file Pot Luck (Album)

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12 Sep 2016 19:14 - 12 Sep 2016 19:27 #900514 von Earth Boy
Earth Boy erstellte das Thema: Pot Luck (Album)
Pot Luck

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Vorderseite Cover US PressungRückseite Cover US Pressung



Katalognummer:LSP / LPM 2523
Veröffentlichung:Juni 1962
Höchste Platzierung USA: 4


Review

Ich gebe es zu: Pot Luck ist eines meiner absoluten Lieblingsalben von Elvis. Hier stimmt einfach alles. Großartiger Gesang, tolle Produktion und Lieder, die ein gewisses Niveau eigentlich nie unterschreiten. Ein Album, bei welchem mein Lieblingsautorenteam (Pomus / Shuman) ein Drittel der Lieder geschrieben hat, da kann nicht viel schief gehen.

1. Kiss me quick

Der für den Elvis der Jahre 61/62 durchaus typische lateinamerikanische angehauchte Pop. Mort Shuman bezeichnete die Nummer mal als das schlechteste Lied, welches er für Elvis geschrieben hat. Ein hartes Urteil, das ich so nicht nachvollziehen kann. Schlechter als Double Trouble? Wobei er in dem gleichen Interview auch zugab, keine Erinnerung mehr zu haben, wie der Song Double Trouble geht - das relativiert die Aussage ein wenig. :grin:

Wie dem auch sei, Kiss me quick ist eine schwungvolle Nummer, die sofort ins Ohr geht und einen guten Start in das Album bedeutet, auch wenn es ein etwas schlagerartiges Stück ist.
*** 1/2

2. Just for old times sake
Man kommt nicht umhin zu bemerken, dass die Melodie des Refrains und der Strophe ein wenig beliebig ist. Gerettet wird das Lied von der sehr schönen Bridge (I know, now I know...) und dem umwerfenden Gesang von Elvis. Dutzendware, aber auf hohem Niveau.
** 1/2

3. Gonna get back home somehow
Lied Nummer drei stellt auch gleich den ersten Kracher dar. Eröffnet wird das Lied von einem geilen turbulenten Schlagzeugspiel, gefolgt von einem Elvis der sich scheinbar mühelos durch den Rocker singt. Noch besser finde ich die Outtakes, in welchen die Jordanaires bereits von Anfang an Elvis mit ihrem Gesang antworten. Schade, dass man das beim Master dann anders gehandhabt hat.
*****

4. Such an easy question
Mit Ausnahme von She's not you war Elvis vielleicht nie mehr easy listening als hier. Elvis wechselt mühelos zwischen tiefem und hohen Gesang und liefert so den perfekten Gesang für ein gutes Stück 60s Pop.
****

5. Steppin' out of line
Das Lied wird oft gescholten, weil es soundmäßig nicht auf das Album passt, da es ein Überbleibsel vom Blue Hawaii Sountrack darstellt. Aber was für eines. Ein fantastischer Rocker, der besser ist, als alle anderen Nummern der angeblichen "14 great Songs", die uns das Cover des Filmalbums verspricht. Elvis und Band scheinen höllisch viel Freude bei der Nummer zu haben, besonders hörbar beim Instrumentalbreak, bei welchem Elvis begeistert aufschreit und Boots Randolph eine Hammersolo abliefert. Wen stört es da, dass man das Gefühl hat, als ob der Sound übersteuert ist. Geil.
*****

6. I'm yours
Ich gestehe ja, dass das Lied objektiv nicht schlecht ist; dennoch ist ein absolutes Hassobjekt von mir. Kirmesorgel und Schlagermelodie, das geht für mich gar nicht.
*

7. Something blue
Äußerst bezaubernde Ballade mit einem dominant in den Vordergrund gemischtes Piano, welches wunderbar perlend gespielt wird. Elvis Gesang ist wie immer in der Zeit engelsgleich. Sehr schön.
****

8. Suspicion

Wieso weder Elvis noch RCA das Potenzial dieses Latino-Pop-Songs erkannt haben, ist mir ein Rätsel. Wunderes Stück Popmusik, welches von dem Spannungsverhältnis zwischen rhythmischer Strophe und pathetischem Refrain lebt. Eines meiner Lieblingslieder.
*****


9. I feel that I've known you forever
Wunderbares ruhiges Stück, das noch stärker als sonst von Elvis Gesang getragen wird. Das dramatische Finale verlangt Elvis ähnlich wie bei Surrender alles ab. Einziger Kritikpunkt ist der Umstand, dass das Lied etwas kurz ist.
**** 1/2

10. NIght rider

Straighter Rock 'n' Roll Song, der nicht ganz das Niveau der anderen Rocker auf der Scheibe hat, aber beileibe nicht übel ist.
*** 1/2

11. Fountain of love
Nach I'm yous für mich einer wenigen genialen Momente des Albums. Wieder mal für mich ein Hauch zu schlageresque. Großartig finde ich allerdings die schön gespielte Gitarre.
***

12. That's someone you never forget
Ein fantastischer Ausklang für ein großartiges Album. Das Lied ist nicht deshalb fantastisch, weil der Titel Elvis Idee war - da wird aus meiner Sicht viel zu viel Aufhebens gemacht - sondern wegen der ungewöhnlichen Melodie. Einer düstere Strophe / Refrain steht eine optimistische Bridge gegenüber. Pure Magie; ungeachtet der Tatsache, dass Elvis am Ende bei "planned" ein unschönes Ploppgeräusch ins Mikrofon singt. Noch eine Sache zum Text. Gerne wurde mal spekuliert, mit dem "someone" habe Elvis seine Mutter gemeint. Von der Tatsache mal abgesehen, dass Elvis nach allem, was wir wissen, den Text nicht geschrieben hat, sondern nur der Ideengeber für den Liedtitel war, ergibt eine solche Interpretation keinen Sinn. In der letzten Strophe singt Elvis davon, dass andere seinen Weg kreuzen, aber diese die eine nie ersetzt werden können. Es wäre höchst merkwürdig, wenn der Text einem Glauben machen wollte, dass im Leben einem mehrere Mütter über den Weg laufen. Bei solch waghalsigen gedanklichen Verrenkungen ist man irgendwie auch dankbar, dass unser Mann nicht mehr ins Songwriting involviert war.
*****

Fazit:
Es ist keine Frage, dass auch dieses Album wie jedes der Popgeschichte, das ich kenne, Stücke hat, die ich nicht so großartig finde. Aber die meisten Lieder finde fantastisch und das Album ist bei mir sehr regelmäßig im Player, sodass ich gerne die Höchstnote zücke
*****
Letzte Änderung: 12 Sep 2016 19:27 von Earth Boy.
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12 Sep 2016 20:01 - 12 Sep 2016 20:05 #900522 von dschungelkönig
dschungelkönig antwortete auf das Thema: Pot Luck (Album)
Ein feines Album, in der Tat. Von den vier früh-60er Nashville-Alben allerdings für mich doch das vielleicht schwächste. EIB hat bei allen anderen Qualitäten zusätzlich noch rauhe Bluesigkeit zu bieten, HHIM ist lässig-swingende Perfektion und bei Something... fand ich zwar bislang immer die strikte Trennung von Balladen und Up-Tempo Songs total scheiße aber in letzter Zeit gefällt mir gerade die Balladenseite immer besser. Gerade diese durchgehende Stimmung, die ja trotzdem einiges an Abwechslung bietet, schockt mich ziemlich an. Die Zeiten ändern sich halt.

Zudem ist auf den drei genannten Alben kein Song zu finden den ich, zumindest im Kontext des Albums, nicht gerne höre. Bei Pot Luck dagegen sind auch für mich ein oder zwei persönliche "geht grad noch so" Kandidaten dabei. Dennoch ein essentielles Album, gerade für mich als früh 60er Elvis Fan, und wohl unter meinen Top 10-15 der am häufigsten gehörten Elvis Alben.

Songwertungen folgen morgen oder so.

Vertrauen sie mir, ich weiß was ich poste.
Letzte Änderung: 12 Sep 2016 20:05 von dschungelkönig.

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