file Bernd Clüver ist tot

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02 Aug 2011 08:39 #842573 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Bernd Clüver ist tot

Ein irgendwie schöner Artikel: <a href=' www.abendblatt.de/vermischtes/article197...-Stern-erlischt.html ' target='_blank'> www.abendblatt.de/vermischtes/artic...n-erlischt.html

Ja, tatsächlich.

Einziges Manko: Dieses jedesmal kolportierte "Möbelhaus" ist doch ziemlich unoriginell. Abgesehen davon, dass das nur ein kleiner Teil des Geschäfts ist: Was ist dagegen einzuwenden, 45 Minuten in einem Möbelhaus zu singen? Vor allem, wenn man bei einem solchen Gig so viel verdient, wie der Journalist, der sich darüber lustig macht, mit seinem Geschreibsel in drei Jahren nicht zusammenkriegt?

Die Möbelhäuser spucken für solche Veranstaltungen viereckig Geld aus, stellen eine professionelle Bühne mit kompletter technischer Ausstattung hin, eine Profi-Crew betreut die Nummer von A bis Z, alles ist top organisiert samt fettem Buffett, und alle Beteiligten werden bestens versorgt und bezahlt. Am Ende spielt man dann vor einer vollen Hütte, die Menschen sind dankbar und glücklich, einen Star mit seinen alten Hits mal aus der Nähe zu sehen, und das auch noch für lau, und zeigen ihre Begeisterung dann ausgiebig. Ich finde das nicht "entwürdigend". Es ist schließlich genau die Zielgruppe, die diese Art von Musik hört, und das weiß man als Künstler auch, bevor man den ersten Schlager aufnimmt.

Andere Musiker spielen ihren Kram, den keiner hören will, in irgendwelchen verrauchten Clubs, müssen quasi ihr Publikum selber mitbringen, es gibt nichts zu essen, Getränke müssen sie selber zahlen, ihre Instrumente und Anlage selber schleppen, und am Ende reicht die Gage gerade, um die Fahrtkosten abzudecken, so dass sie Taxi fahren müssen, um leben zu können. Das halten sie dann für "Selbstverwirklichung", in Wahrheit ist aber DAS entwürdigend.

Ein Hoch auf die Möbelhäuser! :beifall:

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02 Aug 2011 10:53 #842589 von Rock-A-BillyMafia
Rock-A-BillyMafia antwortete auf Bernd Clüver ist tot

Ja, tatsächlich.

Einziges Manko: Dieses jedesmal kolportierte "Möbelhaus" ist doch ziemlich unoriginell. Abgesehen davon, dass das nur ein kleiner Teil des Geschäfts ist: Was ist dagegen einzuwenden, 45 Minuten in einem Möbelhaus zu singen? Vor allem, wenn man bei einem solchen Gig so viel verdient, wie der Journalist, der sich darüber lustig macht, mit seinem Geschreibsel in drei Jahren nicht zusammenkriegt?


Geld verdient man sicherlich auch gut im Dschungelcamp. Möbelhausauftritte haben wirklich etwas von Prostitution. Das muss man nicht schön reden, Michael.

Doch anders als manche Kollegen hatte er dann noch fast 30 ziemlich fette Jahre, ehe dann etwa ab der Jahrtausendwende die Bedeutungslosigkeit zunahm


Stimmt das?

Der Clüver soll ja fast jedes Jahr eine neue CD rausgebracht haben. Wieviel von den jeweils aktuellen CDs mögen Leute vom Schlag Clüver eigentlich so absetzen? 2000 bis 3000?

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!

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02 Aug 2011 10:54 #842590 von Rock-A-BillyMafia
Rock-A-BillyMafia antwortete auf Bernd Clüver ist tot

Dann aber der tragische Treppensturz, "unter mysteriösen Umständen", wie "Bild" schrieb; eine häufig gewählte Umschreibung für ein Alkoholproblem, für das es jedoch in Clüvers Fall keinerlei Anhaltspunkte gab. Nicht mal Gerüchte.

:beifall: :beifall: :beifall: :beifall:

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02 Aug 2011 11:52 #842601 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Bernd Clüver ist tot

Geld verdient man sicherlich auch gut im Dschungelcamp.

Nein. Die kriegen für die ganze Zeit, in der sie da im australischen Dschungel hängen und vor den Augen der gesamten deutschen Öffentlichkeit Kakerlaken fressen, gerade mal soviel, wie ein 45minütiger Auftritt im Möbelhaus bringt. Dschungelcamp ist also eher was für Künstler, die gerne mal wieder im Möbelhaus auftreten würden und durch die Teilnahme am Dschungelcamp die dafür notwendige Popularität zu erreichen hoffen.

Merke: Möbelhäuser engagieren Künstler, um ein möglichst großes und breites und vor allem zahlungskräftiges Publikum anzulocken. Insofern ist eine Buchungsanfrage von einem Möbelhaus letztendlich der Beweis dafür, dass ein Künstler noch den entsprechenden Marktwert hat. Die werden ganz sicher keinen Künstler buchen, nach dem kein Hahn mehr kräht oder der gar als Kassengift verschrien ist. Insofern sind Möbelhaus-Auftritte für einen Schlagersänger der 70er nicht das Problem; Probleme hat er erst, wenn kein Möbelhaus mehr anfragt.

Möbelhausauftritte haben wirklich etwas von Prostitution. Das muss man nicht schön reden, Michael.

Prostitution ist höchstens, des Geldes wegen billige Schlager zu singen, obwohl man sich eigentlich zu was "Höherem" berufen sieht. Die Möbelhaus-Auftritte sind da nur die Folgeerscheinung, denn dass man mit den Schlagerliedchen - erst recht, wenn man eigentlich nur einen Hit hatte - nicht ein Leben lang die große Konzertbühne bespielt, weiß man doch vorher. Diese Künstler - Paradebeispiel Roy Black - hatten ihr Leben lang mit sich selbst zu kämpfen und natürlich auch entsprechend ein Problem mit dem Möbelhaus, eben weil sie glauben, sie gehören mit anspruchsvollerer Musik auf die große Konzertbühne, so wie Jürgens oder Carpendale

Es gibt aber auch die Schlagersänger, die hinter dem stehen, was sie tun, für die das völlig okay ist, die eben nicht glauben, sie seien eigentlich verkannte Rocker. Die haben dann auch kein Problem mit dem Möbelhaus. Soweit ich weiß, war Clüver so einer, der sich realistisch eingeschätzt hat.

Aber wenn Du die Frage nach der Prostitution stellst, dann kann man das eigentlich jedem attestieren, der täglich 8 Stunden seiner Arbeit nachgeht, auf die er in Wahrheit keinen Bock hat, denn die wenigsten Menschen haben das Privileg, ihr Hobby zum Beruf gemacht zu haben. Da sind Schlagersänger, die für einen Stundenlohn von 20.000 oder 30.000 Euro im Möbelhaus aufspielen, quasi die Edelnutten.

Stimmt das?

Keine Ahnung. Ich hatte mit ihm nie zu tun, nur mit seiner Schwester.

Der Clüver soll ja fast jedes Jahr eine neue CD rausgebracht haben. Wieviel von den jeweils aktuellen CDs mögen Leute vom Schlag Clüver eigentlich so absetzen? 2000 bis 3000?

Er hatte keinen Plattenvertrag, daher hat er selber ein Label gegründet, um seine CDs rauszubringen. Aber wieviele er davon verkauft hat, weiß ich nicht. Die werden ja meist bei Auftritten verkauft, direkt aus dem Koffer, entweder vom Tourmanager oder vom Toningenieur. Manche Künstler verkaufen sie sogar bei der anschließenden Autogrammstunde selber. Normalerweise gehen die weg wie warme Semmeln, gleich mit Widmung und Autogramm drauf, ein wesentlich höherer Kaufanreiz. Allerdings kaufen die Leute erfahrungsgemäß lieber eine Hit-Compilation als ein aktuelles Album.

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02 Aug 2011 12:23 #842603 von Jim Knopf
Jim Knopf antwortete auf Bernd Clüver ist tot

... so wie Jürgens oder Carpendale

Freddy Albers hast Du vergessen. :adeal:

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02 Aug 2011 12:26 #842605 von Rock-A-BillyMafia
Rock-A-BillyMafia antwortete auf Bernd Clüver ist tot

Nein. Die kriegen für die ganze Zeit, in der sie da im australischen Dschungel hängen und vor den Augen der gesamten deutschen Öffentlichkeit Kakerlaken fressen, gerade mal soviel, wie ein 45minütiger Auftritt im Möbelhaus bringt. Dschungelcamp ist also eher was für Künstler, die gerne mal wieder im Möbelhaus auftreten würden und durch die Teilnahme am Dschungelcamp die dafür notwendige Popularität zu erreichen hoffen.


So ein Auftritt im Dschungel ist aber nachhaltiger als ein Auftritt im Möbelhaus und spielt insgesamt sicherlich mehr Geld ein, weil man dann noch ein paar Interviews für RTLII geben kann und vielleicht noch der Freizeit Revue seine Lebensbeichte verkaufen kann.

Was ich eigentlich sagen wollte: Nur weil irgendwas gut bezahlt wird, muss es ja noch lange nicht gut für das IMage eines Künstlers sein.

Merke: Möbelhäuser engagieren Künstler, um ein möglichst großes und breites und vor allem zahlungskräftiges Publikum anzulocken.


So die Theorie, aber merke auch: Zu Möbelhauseröffnungen gehen arbeitslose Assis und Hausfrauen, weil die die einzigen sind, die dafür Zeit haben.

Insofern ist eine Buchungsanfrage von einem Möbelhaus letztendlich der Beweis dafür, dass ein Künstler noch den entsprechenden Marktwert hat. Die werden ganz sicher keinen Künstler buchen, nach dem kein Hahn mehr kräht


:beifall: :beifall: :beifall:

Da sind Schlagersänger, die für einen Stundenlohn von 20.000 oder 30.000 Euro im Möbelhaus aufspielen, quasi die Edelnutten.


Gibt es einen Beleg für solche Zahlen?

Keine Ahnung. Ich hatte mit ihm nie zu tun, nur mit seiner Schwester.


Ruf sie mal bitte an und lass Dir die Verkaufszahlen durchgeben. Sag es ist für eine Recherche in einem Elvis-Forum. :up:




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02 Aug 2011 12:59 #842614 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Bernd Clüver ist tot

So ein Auftritt im Dschungel ist aber nachhaltiger als ein Auftritt im Möbelhaus und spielt insgesamt sicherlich mehr Geld ein, weil man dann noch ein paar Interviews für RTLII geben kann und vielleicht noch der Freizeit Revue seine Lebensbeichte verkaufen kann.

Die Nachhaltigkeit des Dschungel-Auftritts dauert maximal so lange, bis die nächste Staffel anfängt. Möbelhaus-Auftritte dagegen sind eine solide Größe. Vor allem, da die großen Möbelhäuser oft Ketten sind. Wenn Du da als Schlagerbarde einen guten Job machst, schicken sie Dich auf Tournee durch alle Filialen.

Was ich eigentlich sagen wollte: Nur weil irgendwas gut bezahlt wird, muss es ja noch lange nicht gut für das IMage eines Künstlers sein.

Richtig. Aber das trifft doch wohl auf's Dschungelcamp am allermeisten zu!

So die Theorie, aber merke auch:

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02 Aug 2011 13:07 #842616 von Rock-A-BillyMafia
Rock-A-BillyMafia antwortete auf Bernd Clüver ist tot
Ich teile nicht alle Ansichten des MW, aber das kann man so stehen lassen.

Wen gibt es denn noch aus den 70ern, dem ein ähnlichen Schicksal bevorstehen könnte?

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02 Aug 2011 13:11 #842619 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Bernd Clüver ist tot
Als Sexy Rexy mit lautem HOSSA aus dem Fenster flog, konnte man lesen dass er weit über 10.000 DM für seine halbstündige Show kassiert hat. Zur gleichen Zeit hat mein damaliger Arbeitgeber Andrea Berg für ein Sommerfest in meiner Heimatstadt gebucht. Wären Rex Gildo als absteigender Alt-Star galt, hatte Frau Berg den Ruf des aufstrebenden Stars am Schlagerhimmel. Und trotzdem lag ihre Gage deutlich unter der des abgehalfterten Show-Dinos.

Man bekommt ja auch in diversen Boulevard-Magazinen mal zu hören, was Sänger a' la Bernd Clüver oder Roberto Blanco für Firmen-Galas usw. an Gage kassieren. Natürlich bekommt Madonna für ein Konzert mehr, aber offenbar scheint man -wenn man die Kohle nicht in dubiose Spekulationsgeschäfte, Koks oder Nutten investiert- recht ordentlich von den Einnahmen existieren zu können. Auftritte in Möbelhäusern, etc. mögen das Image nicht fördern, aber finanziell scheinen die Deals nicht schlecht zu sein.

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02 Aug 2011 13:21 #842622 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Bernd Clüver ist tot

Als Sexy Rexy mit lautem HOSSA aus dem Fenster flog, konnte man lesen dass er weit über 10.000 DM für seine halbstündige Show kassiert hat.

Ja, das war Mitte der 90er der Kurs für die zweite Garde. Heute - wir wissen es alle mit der "Umrechnung" - das gleiche in Euro.

Zur gleichen Zeit hat mein damaliger Arbeitgeber Andrea Berg für ein Sommerfest in meiner Heimatstadt gebucht. Wären Rex Gildo als absteigender Alt-Star galt, hatte Frau Berg den Ruf des aufstrebenden Stars am Schlagerhimmel. Und trotzdem lag ihre Gage deutlich unter der des abgehalfterten Show-Dinos.

Die Berg habe ich vor knapp 10 Jahren noch für ein paar Riesen auf eine Firmenfeier gebucht. Letztes Jahr hat sie das Angebot eines großen Versicherers ausgeschlagen, für eine Million Euro auf deren Firmengala zu singen, weil sie keinen Bock hatte, sich vor gelangweilten Schlipsträgern zum Affen zu machen, für keine Kohle der Welt. Sie kann sich das inzwischen erlauben, sie ist die erfolgreichste deutschsprachige Sängerin aller Zeiten und besitzt sogar ein eigenes Open-Air-Stadion, worin sie ihre Konzerte für ihre Fans gibt.

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02 Aug 2011 13:53 #842633 von Earth Boy
Earth Boy antwortete auf Bernd Clüver ist tot


Ich finde das nicht "entwürdigend". Es ist schließlich genau die Zielgruppe, die diese Art von Musik hört, und das weiß man als Künstler auch, bevor man den ersten Schlager aufnimmt.


Nein, das wusste kein Schlagerstar der 70er, denn damals war ihre Musik noch chartskompatibel und sie konnten auf große Tourneen gehen. Möbelhauseröffnungen waren so weit weg wie ein Flug zum Mond.

Insofern sind Möbelhaus-Auftritte für einen Schlagersänger der 70er nicht das Problem; Probleme hat er erst, wenn kein Möbelhaus mehr anfragt.


Damit sagst Du schon, was das Problem der Möbelhausauftritte ist: Wer sich hierfür hergibt, ist in der Regel einen Schritt vorm Aufschlag auf dem Boden entfernt. Niemand, der es nicht muss, tut sich das freiwillig an. Deshalb engagieren Möbelhäuser auch solche Leute, denn würden sie noch jemanden bekommen, der auch nur halbwegs angesagt ist, müssten sie nicht auf scheintote Künstler zurückgreifen.

Der Künstler ist soweit unten auf der Karriereleiter angekommen, dass danach nicht mehr viel kommt. Eigene große Tourneen kann er keine mehr durchführen, weil er soviel Leute nicht zieht, Platten verkauft er auch nicht im nennenswerten Umfang, dass er in den Charts auftaucht - ja, ja, ich weiß, die verkaufen Millionen bei ihren Möbel- bzw. Dorffestauftritten und an Raststätten, das kriegt nur keiner mit :e070: - und selbst die öffentlich-rechtlichen Sender haben ihre Volksmusik- und Schlagersendungen soweit zurückgefahren, dass es dort nicht mehr viel zu holen gibt.

Mal ganz davon abgesehen, dass Möbelhausauftritte den letzten Schritt zum künstlerischen Supergau bedeuten und jeder, der Musik nicht nur des Geldes wegen macht, weiß das und leidet auch darunter.

Ein Hoch auf die Möbelhäuser!

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02 Aug 2011 14:22 #842636 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Bernd Clüver ist tot

Nein, das wusste kein Schlagerstar der 70er, denn damals war ihre Musik noch chartskompatibel und sie konnten auf große Tourneen gehen. Möbelhauseröffnungen waren so weit weg wie ein Flug zum Mond.

Große Tourneen haben schon damals die wenigsten gemacht. Die, die damals tatsächlich echte Tourneen gemacht haben, sind im Prinzip die gleichen, die es heute auch noch tun. Oder tun würden, wenn sie noch lebten oder noch aktiv im Geschäft wären.

Mal ganz davon abgesehen, dass Möbelhausauftritte den letzten Schritt zum künstlerischen Supergau bedeuten und jeder, der Musik nicht nur des Geldes wegen macht, weiß das und leidet auch darunter.

"Möbelhaus" ist ja erst mal nur ein Synonym. Es geht um Auftritte für Künstler, die mit ihrer Performance keinen Konzertsaal mit zahlenden Besuchern voll kriegen. Das können Möbelhäuser, Autohäuser, Einkaufszentren sein. Das können Stadtfeste sein, Straßenfeste oder auch die Dorfkirmes.

Dann gibt es noch eine andere Kategorie, das ist das Gala-Geschäft. Da spielt man in guten Häusern (meistens Veranstaltungssäle von Hotels wie Maritim, Hyatt oder Hilton) vor einem erlesenen Publikum, meistens Angehörige der Führungsetagen von Firmen. Da fließt noch mehr Geld als bei den "Möbelhäusern", aber jeder Künstler, der da auftritt, betrachtet das wirklich nur als Schmerzensgeld. Da sitzen die Schlipsträger gelangweilt rum, fressen ihren Hummer, unterhalten sich untereinander meist lauter als die Musik spielen darf, kein Mensch hört dem Künstler zu, es gibt allenfalls einen Höflichkeitsapplaus. Ich habe solche Veranstaltungen mit wirklich hochkarätigen Künstlern wie Engelbert oder Shakin' Stevens gehabt, die sind da allesamt gnadenlos abgekackt, obwohl sie echt alles gegeben haben. DAS ist wirklich frustrierend!

Beim "Möbelhaus" hat man es wenigstens noch mit einem dankbaren Publikum zu tun, die freuen sich, singen begeistert mit und applaudieren frenetisch, stehen anschließend stundenlang für ein Autogramm oder ein gemeinsames Foto an. "Möbelhaus" klingt zwar würdeloser als "Gala", aber da facto ist es genau andersherum.

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02 Aug 2011 14:28 #842639 von Richard Burton
Richard Burton antwortete auf Bernd Clüver ist tot
Bleibt nur noch eine Frage zu klaeren: haette unser Elvis dereinst auch "Galas" in Veranstaltungsraeumen grosser Hotels (ich denke mal, die Gastspiele im International bzw. Hilton in den 60er/70er Jahren sind eine andere Kategorie) bzw. in Filialen von Moebelhausketten der Suedstaaten gegeben? :huh:

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02 Aug 2011 14:31 #842641 von Joe_E.
Joe_E. antwortete auf Bernd Clüver ist tot

Nee, der tingelte lieber durch Mehrzweckhallen. :up:

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02 Aug 2011 14:37 #842642 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf Bernd Clüver ist tot

Bleibt nur noch eine Frage zu klaeren: haette unser Elvis dereinst auch "Galas" in Veranstaltungsraeumen grosser Hotels (ich denke mal, die Gastspiele im International bzw. Hilton in den 60er/70er Jahren sind eine andere Kategorie) bzw. in Filialen von Moebelhausketten der Suedstaaten gegeben? :huh:

Du kannst die deutsche Situation nicht mit der amerikanischen vergleichen. Das Showgeschäft funktioniert in den Staaten etwas anders, die Definitionen sind unterschiedlich und die Grenzen fließend.

Machen wir uns nichts vor: Die Vegas-Auftritte waren ja auch sowas wie ein Möbelhaus-Job - Elvis sollte Kunden ins Casino ziehen, so wie Costa Cordalis oder Jürgen Drews die Kunden ins Möbelhaus ziehen sollen. Im Casino wird mehr Kohle umgesetzt, daher können dort andere Gagen gezahlt und entsprechend andere Künstler gebucht werden, aber vom Prinzip der Dienstleistung her ist es das gleiche. Nicht umsonst haben Vegas-Auftritte unter amerikanischen Rockstars das gleiche Image wie hierzulande die Möbelhaus-Gigs.

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