file EP - Easy Come, Easy Go

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30 Apr 2017 18:39 - 30 Apr 2017 19:02 #902905 von Earth Boy
Earth Boy erstellte das Thema: EP - Easy Come, Easy Go
Easy Come, Easy go

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Vorderseite Cover deutsche PressungRückseite Cover deutsche Pressung



Katalognummer: EPA-4387
Veröffentlichung: März 1967
Höchste Platzierung USA: -


Review


Easy Come, Easy Go
Geschrieben wurde das Lied vom zuverlässigen Ben Weisman. Ganz gleich, was von ihm gefordert wurde, er schien ein Lied abliefern zu können und so verdanken wir ihm unterschiedliche Songs wie Chesay, Follow that dream oder I’ll never know. Im Gegensatz zu manch anderen Autorenteam der Soundtracks gelang es ihm auch noch Lieder in den 70ern in Elvis Backkatalog unterzubringen, wenn auch nicht mehr viele.

Ein solider Eröffnungssong in der Güteklasse von Speedway, Kissin‘ Cousins oder Roustabout. Nahzu alles, was man über dieses Lied sagen kann, gilt für den Rest des Soundtracks. Muffiger Sound, welcher auf einer Soundstage aufgenommen wurde und so klingt, als ob man dicke Wollsocken über die Mikrofone der beteiligten Musiker gezogen hätte. Dazu kommt ein Elvis bestenfalls routiniert sein Pensum runterspult. Keine guten Voraussetzungen für einen Soundtrack, und doch ich mag ihn.

Easy Come, Easy Go ist ein flottes Stück, welches gute Laune macht, ohne aber mehr zu sein als Durchschnitt.
☆☆1/2

The Love Machine
Eine midtempo Nummer bei welcher Elvis wie so oft bei seinen späteren Soundtracks eher eine Art Sprechgesang abliefert; natürlich singt er, aber ohne jegliche Anstrengung, ungefähr als würde man etwas erzählen und das Ganze mit seiner Singstimme. Das Lied ist für mich zwar noch kein Kandidat für eine greatest Shit Kompilation, der kommt gleich, aber doch unterdurchschnittlich.
☆☆

Yoga Is As Yoga Does

Was soll man von einem Song halten, über welchen selbst seine beiden Autoren das Folgende zu sagen haben:

Frame by frame schrieb: Gerald Nelson: Isn’t that song terrible! […]
Fred Burch: [This] is probably the worst song Elvis ever had to do […]


In der Tat eine ganz laue Nummer, in welcher man sich skriptgemäß auf so offensichtlich uninformierte Art und Weise über Yoga (schlecht) lustig macht. Wenn jetzt wenigstens noch die Musik gut wäre…
1/2☆

You gotta stop
Eine großartige mitreißende Nummer, die mit einem klassischen langsam Einstieg beginnt, um dann flott abzugehen. Dazu ein eingängiger Refrain, in welchem meistens nach dem Wort Stop eine Pause eingebaut wird und wobei die ganze Band bis auf die Gitarre verstummt. Kein schlechter Effekt, auch wenn die Gitarre so klingt, als ob sie sich im Flur neben an befindet.

Am Ende klingt es für mich so, als ob man das Lied schlecht editiert hätte, dennoch gibt’s von mir fette
☆☆☆☆☆

Sing You Children
Der Text ist angereichert mit Bezügen zum Alten Testament und der Aufforderung an alle Anwesenden, dieses Stück mitzusingen. Es gibt Outtakes, die langsamer sind, als der spätere Master, was aber bei dieser Mitsingnummer für mich nicht so funktioniert, wie die schnellere Variante. Tolles Lied, das ich sehr mag.
☆☆☆☆☆

I’ll Take Love
Ein weiterer sehr schmissiger Song, welcher durch seine Bläser einen lateinamerikanischen Touch erhält. Etwas schwächer als die beiden vorangegangen Lieder, aber immer noch über dem Durchschnitt.
☆☆☆1/2



Fazit
Ich mag den Soundtrack, trotz miesen Sounds. Ich finde, dass er zu unrecht als Tiefpunkt von Elvis Werk verkauft wird, vermutlich weil er kommerziell ein Flop war, wohingegen ein Filmalbum wie Paradise Hawaiian Style, das ich als viel schlechter einstufe, sich noch halbwegs verkaufte. Die Zeit der EPs war allerdings ganz allgemein vorbei, selbst die Beatles brachten im Jahr 67 ihre letzte EP zu Lebzeiten der Band heraus, aus der man in den USA lieber durch Hinzugabe von Singles A- und B-Seiten eine LP kreierte. Sicherlich war Elvis mit einer solchen Veröffentlichung aus der Zeit gefallen, wenn man es damit vergleicht, was damals von anderen Künstlern wie den Beatles veröffentlicht wurde, dennoch hat diese EP immerhin zur Hälfte Songs, die mir gut gefallen und ein okayes Stück, sodass es von mir
☆☆☆ gibt.
Letzte Änderung: 30 Apr 2017 19:02 von Earth Boy.
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01 Mai 2017 08:57 #902939 von Atomic Powered Poster
Atomic Powered Poster antwortete auf das Thema: EP - Easy Come, Easy Go
Als Easy Come, Easy Go in den Kinos gezeigt wurde und die begleitende EP an die Plattenläden ausgeliefert wurde muss Elvis wie ein Anachronismus gewirkt haben. Der alberne Versuch die Eigenheiten der Jugendkultur in den Film mit einfließen zu lassen bzw. zu parodieren dürfte diesen Eindruck sogar noch verstärkt haben, muss er doch auf Eingeweihte in etwa so grotesk gewirkt haben wie rappende Zeichentrick-Kühe in einem Disney Film auf einen im Ghetto aufgewachsenen Hardcore-Rapper.

Ein Tiefpunkt mit enormen Fremdschäm-Potenzial stellt zweifelsfrei das schauerliche Yoga Is As Yoga dar. Immerhin war man gnädig genug dem Hörer dieser EP die im Duett mit der Schauspielerin Elsa Lanchester gesungene Filmversion, die tatsächlich noch schlimmer ist als die Plattenversion, zu ersparen.

Die wenigen harten Elvis-Fans die diese EP noch kaufen mochten wurden, hatten sie sich mit dem so dumpfen wie dünnen Sound des Soundtracks arrangiert und sich durch die A-Seite des Vinyls mit einem am Reißbrett entworfenen, langweiligen Titelstück, dem dümmlichen The Love Machine und dem erwähnten Yoga Is As Yoga Does gequält, mit einer zumindest passablen B-Seite entschädigt.

You Gotta Stop, der erste Song dieser B-Seite, ist immerhin nett arrangiert, wenn auch die zugrundeliegende Komposition alles andere als einen Husarenstreich darstellt. Der Filmgospel Sing You Children mit seiner eingängigen Melodie und dem swingenden Rhythmus ist dann nicht nur der erste Song dieses Soundtracks der Spaß macht, er wäre - unter vernünftigen Bedingungen aufgenommen - auch auf einer Veröffentlichung des King denkbar gewesen die nichts mit einem Film zu tun hat.

I'll Take Love setzt als feiner Popsong, den ein motivierter Elvis sicher besser hätte singen können, den Schlusspunkt unter einen aus naheliegenden Gründen erfolglosen Tonträger aus dem man, wäre da nicht das erwähnte Problem mit dem Sound, eine ordentliche Single hätte destillieren können.
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