Sam sich der Tatsache bewusst war, dass ein solches Intro die Chancen eines Liedes gespielt zu werden, stark reduzieren konnte.

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02 Feb 2019 15:30 - 02 Feb 2019 15:32 #918083 von Atomic Powered Poster
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Explizit sexuelle Inhalte dürfen heute weitgehend barrierefrei in die Popwelt hinausposaunt werden - zu Elvis Zeiten mussten in Songs allerdings noch Äpfel von Bäumen geschüttelt,- oder eben Milchkühe gemolken werden, wenn das Thema Sex Phase war. Eine Nummer wie den Milkcow Blues Boogie hätte ein phantasieloser Zeitgenosse zumindest auf dem Papier vielleicht auch zu Elvis Zeiten für eine Ode an die Landwirtschaft halten können, allerdings lässt der Vortrag des aufstrebenden Sängers dann wirklich keinerlei Zweifel mehr an der wahren Thematik des Songs.

Das langsame, schlussendlich abgebrochene Intro ist dabei ein Augenzwinkern, gerichtet an die Eingeweihten, die coolen Halbstarken an die diese Nummer adressiert war. Ein Einbeziehen der Jungen, ein Scherz auf Kosten der Alten. Vielleicht auch eine Reminiszenz an "das" Vorspiel?

Es wirkt jedenfalls fast so, als würde im Übergang zwischen dem ironisch-sentimental vorgetragenen Intro und dem hart rockenden, sexuell aufgeladenen Hauptteil der Generationswechsel mal eben so, quasi nebenbei, verkündet.

Elvis Stimme klingt hier vollkommen überzeugend, ist voller Rock'n'Roll-Manierismen - die hier selbstverständlich noch keine waren.
Unser Mann befleißigt sich hier einer Vortragstechnik die man u.U. als "Schluckauf-Gesang" bezeichnen könnte - ein Stil der exemplarisch für das unbekümmerte, gut gelaunte steht, das den Rock'n'Roll damals im Kern ausmachte. Ein Aufatmen in der Strenge, dem Muff der zutiefst reaktionären 50'er Jahre.

Es ist ein im Grunde gradliniger Song den wir hier hören, die kleine Combo spielt straight, energetisch und unbekümmert nach vorne. Elvis Vortrag ist, wie oben angedeutet, ungemein verspielt. Wenn Elvis Stimme aus seinem wilden Hicksen ins Falsett kippt, dann klingt das so aufmüpfig wie lässig. Wenn man diese Aufnahme hört, dann könnte man meinen,dass damals jemand das Wort "Revolution" auf Elvis Stirn tätowiert hätte. Es ist kein Wunder, dass den Erwachsenen die ganze Geschichte nicht geheuer war.

Die B-Seite mutet dagegen harmlos an. Zweifelsfrei hören wir hier den schwungvoller Vortrag einer netten Country-Nummer, aber nicht mehr. Locker und gelöst klingt das, angenehm, charmant. Die Melodie ist gefällig, der Vortrag geht gut nach vorne. Eine feine Aufnahme, aber unter der Oberfläche brodelt hier nichts, das Erdbeben findet sich auf der A-Seite.

5/5* für Milkcow Blues Boogie

4/5* für You're a Heartbreaker
Letzte Änderung: 02 Feb 2019 15:32 von Atomic Powered Poster.

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02 Feb 2019 20:15 #918087 von Earth Boy
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Das langsame, schlussendlich abgebrochene Intro ist dabei ein Augenzwinkern, gerichtet an die Eingeweihten, die coolen Halbstarken an die diese Nummer adressiert war. Ein Einbeziehen der Jungen, ein Scherz auf Kosten der Alten. Vielleicht auch eine Reminiszenz an "das" Vorspiel?


Interessanter Punkt. Das habe ich so nie wahrgenommen, aber das kann man ohne Zweifel so sehen.

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02 Feb 2019 20:15 #918088 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Elvis Singles Under Review
Was sonst noch zur Single Milkcow blues boogie / You’re a heartbreaker zu sagen wäre:

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02 Feb 2019 20:17 - 02 Feb 2019 21:03 #918089 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Elvis Singles Under Review
Baby let’s play house / I’m left, you’re right, she’s gone


Veröffentlichung: 04/1955
Höchste Platzierung in den USA: 5

Normalerweise werde ich Platzierungen in Country, R&B oder sonstigen Spezialcharts ignorieren. Aber in diesem besonderen Fall, wo unser Mann das erste Mal in einer landesweiten Hitparade geführt wurde, soll das ausnahmsweise geschehen. Noch am Rande sei bemerkt, dass Baby let's play house sich am 03.08.1955 - also fast vier Monate nach der Veröffentlichung - platzieren konnte.

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Letzte Änderung: 02 Feb 2019 21:03 von Earth Boy.

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02 Feb 2019 20:40 #918090 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Elvis Singles Under Review

Baby let's play house: A highly distictive country effort, this is patterned after primitive Southern blues. Great rhythm effects and trick warbling. Should get played.

I'm left, you're right, she's gone: Presley has the maracas loaded for this unusual, rhythmic country chant. But the content fails to keep the pace.

(14.05.1955)

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02 Feb 2019 22:31 #918098 von Atomic Powered Poster
Atomic Powered Poster antwortete auf Elvis Singles Under Review

Das langsame, schlussendlich abgebrochene Intro ist dabei ein Augenzwinkern, gerichtet an die Eingeweihten, die coolen Halbstarken an die diese Nummer adressiert war. Ein Einbeziehen der Jungen, ein Scherz auf Kosten der Alten. Vielleicht auch eine Reminiszenz an "das" Vorspiel?


Interessanter Punkt. Das habe ich so nie wahrgenommen, aber das kann man ohne Zweifel so sehen.


Habe ich mir vorhin so aus den Fingern gesaugt. Könnte sein, muss aber natürlich nicht. Scotty fand das Intro übrigens immer kacke. Quelle: mein Gedächtnis.

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07 Feb 2019 10:56 #918178 von Honeybee
Honeybee antwortete auf Elvis Singles Under Review

Scotty fand das Intro übrigens immer kacke. Quelle: mein Gedächtnis.


Kann ich mir vorstellen - er war ja nicht besonders...ich nenne es mal extrovertiert.

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