file The Shows Behind The Legends: ASHEVILLE 75

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19 Jul 2002 19:14 #1642 von Danny
<p>Im Juli 1975 trat Elvis an drei aufeinanderfolgenden Tagen in Asheville,
North Carolina, auf. Die Konzerte sind seit jeher von einem Hauch Geheimnis
umgeben, da Elvis dort offensichtlich ganz anders gestimmt war als üblicherweise
in concert. Dies und der Umstand, daß demnächst eine der Shows bei auf CD
erscheinen wird, sind Grund genug, einen näheren Blick darauf zu werfen.

Von Peter Schittler

Elvis war im Sommer 1975 fast ausnahmslos in Konzertlaune; er sang sich kreuz
und quer durch die Vereinigten Staaten und in die Herzen zahlloser
Konzertbesucher. Live-Mitschnitte aus dieser Zeit sind wegen Elvis'
Vorstellungen, die sich im Rahmen von erfreulich bis begeisternd bewegen, nach
wie vor äußerst begehrt.

In nächster Zeit erscheint nun wieder ein solcher Mitschnitt, nämlich der 23.
Juli 1975 aus Asheville. Auf den folgenden Seiten betrachten wir all diese
AshevilleShows und streifen dabei natürlich auch ein paar interessante
Begleitumstände.

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Es war die Zeit, in der Elvis auf der Gerüchtebörse als Rudy
Valentino-Darsteller in einem geplanten Film über die Legende mit dem Titel
"Ciao, Rudy" gehandelt wurde. Die Musical-Vorlage lief zu dieser Zeit in Rom und
sollte 1976 für vier Wochen nach New York in die Radio City Music Hall kommen,
wonach als Abschluß eine Filmfassung geplant war. Elvis waren laut Produzent
Bill Sargent 2,5 Millionen Dollar geboten worden, aber die Rolle erlitt ein
ähnliches Schicksal wie viele andere derartige Angebote: Elvis sollte nach On
Tour nie mehr mit einem neuen Film auf der Kinoleinwand zu sehen sein.

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Ein weiteres Gerücht - mit dem wir dem Schauplatz des vorliegenden Artikels im
wahrsten Sinn des Wortes näherkommen - kursierte damals über einen geplanten
Grundstückskauf von Elvis: Angeblich wollte er Beaumont, ein zweistöckiges
Anwesen aus der Zeit des Bürgerkriegs als heimliches Versteck kaufen; ganz so
heimlich wäre es dort nicht geworden, denn das Gebäude besaß 18 Räume und somit
genug Platz für jede Menge Freunde - oder zumindest die Leute, mit denen er sich
umgeben hatte und die sich Freunde nannten.

Die bloßen Fakten zu den Shows sind schnell erläutert:

Von 22. bis 24. Juli 1975 trat Elvis dreimal im Civic Center von Asheville, das
mit jeweils 7437 Besuchern ausverkauft war, auf. Unter der Überschrift
Asheville. N.C., Center Rolling In High Gear Into Second Year berichtete Variety
im Sommer 1975, daß zwei Konzerte innerhalb von drei Stunden ausverkauft waren,
noch ehe die Tickets überhaupt gedruckt werden konnten; Jim Evans, Manager der
Halle, konnte Colonel Parker dazu überreden, Elvis eine dritte Show anhängen zu
lassen, die dann ebenfalls sofort ausverkauft war. Diese Serie stellte das Ende
der Tournee dar, die am 8. Juli in Oklahoma City begonnen und zahlreiche
interessante Konzerte und Ereignisse mit sich gebracht hatte - unter anderem
fällt der offene Zwist zwischen dem sehr launigen Elvis und den Sweet
Inspirations in diese Zeit. Auch den Asheville-Shows haftet seit jeher jener
besondere Flair an, der alle Fans wünschen läßt, sie in guter Qualität zu
besitzen.

Um uns nun von der Last jahrzehntelanger Spekulationen und Mythenbildung zu
befreien, haben wir uns (wieder einmal) entschlossen, weder unsere eigenen
Eindrücke von den Shows, noch spätere Dokumente anderer Fans zu berücksichtigen;
wir arbeiten einmal mehr ausschließlich Zeugnisse aus dem Sommer 1975 auf, um
den Geschehnissen so nahe wie möglich zu kommen.
Die erwartungsvolle und durchaus positive Tendenzen zeigende Vorschau der
lokalen Presse jedenfalls ließ nicht erahnen, daß die Konzerte einmal mit einer
besonderen Aura umgeben sein sollten. Der Asheville Citizen kündigte an:
"Willkommen, Elvis! Nach 20 Jahren kehrt der King nach Asheville, wo er einen
seiner frühen Erfolge in einer Country-Music-Show im alten City Auditorium
gefeiert hatte, zurück. Die nächsten drei Abende wird er die Massen im neuen
Civic Center unterhalten. Mit ihm werden ein paar alte Asheville-Lieblinge sein:
J.D. SumnerAnd The Stamps Quartet, die bei Elvis Background singen. J.D. singt
mit schöner Regelmäßigkeit hier, seit er im Jahr 1949 mit den Sunshine Boys das
erste Mal in Asheville war. Erinnern Sie sich noch an ihn? Er ist der Typ, der
auch die Baßtöne am unteren Ende des Klaviers bringt. Eine tolle Kombination,
Elvis und J.D. Willkommen, Gentlemen!"

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Aber nicht nur die Show selbst beschäftigte die Presse, auch Elvis' bloße
Anwesenheit wurde entsprechend kommentiert. Bob Terrell berichtete in seiner
Kolumne über einige Begebenheiten, die zwar teilweise recht amüsant, aber
zugegebenerweise für die Nicht-Fan-Welt in etwa so interessant waren wie mein
letzter Lotto-Wettschein.

Wenn auch das Gerücht ausgestreut worden war, daß Elvis allabendlich nach
Memphis zurückkehrte, so sprach die Anwesenheit der zahlreichen
Sicherheitswachen vor dem Rodeway Inn doch Bände: The King was here to stay - 75
gemietete Räume waren doch ein paar zuviel, um Elvis' Präsenz verheimlichen zu
können. Immerhin waren er und sein Troß mit vier Flugzeugen angekommen.

Bei seiner Fahrt zum Hotel waren auf zahlreichen Anschlagtafeln von Lokalen
Plakate mit dem Text 'Drop in and see us, Elvis!' angebracht. Die Fans konnte
man natürlich genausowenig täuschen, aber ihre Versuche, zu Elvis zu gelangen,
waren nicht von Erfolg gekrönt.

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Dienstag Nachmittag versuchte - zum wiederholten Mal - ein Auto voller Teenager,
in die Straße zum Hotel einzubiegen und wurde, wie alle anderen, von einer
Wache, die Zivilkleidung trug, gestoppt. Als diese fragte, welche Pläne die
Jugendlichen hätten, gaben sie zur Antwort, daß sie "nur so herumfahren".

"Es tut mir sehr leid", meinte die Wache freundlich, aber bestimmt, "aber wir
haben hier heute sehr außergewöhnliche Umstände und ich muß Sie bitten, die
Straße wieder zu verlassen!"

Die Teenager waren damit nicht einverstanden und kamen der Aufforderung nicht
nach. Der Sicherheitsbeamte drehte sich zu einem grossen, beeindruckenden Mann,
der ebenfalls nicht uniformiert war, und sagte: "Lieutenant ... ." "Nur keinen
Ärger!" meinte einer der Fans rasch, "Wir gehen ja schon!"

Während das Auto wendete und hinaus auf den US Highway 70 fuhr, sahen sich die
beiden Männer an, kehrten auf ihre Posten zurück und grinsten.

Wie die Teenager vermutet hatten, oblag den Männern die Sicherung des Rodeway
Inn während Elvis' Anwesenheit - Sicherheitsbeamte waren sie aber trotzdem nicht
im entferntesten. Sie waren herumreisende Vertreter, die zufälligerweise
ebenfalls im Rodeway Inn wohnten und Charlene Noblett, der Managerin des Hotels,
ihre Dienste angeboten hatten.

"Charlene", erzählte Darrell Barbee aus Charlotte, "hatte gerade zu wenig
Personal. Also haben wir unsere Hilfe angeboten: Wir sind sechs oder sieben, und
wir haben den größten Spaß unseres Lebens!"

Ihren Job haben sie trotz des Vergnügens ganz offensichtlich bestens erledigt,
denn es kam zu keinen Zwischenfällen und niemand zweifelte an ihrer Autorität.


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"Wir haben nicht nur Sicherheitsfunktionen wahrgenommen", erzählte Bruce Suggs
aus Greenville, "sondern auch beim Ausladen geholfen, das ganze Gepäck auf die
Zimmer zu tragen!"

"Was um alles in der Welt", fragte Bob Terrell, "bringt diese Geschäftsleute
dazu, in einem Hotel, in dem sie ihre Zimmer wie jeder andere bezahlen,
kostenlos alle möglichen Arbeiten zu übernehmen?"

"Es ist einfach etwas zu tun!" erklärte Buddy Cook: "Es hält uns davon ab, die
Wände hochzugehen. Reisen - für uns ist eine ziemlich einsame Beschäftigung."


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Die Hektik endete abrupt, als Elvis kurz nach 20 Uhr in einer Limousine zum
Konzert gebracht wurde - für ein paar Stunden herrschte eine entspannte
Atmosphäre im Rodeway Inn. Mit Elvis' Rückkehr begann die Wacht wieder rund um
die Uhr.

Charlene Noblett überwachte alle Aktivitäten rund um Elvis persönlich und
eskortierte alle Personen, die Elvis aufsuchten.

"Zweimal am Tag bestellte er einen großen Korb mit Obst und Früchten!", erzählte
sie: "Was immer ich auch machte, ich begleitete die Leute, aber ich habe ihn
kein einziges Mal zu Gesicht bekommen. Es ist eine Schande, daß er so
abgeschirmt leben muß. Aber wenn man die Fans bei ihren Verfolgungsjagden sieht,
dann versteht man es. Wir mußten ununterbrochen Wachen aufstellen, um sie vom
Hotel fernzuhalten."

Charlene Noblett machte ein paar Tage später nochmals Schlagzeilen: Das
Leintuch, auf dem Elvis geschlafen hatte, wurde in 800 winzige Teilchen
zerschnitten und ebenso wie die Polster zu Gute karitativer Zwecke versteigert.


Aber nicht nur das Rodeway Inn war bevölkert - alle Hotels in der ganzen Stadt
waren hoffnungslos ausgebucht, schlitzohrige Taxifahrer schworen Stein und Bein,
Elvis chauffiert zu haben und jeder innerhalb der Stadtgrenze kaufte oder
verkaufte Elvis-T-Shirts.
Aber nicht nur Souvenirartikel wurden gehandelt: Auch der Schwarzmarkt blühte
und in den letzten Minuten vor den Shows sollten die Tickets um 50 Dollar (statt
dem offiziellen maximum von 10 Dollar) den Besitzer wechseln.

Wie schon in Greensboro verließ Elvis auch in Asheville sein Zimmer nicht nur
wegen den Shows: Mittwoch Nachmittag suchte er Dr. Jim Love wegen quälender
Zahnschmerzen auf.

"Ich kann bestätigen, daß er als Patient hier war!" meinte Dr. Love auf eine
Anfrage des Ashevilie Citizen, "ich kann aber nicht sagen, welche Behandlung
notwendig war. Das wäre unethisch. Wir können jedoch formulieren, daß es uns
gelungen ist, das Problem zu lösen, denn er konnte seine Show im Civic Center
absolvieren."

Die Journalisten interessierten sich ohnehin nicht für Elvis' Zahnschmerz - sie
wollten vielmehr wissen, wie er "denn so war".

Dr. Love entspannte sich: "Nun, darüber können wir gerne sprechen: Ich mochte
ihn. Er ist ein lockerer Typ. Er ist nett, freundlich und sehr liebenswürdig. Er
hat in keinster Weise hervorgekehrt, irgendein 'großes Tier' zu sein. Er
scherzte und lachte ein wenig, wie wohl jeder, der zum Zahnarzt zu einer
Behandlung kommt (Anm. d. Red.: Glückliche Amerikaner; bei uns sehe ich nicht
viele Leute, die Scherzen und Lachen), Er hat mich ziemlich beeindruckt: Ich
habe seine Musik immer gemocht, aber jetzt respektiere ich ihn noch viel mehr.
Er versucht nicht, eine Unterhaltung zu dominieren - man kann mit ihm gut
plaudern. Sagen wir's kurz: Ich mag ihn."

Die Damen in Dr. Love's Praxis waren ebenfalls begeistert.

"He's out of this world!" jubelte Mary Williams: "Und er ist down to earth. Man
wird niemals zu alt, die Umarmung eines good ole country boy zu genießen!"

Auch Lou Karnas befleißigte sich ähnlicher Kommentare: "Er ist einfach süß. Ich
nahm ihn in meine Arme und drückte ihn mütterlich an mich. Ich wollte nicht
aufdringlich sein, aber er war so süß, daß ich ihn einfach umarmen mußte!"

Aber auch Elvis'Arzt selbst, Dr. Nick, wurde in die Geschehnisse verwickelt, als
der King einen Fernseher ausschoß und der Querschläger seinen Arzt unterhalb des
Herzens traf, ohne jedoch auch nur die geringste Verletzung zu verursachen.

Das Umfeld der Asheville-Shows läßt sich also sehr lebendig beschreiben; damit
bleibt uns jetzt noch die Aufgabe, die Ursache des eingangs bereits erwähnten
geheimnisvollen Ambientes zu eruieren:

Der Augenzeugenbericht, der vermutlich die Ausgangsbasis für alle späteren
Gerüchte ist, stammt von Sandi Hitchcock und erschien im September 1975 in der
Fan-Presse. Sandi kam bereits im ersten Absatz ihrer Erinnerungen auf die
wichtigsten Aspekte der drei Tage zu sprechen:

"Die Asheville-Konzerte zählten zu den besten, die ich bis jetzt gesehen habe!
Das Publikum war aber am zurückhaltendsten seit langem und Elvis bemerkte das.
In jeder Show sagte er etwas im Sinn von 'Ich weiß nicht, was die Euch gesagt
haben, daß Ihr alle auf Euren Sitzen bleibt. Ich war's nicht. Ich möchte, daß
Ihr Euch unterhaltet!'

Elvis erhielt keine einzige Standing Ovation die er aber für einige Songs
verdient hatte!"

Sandi bemerkte eingangs noch, daß die Shows zu den längsten zählten, die sie
gesehen hatte. Sie hatte Elvis auch noch nie in den (während dieser Tournee
'vorgestellten') Bühnenanzügen Gypsy Alpine und Blue Aztec gesehen und war vom
neuen Outfit begeistert: "Es war ein Gypsy-type suit und für mich der beste von
allen! Der Anzug unterstrich seinen gewaltigen Gewichtsverlust und mit seinem
gebräunten Gesicht sah Elvis wie ein wirklicher Zigeuner aus. Das Hemd ist aus
Satin, mit langen, weiten Ärmeln, die unmittelbar über den Handgelenken und über
den Achseln durch Bänder zusammengehalten wurden. Darüber trug er eine dunkle
Weste' mit goldenen Ornamenten. Die Hosen waren - ebenfalls in Gold - in einem
fetzigen Design verziert."

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Sandi war ganz offensichtlich tatsächlich von den Shows hin- und hergerissen,
denn der Rest ihres Berichtes läßt manchmal einen roten Faden vermissen - um
ihren Enthusiasmus nicht durch kleinliche Korrekturen zu schmälern, lassen wir
hier den Originalwortlaut unkommentiert für sich sprechen:

"Die Show begann Dienstag und Mittwoch mit See See Rider und Donnerstag mit
That's All Right. Am Dienstag erhielten Elvis und etliche Bandmitglieder
unterschiedlich dekorierte Boxershorts geschenkt, die den Namen des jeweilig
Beschenkten auf den Beinen trugen. Die Sache entwickelte sich zum echten
ShowStopper, denn Elvis nahm sich die Zeit, alle Shorts genüßlich zu
kommentieren.

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Ebenfalls am Dienstag schenkte er selbst J.D. Sumner einen 10-Karat-Diamant-Ring
im Wert von 40.000 Dollar als Anerkennung, daß J.D. mit ihm singe.
Aber zurück zu den Shows: Auf See See Rider folgte I Got A Woman, das
fantastische Amen und Big Boss Man. Danach kam der KüsserSong Love Me und darauf
lf You Love Me. Bevor er Its Midnight sang, erzählte Elvis, daß das Lied von
Billy Edd Wheeler komponiert worden war, der aus Asheville stammte. Es folgten
All Shook Up, Teddy Bear / Dont Be Cruel, Hound Dog und The Wonder Of You. Er
machte mit dem wunderschönen Turn Around, Look At Me weiter, das von einem
wilden Polk Salad Annie gejagt wurde.

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In den Introductions spielte James Burton Johnny B. Goode mit der Gitarre hinter
dem Kopf. T-R-O-U-B-L--E hatte ein fantastisches Karate-Ende. Elvis setzte mit
Why Me Lord und einem dynamischen, bewegenden How Great Thou Art fort. Er spielt
dabei mit seiner Stimme und ihrem Umfang, er hält die Noten länger und es ist -
man kann es kaum glauben - noch viel schöner, als es jemals war.

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Wenn ich schreibe, es war' bewegend', so meine ich im spirituellen Sinn. Dann
kam Shake A Hand; Donnerstag Nacht reichte ihm jemand während des Songs einen
Handschuh, wie er von Chirurgen getragen wird. Elvis mag den Song und er liefert
dabei eine explosive Vorstellung. Weiter ging's mit Fairytale, Little Darlin'
und Mystery Train (mit einer musikalisch super dargestellten Lokomotive) mit
Tiger Man. Dann ließ Elvis die Saalbeleuchtung einschalten.

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Beverly Mickle überreichte ihm an diesem Zeitpunkt in der Mittwoch-Show eine
große Souvenirbox mit zahlreichen Mementos, darunter Bilder seiner goldenen
Schallplatten, seiner Mutter, von ihm selbst als Kind, Miniatur-ColaFlaschen und
-Football-Helme und vieles mehr. Elvis war von der Sammlung sehr beeindruckt und
dankte ihr überschwenglich."

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So banal die Szene - ob ihrer tausendfachen Vielfältigkeit in Elvis'Tourneeleben
- auch klingen mag, sie zeichnet ein Bild von Elvis, das sich auch (oder
vielleicht gerade) der abgebrühteste Experte verinnerlichen sollte, denn in
diesen wenigen Momenten kann man mehr über ihn erfahren als beim Studium
zahlreicher Enthüllungsbücher:

Da war ein abgöttisch geliebtes Idol, das Millionen und Abermillionen verehrten
und das die Geschenke seiner Fans so oft erhielt, daß sie ihn im Grunde
eigentlich nicht mehr beeindrukken konnten als ein flüchtiges 'Hallo'. Trotzdem
nahm er sich die Zeit, vollkommen wertlose Gegenstände zu begutachten - denn,
Hand auf's Herz, die überwiegende Anzahl der Liebesgaben, die er erhielt, war
nüchtern gesehen (nicht nur für ihn) nicht ganz so wertvoll wie ein leeres
Einwegfeuerzeug. Trotzdem war er ehrlich beeindruckt, ehrlich erfreut. Niemand -
auch seine schärfsten Kritiker wagen dies bis heute nicht - konnte ihm
vorwerfen, die Leute, die ihn zum größten Star der Weltgeschichte gemacht
hatten, zu vergessen und nicht absolut ernst zu nehmen.

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So stand er also dann auf der Bühne, selbst gefangen in dem Zauber, den er über
alle warf, wühlte in Rührung und Dankbarkeit in den Gaben seiner großen Familie
und konnte es immer wieder auf's Neue nicht fassen, von so vielen so verehrt zu
werden - "lt never ceases to amaze me!" Seine bedingungslose Liebe zu den Fans
hat ihn ein ganzes Leben lang ausgezeichnet als jemanden, der ohne Mühe neben
dem Kult, der um ihn betrieben wurde, einfach Mensch geblieben war und dessen
oberster Grundsatz es zu sein schien, die Würde seiner Mitmenschen niemals zu
verletzen. Vielleicht ist hier auch ein Hauch Tragik enthalten: Denn es scheint
fast, daß Elvis exakt das Gegenteil vieler anderer Stars widerfuhr, die auf
einmal nur noch Star waren und auf die Menschen, die sie dazu gemacht hatten,
plötzlich vergaßen, und so leicht es ihm offensichtlich auch fiel, einfach
Mensch zu sein, so hart muß es für ihn gewesen sein, mit der Diskrepanz - dem
Status als Superstar - zu leben (ohne hier auch nur im geringsten unterstellen
zu wollen, daß er dies nicht im wahrsten Sinn des Wortes königlich genoßen
hätte). Wie gerne auch manche an den Supermacho glauben, der ähnlich dem
Denim-Mann alles im Griff hatte: Elvis ist es wohl gelungen, die
unterschiedlichen Rollen seines Dasein zumeist vollendet zu spielen oder
vielmehr zu leben, aber die endgültige Harmonie im Zusammenspiel all der
Facetten seiner Person hat er selbst nie erreicht.

Doch zurück zu Sandi Hitchcock, die nun beschrieb, wie Elvis seinen Vater
vorstellte und dabei erzählte, daß er das letzte halbe Jahr sehr krank gewesen
sei. Mit ein wenig Bedauern stellte Sandi fest: "Vernon erhielt eine Standing
Ovation, was unglücklicherweise mehr ist, als Elvis bekam."

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Sie kommt aber gleich wieder zur Show selbst zurück:

"Als nächstes kamen Funny How Time Slips Away und Its Now Or Never. Dann fragte
Elvis Vernon, was er gerne hören wolle. Ich konnte dessen Antwort nicht
verstehen, aber Elvis entgegnete: 'Ich kenne das nicht, Daddy, wie wär's mit
Prornised Land?' (Am Donnerstag sang er Pieces Of My Life für Vernon). Es ging
also mit Promised Land weiter. Danach erzählte Elvis, daß vier Flugzeuge voll
Equipment im Einsatz gewesen seien, um den Fans den bestmöglichen Klang zu
garantieren und daß "wir unsere Belohnung darin sehen, wenn es Euch gefällt -
dafür sind wir da." Und schon erklangen die vertrauten Klänge von Cant Heip
Falling In Love.

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Sandi beginnt dann übergangslos Höhepunkte des Konzertes am Donnerstag zu
beschreiben:

"Elvis überraschte alle, indem er einem Mann in der ersten Reihe seine Gitarre
zuwarf. Ich habe später gehört, daß der Mann nach der Show zu Elvis ging und sie
ihm zurückgegeben hat. Aber der übertraf sich selbst, als er zwei Ringe an Fans
im Publikum verschenkte - und zwar Nachbildungen seines eigenen Diamantringes.
Was für ein fantastisches Souvenir von einem Elvis-Konzert!

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Donnerstags gab es auch eine Request Box in der Lobby des Civic Center. Charlie
hielt die Schachtel dann auf der Bühne und Elvis zog Songs daraus. Darunter
waren Retum To Sender, An American Trilogy, Bridge Over Troubied Water und
Jailhouse Rock. Hawafian Wedding Song erhielt praktisch keinen Applaus und Elvis
war sichtlich enttäuscht. Er sagte etwas in der Art wie 'Wir haben nicht gerade
viel Applaus gekriegt - laßt es uns nochmals probieren!'

Ich selbst habe Elvis am Dienstag eine Plakette mit Lisa-Marie's Foto geschenkt
und er schien sie wirklich zu mögen. Abschließend möchte ich sagen: Wenn Ihr
Elvis auf Tournee oder in Vegas seht, laßt ihn spüren, daß er willkommen ist.
Zögert nicht, aufzustehen, wenn er in Euer Meinung etwas super gebracht hat. Der
einzige Weg, ihm Eure Anerkennung mitzuteilen, ist über den Applaus don't let
him down!"

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Nach diesem dramatischen Appell an die Fans wird es nun höchste Zeit, die
offizielle Seite zu betrachten und zu prüfen, wie die Presse die Konzerte
empfunden hat. Sandi hat mit ihren Berichten ja immerhin eine Legende in die (an
Sagen ohnehin reiche) Elvis-Welt gesetzt. Wir können vorausschicken: Die
Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Die Kommentare der Journalisten in
Asheville erzählen sehr wohl von den ausgeflippten Fans, trotzdem drücken ihre
Schilderungen der Elvis-Hysterie nicht jene Intensität aus, die sonst
allerortens zum Ausdruck kam.

Billy Pritchard eröffnete seine Kritik mit einem mit Informationen vollgeladenen
Satz:

"Ein dickbäuchiger, aber dennoch fescher 40jähriger Elvis Aron Presley erfüllte
das große Asheville Civic Center zur Freude des ausverkauften 7500-Sitze-Hauses
mit einer dröhnenden Stimme aus seinem breiten Brustkorb am Dienstag Abend. Der
King, wie ihn manche nennen, kam ungefähr um 21:55 Uhr auf die Bühne und sang
für fast zwei Stunden. Sein Auftritt wurde nur einmal, für etwa sieben Minuten,
unterbrochen, als er sich für einen Besuch auf den Toiletten entschuldigte: 'Ich
habe immer befürchtet, daß das einmal passieren wird!'erzählte er der Menge."


Billy Pritchard kommt sehr rasch zum Kern der Sache und beschäftigt sich mit
Elvis' Darbietung:

"Elvis verbrachte seine Zeit singend und Seidenschals an die wenigen jungen
Damen verteilend, die es durch den engen Kordon an Sicherheitskräften bis zur
Bühne schafften. Obwohl seine Stimme noch immer so stark und überzeugend ist wie
immer, scheint der "Elvis-The-Pelvis-Schwung" der Vergangenheit anzugehören.
Ausgenommen ein paar kurze Momente konzentrierten Körpereinsatzes, wie zum
Beispiel einer Kung Fu-Routine während dem Ende von Polk Salad Annie, spazierte
Elvis ohne viel Aufhebens locker auf der Bühne herum. Sein Dienstag-Repertoire,
das mit Cant Help Falling In Love endete, enthielt Hits wie Buming Love, How
Great Thou Art, Its Now Or Never, Alt Shook Up, Teddy Bear, Shake A Hand, I Got
A Woman, Amen und Hound Dog. "

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Zwar nicht ganz ohne Fehler, aber mit großer Liebe zum Detail, beschreibt
Pritchard dann Band und Orchester, um schließlich zu Elvis zurückzukehren:

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"Zwischen den Songs kniete er auf der Bühne und küßte Frauen, denen er Schals
geschenkt hatte. Er warf seine Schals auch in die hinteren Reihen und sogar auf
den Balkon. Es schien keinen einzigen leeren Sitz im ganzen Haus zu geben.
Schließlich war der Memphis Casanova von der Bühne, in der wartenden Limousine
und in Richtung Asheville unterwegs, noch bevor die Saalbeleuchtung wieder
eingeschaltet war."


Der Artikel schließt mit einigen Informationen über Elvis' Gesundheitsprobleme
in der ersten Jahreshälfte 75, den Tourverlauf im allgemeinen und den Einnahmen:
rund 200. 000 Dollar. Für alle, die -zwischen den Zeilen lesen können, ist das
Fehlen von Schilderungen über das Chaos vor der Bühne und die orkanartige
Begeisterung in der Halle ein Fingerzeig darauf, daß Sandi vielleicht nicht ganz
Unrecht gehabt hat.

Doch wenden wir uns der Kolumne Music In Review zu, in der Dick Conrad mit der
Überschrift Fans Wild Over Elvis In Show At Coliseum zunächst einen anderen
Eindruck erweckt. Seine Erinnerungen sind doppelt interessant, da er die
Mittwoch-Show gesehen hatte:

"Elvis - I Love You" stand auf einem Transparent, das Mittwoch Nacht vom
Geländer des rückwärtigen Balkons des Civic Center hing. Die Unterschrift von
Debbie Persane war am Fuß des Liebesbriefchens, aber es war augenscheinlich, daß
viele der großen Menge gerne ihre Namen ergänzt hätten. Ins Mikrofon gurgelnd,
swingend wie der Elvis in der guten, alten Zeit und mindestens genauso gut
singend, machte Presley seine treue Gefolgschaft, die jeweils 10, 7.50 oder 5
Dollar Eintritt bezahlt hatte, glücklich. Die Menge war eine Mischung aus
Teenagern und Leuten zwischen 20 und 35. Jeder brachte eine Kamera mit. Presley
erschien erst, nachdem das Publikum einen männlichen Chor und einen Komiker
ausgehalten und sich an einer Mädchengruppe, den Sweet Inspirations, erfreut
hatte. Der Master Of Ceremonies ersuchte alle geduldig, auf ihre Plätze
zurückzukehren und erst dann eilte Elvis zu den Klängen des berühmten Themas aus
dem Film 2001 auf die Bühne.

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Auf den Sitzen bleiben war eher rethorisch zu verstehen: Blitzlichter
explodierten und tausende jubelten. Ungefähr 100 stürmten vor zur Bühne, als
Elvis mit See See Rider begann. Einige von denen, die sich vorne drängten,
konnten dem Star die Hand schütteln, und ein paar wenige Glückliche wurden
geküßt. Presley zog ein weißes Handtuch von seinem Hals und händigte es einem
Teenager aus; das Mädchen erweckte den Anschein, daß sie nicht sicher war, ob
das alles wirklich passiert. ( ... ) Er bekam mehrere Blumensträuße, lehnte
jedoch eine Flasche Champagner ab. danach kam Amen mit ganz besonderen Tönen,
die Schockwellen durch die Menge sandten. 'Play rock'n'roll' und 'l love you,
Elvis' lauteten die Zwischenrufe von allen Seiten. Aber zunächst kam lf You Love
Me vor einer Menge seiner alten Hits. Presley ersuchte die Leute schließlich,
sich zu setzen, als einige fast auf die Bühne kletterten. Die Show war ein
Erfolg."

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Conrad's Artikel läßt eher den Schluß auf eine wilde Show zu; sein letzter Satz
widerspricht dieser Annahme jedoch:

"Die Polizei berichtete, daß es trotz der Hektik kaum Probleme gegeben hätte."


Polizeichef J.C. Hall hatte immerhin 60 zusätzliche Kräfte bei den Polizisten,
Sicherheitswachen und der Motorradeskorte aufgeboten, um die reibungslose
Abwicklung sicherzustellen. Einer der Beamten meinte nach der Show kurz und
trocken:
"Alles lief sehr ruhig ab, wenn man tausende Mädchen 'going bananas'ruhig nennen
kann!"

Aus dem Star steht uns die Review von Ann Buchanan zur Verfügung, die wir hier
zur Abrundung auszugsweise zitieren wollen, da sie einige Aspekte aufzeigte, die
in den anderen Kritiken nicht angesprochen wurden:

"Schimmernd und glitzernd in seinem extravaganten, schwarzen und
mitternachtsblauen Kostüm und mit blitzenden Ringen, schrie Elvis Presley seine
Songs heraus und parodierte sein eigenes sexy Image humorvoll. Er wackelte mit
den Hüften, schüttelte ein Bein, legte eine Pause ein, während die Mädchen
ausflippten, grinste und wackelte wieder.

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Das war nicht der Elvis Presley, den ich erwartet hatte. Man hatte mir gesagt,
er sei 40, Schnee von Gestern, eingeschnappt. Ein verbrauchter Star, der die
Einsamkeit sucht, dessen Memphis Mafia-Leibwächter Fotografen prügeln und Fans
auf Distanz halten. Ein SexSymbol, das nicht mehr sexy ist. Verfettet, sagte man
mir.

Man hätte mich beinahe zum Narren gehalten. Ich habe ihn in Asheville, North
Carolina, der letzten Station seiner landesweiten Sommertournee. gesehen, und
jedes Mädel in der ganzen Stadt betete, daß er sie auswählen würde. Vielleicht
ist er ein wenig fester als er früher war, aber er hat seine Elastizität nicht
verloren. Jede Bewegung seines biegsamen, gummiartigen Körpers versetzte das
Publikum in Ekstase. ( ... ) Elvis fesselte die Menge für achtzig aufwühlende,
aufregende und hektische Minuten ohne Unterlaß. Er bot ihr auch außerordentlich
gute Musik.

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Und als der ausgebuffte, alte Profi, als der er sich erwies, verstand er es, die
Massen mit einer familiären Geste gegen Ende abzukühlen: Er brachte seinen
60jährigen Vater Vernon, der erst kürzlich im Spital war, auf die Bühne, und
erzählte, daß der alte Mann sein bester Freund sei.

Hätte der Präsident Asheville besucht, so hätte die Aufregung in der Stadt nicht
größer sein können."

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Bereits aus all den Presse- und Fan-Zitaten ist eines als die große
Gemeinsamkeit erkenntlich: Elvis zog an diesen 3 Tagen alle Register seines
Könnens und zeigte sich nicht nur bestens in Form, sondern bot auch ein
beeindruckendes Repertoire: Die Songlisten hier im Artikel untermauern diesen
Eindruck. Die drei Pressekritiken, aus denen wir hier zitiert haben, entsprechen
allerdings nicht ganz der Schilderung von Sandi Hitchcock. Allerdings muß man
den Journalisten zu Gute halten, daß sie punktuell ein Konzert gesehen hatten
und ihnen der Vergleich im Laufe der Tournee fehlte. Wahrscheinlich meinte Sandi
also zu Recht, daß die Publikumsreaktionen, gemessen an anderen Shows dieser
Tournee ein wenig unterkühlt waren. Die Erinnerungen des Konzert-Profi's Sean
Shaver unterstützen Sandi's Beschreibung: "Das Publikum drängte zwar nach vorne,
attackierte die Bühne aber nicht. Es war kontrollierter Enthusiasmus."

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Dennoch waren selbstverständlich die Freaks auch hier anwesend, genauso wie ein
paar besonders Glückliche, denen Elvis wertvolle Geschenke machte. Deren
individuelle und sehr persönliche Erfahrungen wollen wir an das Ende unseres
Artikels stellen.

Die beneidenswerteste Person der drei Tage in Asheville war Lloyd Perry aus
Tennesse.

Er war, wie der Asheville Citizen formulierte, genau an jenem Platz in der
ersten Reihe, wohin sich das Glück um 22 Uhr am 24. Juli'75 begab. Ehe Lloyd
wußte wie ihm geschah, stand The King vor ihm und drückte ihm einen riesigen
Diamantring in die Hand.

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Den ganzen Freitag über trug er ein unnatürliches Grinsen zur Schau und trat
bereitwillig in die Sonne, um die 19 Diamanten seines neuen Ringes prächtig
funkeln zu lassen. Er hatte nur eine Stunde geschlafen, aber die kostbaren
Steine schienen ihm eine besondere Art von Energie zu spenden. Die war auch
nötig, da er seine Geschichte jedem erzählte, der sie hören wollte - und allen
anderen auch.

"Ich trüge es mit Fassung, wären es nur Straßsteine. Aber ich kann es einfach
nicht fassen, daß er so etwas einem total Fremden schenkt. Ich habe mich nicht
mehr so seltsam gefühlt, seit ich geheiratet habe."
Dabei wäre der Ring gar nicht notwendig gewesen: Er und seine Frau Ann waren mit
überschwenglicher Vorfreude zum Konzert aufgebrochen und hatten die ganze
Hinfahrt über die Madison Square Garden-Show gehört. Die Ereignisse zu Beginn
der Show haben sich unauslöschlich in sein Gedächtnis eingebrannt:

"Nach drei oder vier Songs nahm er seine Gitarre und warf sie herunter ins
Publikum. Ich habe danach gegriffen, aber der Mann neben mir erwischte sie. Dann
muß er mich entdeckt haben und sich wohl gedacht, 'Der arme Kerl braucht ein
wenig Schmuck!'. Er sang noch ein paar Lieder, dann blickte er mir gerade ins
Gesicht und forderte mich mit einer Bewegung auf, zur Bühne zu kommen. Ich ging
nach vorne, zitternd wie Espenlaub. Er zog einen der Ringe ab - er hatte
ungefähr drei an jeder Hand -, griff nach meiner Hand und versuchte, ihn auf den
kleinen Finger zu stecken. Schließlich paßte er perfekt auf meinem Ringfinger."


Er schüttelte noch die Hand seines Gönners und ging dann wie in Trance zu seinem
Platz zurück. Lloyd behielt den Ring während des ganzen Konzertes an der Hand.
Er applaudiert so heftig und ausdauernd, daß seine andere Hand am nächsten
Morgen vollkommen taub und voller blauer Flecken war - vom Ring wundgeklatscht.


Sein erster Weg führte ihn zu zwei Juwelieren. Während der erste nur meinte, daß
er ihn gegen ein 'sehr nettes Auto' tauschen könnte, konstantierte der andere,
daß das Schmuckstück mindestens 6500 Dollar wert sei. Es handelt sich dabei um
zwei große Diamanten mit 14 kleineren in S-Form und drei weiteren in der Mitte
auf einem handgearbeiteten goldenen Reif.

Am Tag nach der Show wußte er noch nicht, was aus dem Ring werden sollte -
immerhin war er für ihn mehr wert als nur die geschätzten $ 6500.Außerdem hatte
der Schock des Ereignisses sowohl bei ihm als auch seiner Frau jegliche
Erinnerung an den Rest der Show ausgelöscht. Die nächsten Tage gab es nur ein
Gesprächsthema mit Lloyd Perry seine Bürokollegen beim National Cash Register
waren nur schwer zu überzeugen; vor allem deshalb, weil Liody unablässig ein
dümmliches Grinsen zur Schau trug.

Geneva Moore sah Elvis nicht zum ersten Mal: Ihr erster Elvis-Auftritt lag 20
Jahre zurück, als er im alten City Auditorium aufgetreten war: "Als ich ihn
Dienstag Nacht sah, wäre ich am liebsten aufgesprungen und hätte gekreischt wie
damals - aber in meinem Alter wäre das wohl ein wenig lächerlich."

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Patsy Marshall besaß diese Skrupel nicht. Sie johlte, was die Lungen hielten;
ihr Mann Bud war ein wenig taub nach der Show. Ursprünglich hatte er wegen des
Trubels erst gar nicht mitgehen wollen, als Patsy dann aber in ihrer Aufregung
ins Auto sprang und ihren Sohn, für den die zweite Karte bestimmt war, zu Hause
vergaß, mußte er kurzfristig einspringen.

Bob Terrell vom Citizen erkundigte sich nach der Show bei einer der jungen
Frauen, wie man denn zur Bühne gelange.

"Man riskiert natürlich sein Leben dabei - ein Mädchen kann zu Tode getrampelt
werden auf der Jagd nach einem Schal!" erläuterte Brenda Leazer. "Aber es ist
ganz einfach: Ich bin einfach aus meinem Sessel gesprungen und über die Köpfe
der Leute in den drei Reihen vor mir zur Bühne geklettert."

Gwen Mahafey wartete an einem der Abende zwei Stunden vor der Arena; sie trug
eine Tafel mit der Aufschrift 'Ich brauche drei Tickets!'. Ihre Geduld wurde
belohnt. Nur Minuten vor der Show erhielt sie die Karten.

"Ich habe Elvis schon letzte Nacht gesehen", erzählte sie hysterisch vor Freude,
"aber ich möchte, daß meine Kinder David und Caroline ihn sehen. Es ist eine
saubere Show. Das ist der Grund, warum er die Beatles überdauert hat, und warum
er die Stones überdauern wird, und all die anderen. Also, ich wette, in 20
Jahren werden meine Kinder ihre Kinder an der Hand nehmen und ihnen den King
zeigen!"

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Die 20 Jahre sind vorüber. David und Caroline können ihren Kindern nur noch
erzählen, wie es einst bei Elvis war. Die amerikanische Seele hat die Legende
dennoch aufgesogen und unsterblich gemacht - so unsterblich, wie er selbst es
vielleicht gar nicht vermocht hätte. Denn so bewegend die einfachen Worte von
Glen Mahafey in ihrer Grundaussage auch sein mögen: Elvis war nicht - wie
tragischerweise viel zu früh bewiesen - der unsterbliche, ewig junge Held, als
den ihn die ganze Nation verehrte. Ironischerweise hat, nachdem die Jahre der
Verleumdung nun langsam vorbei zu sein scheinen, gerade sein früher Tod die
Legende des ewig in Jugend und Schönheit regierenden Elvis erst manifestiert.


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So unglaublich es auch klingen mag: Er regiert tatsächlich noch, und solange die
Liebe zu ihm in den Herzen seiner Fans verwurzelt ist, wird er dies auch
weiterhin tun - in aller Pracht einer - im wahren Sinn der einzig Menschen
erreichbaren Unsterblichkeit - tatsächlich ewigen Regentschaft.


DATE: 22 July 1975
TIME: 8.30pm
VENUE: Asheville NC.
Ashville Civic Center
TICKET SALES: 7,437
COSTUME: Indian feather (white) suit

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SONG LIST: Also Sprach Zarathustra
See See Rider
I Got A Woman/Amen
Big Boss Man
Why Me Lord
Love Me
If You Love Me
Shake A Hand
All Shook Up
Teddy Bear/Don't Be Cruel
Hound Dog
The Wonder Of You
Memphis, Tennessee
Funny How Time Slips Away
Polk Salad Annie
[band introductions]
T-R-O-U-B-L-E
It's Now Or Never
You Don't Have To Say You Love Me
How Great Thou Art
Burning Love
Let Me Be There
Heartbreak Hotel
Little Darlin'
Mystery Train/Tiger Man
Can't Help Falling In Love



DATE: 23 July 1975
TIME: 8.30pm
VENUE: Asheville NC.
Ashville Civic Center
TICKET SALES: 7,437
COSTUME: Dark Blue Gypsy suit

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SONG LIST: Also Sprach Zarathustra
See See Rider
I Got A Woman/Amen
Big Boss Man
Love Me
If You Love Me
It's Midnight
All Shook Up
Teddy Bear/Don't Be Cruel
Hound Dog
The Wonder Of You
Turn Around Look At Me
Polk Salad Annie
[band introductions]
Johnny B. Goode
School Days
T-R-O-U-B-L-E
Why Me Lord
How Great Thou Art
Let Me Be There
Shake A Hand
Fairytale
Little Darlin'
Mystery Train/Tiger Man
Funny How Time Slips Away
It's Now Or Never - Promised Land
Can't Help Falling In Love



DATE: 24 July 1975
TIME: 8.30pm
VENUE: Asheville NC.
Ashville Civic Center
TICKET SALES: 7,437
COSTUME: Dark Blue Aztec suit

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SONG LIST: Also Sprach Zarathustra
See See Rider
I Got A Woman/Amen
Love Me
If You Love Me
All Shook Up
Teddy Bear/Don't Be Cruel
Hound Dog
The Wonder Of You
American Trilogy
Heartbreak Hotel
Jailhouse Rock
Something
Return To Sender
Wooden Heart
Hawaiian Wedding Song
Bridge Over Troubled Water
Polk Salad Annie
[band introductions]
Johnny B. Goode
School Days
T-R-O-U-B-L-E
Shake A Hand
Pieces Of My Life
How Great Thou Art
Can't Help Falling In Love


Aus "Bringin' It Back" Nr. 16

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20 Jul 2002 14:06 #1687 von Taniolo
Wie immer ganz hervorragend, Danny.
Ich hab gestern ebenfalls eine Konzertreview bei elvis-collectors zu Asheville gesehen ... Moment.

Hier hätten wir sie (allerdings auf Englisch):

Ashville, North Carolina
July 1975
By Sandi Hitchcock



The Asheville concerts were among the best I have ever seen! However, the audiences were the least responsive and Elvis noticed it. At each show he made a point of saying "I don't know what they've told you about staying in your seat. It's not me. I want you to have a good time"' He never did receive a standing ovation which he deserved on several songs. Elvis was on stage two hours for the first two shows, and 1~2 hours for the third show.

First, I'd like to say what a welcome addition " The Stamps " are to the first part of the show. They sang 3 songs and were very well-received.Elvis wore the Indian jumpsuit at the Tuesday show. For Wednesday and Thursday, he had a new look--a gypsy-type suit, and to me the best choice ever. It accented his tremendous weight loss and with his tan, he looked like real gypsy! The shirts are satin, full sleeves, with band around the arms. One was white, the other light blue. They were topped with a vest in black with a gold design. The pants have an insert on the front corresponding with the shirt, and decorated with gold sequins in a flashy design.

<img border="0" src="www.elvis-collectors.com/Ashville75rev-1.jpg" width="400" height="594">

The show was opened on Tuesday & Wednesday by " C.C. Rider " and on Thursday by " That's All Right, Mama ". On Tuesday night Elvis and various members of his group were presented with boxer shorts decorated in varied styles, with the names of each on the leg. This was a real show stopper, and Elvis commented it took a lot of time and a lot of guts! Also on Tuesday, Elvis presented J.D. Sumner with a 10 carat diamond ring, valued at $40,000, in appreciation of J.D. singing with him.

On with the shows, " C.C Rider " was followed by " I Got A Woman ", the fantastic "Amen Chorus ", and " Big Boss Man ". Next was the kissing song, " LoveMe ", then " If You Love Me Let Me Know ". Before singing " It's Midnight ", Elvis remarked that it had been written by Billy Ed Wheeler, who was from Asheville. Next was "All Shook Up ", " Teddy Bear ", " Don't Be Cruel ". " Hound Dog ", and " The Wonder of You ". Next was the very beautiful " Turn Around ", with a fast moving " Polk Salad Annie ". Introductions were next, with James Burton playing " Johnny B. Goode " with the guitar behind his head! " T-R-0-U-B-L-E " was next, with a fantastic display of karate at the end, then " Why Me Lord " and the dynamic, moving " How Great Thou Art ". Elvis is playing with his voice range more on this, and holding the notes longer, and if you can believe it, it is even more beautiful than ever. When I say it's moving, I mean spiritually, not physically. This was followed by the bluesy " Shake A Hand ". (Thursday night, someone gave Elvis a surgical glove as he sang this). Elvis really likes this song, and does a dynamite job on it. " Fairytale " was next, then " Little Darlin ". " Mystery Train " was super with the trombones making a train-like sound. This was followed by " Tiger Man ". Then Elvis had the house lights turned on.


<img border="0" src="www.elvis-collectors.com/Ashville75rev-2.jpg" width="400" height="305">

At this point at the Wednesday show, Beverly Mickle presented Elvis with a large memory box containing various articles, including all his gold records, miniature football helmet, Pepsi bottle, guitar, a picture of Elvis as a child, and a picture of his mother. Elvis was very impressed with this and thanked her profusely. Then he introduced his father, saying how sick Vernon had been the last 6 months, and how glad he was to have him there. Vernon received a standing ovation, which unfortunately is more than Elvis received.

Next on the show was " Funny How Time Slips Away " and " Now Or Never ". Then Elvis asked Vernon what he'd like to hear. I couldn't hear what Vernon said, but Elvis replied "I don't know that one, Daddy, how 'bout " Promised Land "? On Thursday, Elvis sang "Pieces of My Life" for Vernon. " Promised Land " was followed by Elvis saying that there were four planes that carried his equipment to be sure the fans got the best sound possible, and that " we get our reward by pleasing you, that's what we're here for. " Then the all-too-familiar strains of " Can't Help Falling In Love. "


<img border="0" src="www.elvis-collectors.com/Ashville75rev-3.jpg" width="400" height="566">

Thursday night, Elvis surprised everyone by throwing his guitar to a man on the front row. I later learned that the man who caught Elvis' guitar returned it to him later. This was surpassed by Elvis giving away two rings to fans in the audience. The rings were copies of his own $16,000 diamond ring. What a fantastic souvenir from an Elvis concert! On Thursday night there was a request box in the lobby of the Civic Center and Elvis had Charlie hold it on stage, and he picked songs from it. Among these were " Return to Sender ", " Trilogy ", " Bridge Over Troubled Water ", and " Jailhouse Rock ". " Hawaiian Wedding Song " received only a smattering of applause and Elvis was visibly disappointed. He said something like " We didn't get much applause--let's try it again. " I gave Elvis a plaque of his daughter Lisa at the Wednesday show, and he really liked it. I would like to say in closing--to all Elvis fans--if you see Elvis on tour, or in Vegas, please make him feel welcome. Don't hesitate to stand up if he has done a job you think is super good. The only way he has of knowing you appreciate him is by your applause. Don't let him down!

Originally published in “ The Strictly Elvis Generation No. 3 “.

Meine Äußerungen sind als meine subjektive Meinung zu verstehen.

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20 Jul 2002 14:07 #1688 von Taniolo
Oops, ist ja nochmal der Sandi Hitchock Bericht, der oben zitiert wurde. Naja, dafür eben nochmal im Original und mit den grösseren Bildern. LOL

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20 Jul 2002 14:07 #1689 von Taniolo
Noch eine Anmerkung zu Asheville Show Nr. 3 am 24.7.:
Wooden Heart ist gewiss ein besonderer Augenblick, aber auch die Version von Why Me Lord ist sehr ungewöhnlich, da diesmal Elvis Lead singt und nicht wie sonst "nur" Teil des Chores ist.

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20 Jul 2002 14:09 #1690 von Joe Spencer
Joe Spencer antwortete auf The Shows Behind The Legends: ASHEVILLE 75
Hi Danny,
es hat wieder einaml sehr viel Spass gemacht, diesen Concertablauf zu lesen.
Ich freue mich jetzt schon auf die kommenden Berichte.

Wie wäre es mit einen Bericht vom legendären 31.12.1975 ?

Gruss
hawaii61

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06 Jan 2022 17:31 #955761 von Ira
Ach wen ich das so lese bin ich richtig neidisch auf die Leute die das erlebt haben

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