file Elvis Stimme

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05 Aug 2005 14:33 #393044 von Harty
Harty erstellte das Thema: Elvis Stimme
Elvis hatte in den 50er,60ern, die Phase 67-69, 70-73, 74-77

eine Stimmlage , die sich teilweise deutlich unterschied.

ich kenne keinen Sänger, bei dem sich die Stimme so deutlich veränderte wie bei Elvis.

Daher mal die Frage, würde wir heute eigentlich Elvis an seiner Stimme erkennen..soll keine Theorie auslösen ...

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05 Aug 2005 17:48 #393207 von glen d.
glen d. antwortete auf das Thema: Elvis Stimme
Wenn man die letzten Jahre nimmt, dann wäre, wenn er heute noch leben würde, seine Stimme heute voller und reifer, ein wenig tiefer, nicht so wie J.D. Sumner, aber tiefer. :wub:

Hört doch einmal HOW GREAT THOU ART an oder Hurt. :ergeben:

Leute, das sind Meilensteine, nicht nur 1975 sondern auch 1976 und 1977 !!! :adeal:

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05 Aug 2005 18:14 #393214 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf das Thema: Elvis Stimme
Veileicht wäre ein heute astreiner tenor, wollte er ja immer sein.( ein bisschen war er es schon schon)

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09 Aug 2005 08:22 #394066 von Big Hunk
Big Hunk antwortete auf das Thema: Elvis Stimme

Veileicht wäre ein heute astreiner tenor, wollte er ja immer sein.( ein bisschen war er es schon schon)

Nur, weil er ab und an recht hoch rauf zog? Nein, ein Tenor wäre er nie geworden. Was aber auch nicht schlimm ist.

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09 Aug 2005 23:32 #394844 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf das Thema: Elvis Stimme
Die Kategorien "Bass", "Bariton" und "Tenor" entstammen der klassischen Gesangslehre. Da werden Sänger so definiert, und entsprechend fokussiert sich ihre Gesangsausbildung. Lernt ein Sänger z.B. "Tenor", so übt er eine spezielle Technik ein, um die Höhen, die ihm von der physischen Veranlagung seines Stimmapparats gegeben sind, nach den "Regeln der Kunst" zu singen. Dass er vielleicht auch Bariton singen könnte, ist dabei nicht ausgeschlossen, wird aber vernachlässigt und verkümmert daher geradezu. Mitunter wird sogar behauptet, es sei schädlich für einen Tenor, sich in anderen Stimmlagen zu versuchen. Vor allem Bass-Sängern sagt man, sie ruinieren sich die Stimme, wenn sie sich in Tenor-Höhen quälten.

Diese klassischen Definitionen auf einen Pop-Sänger wie Elvis anzuwenden hieße Birnen mit Äpfeln zu vergleichen. Tatsächlich hat Elvis hohe Töne gesungen, die in der Klassik nur dem Tenor vorbehalten sind (z.B. "Surrender"), und andererseits tiefe Töne, für die der klassische Bariton prädestiniert gewesen wäre (z.B. "A thing called love").

Es lässt sich nicht abstreiten (und wurde auch hier im Board in anderen Threads schon heiß diskutiert), dass Elvis sowohl mit den extrem hohen Tönen wie auch mit den sehr tiefen seine hörbaren Problemchen hatte. Das lag aber nicht daran, dass seine Stimme "ungeeignet" gewesen wäre. Ganz im Gegenteil: Meiner bescheidenen Ansicht nach hätte Elvis die stimmliche Veranlagung gehabt, sowohl einen volltönenden Bariton wie auch einen respektablen Tenor abzugeben. Das hätte er - technisch richtig - jedoch nur mit "fachlicher" Anleitung und konstantem, zielgerichtetem Training geschafft. Wir alle wissen, dass er das nie getan hat - und auch nicht tun musste, denn dazu bestand kein zwingender Grund!

Ein Frank Sinatra hat sich als Bariton definiert und entsprechend nur Songs bzw. Tonarten gesungen, die für diese Stimmlage ausgelegt waren. Nicht so Elvis, er hat das nie getan bzw. wohl eher nie einen Gedanken daran verschwendet. Er war kein Theoretiker, sondern ein reiner Bauchmensch, was seine Herangehensweise an Musik anbetraf - zum Glück!!!

Dass Elvis extreme Höhen geschafft hat (wie z.B. 1977 das H vorm hohen Tenor-C in "It's now or never"), beweist, dass seine Stimme das hergab. Jedoch klappte das nicht immer, war mitunter ein Zufallsprodukt, nicht reproduzierbar und meist tagesformabhängig. Er griff dann gerne mal zu "Hilfsmitteln" wie Quetschen, Pressen und Knödeln. Mit einer entsprechenden, erlernbaren Technik hätte er diese Töne jedoch jedes Mal ohne diese "Umwege" treffen können.
Ebenso bei den tiefen Tönen: Man höre sich bloß "Early morning rain" an, wo er das G zwar trifft, es aber geradezu "ohne Kern", quasi "stimmlos" ertönt, wie die Gesangsfachleute es ausdrücken. Mit der richtigen Technik hätte er auch das hinkriegen können.
Nur eine Bass-Stimme hätte er nie singen können, dazu hatte er die entsprechende physische Veranlagung einfach nicht. Vielleicht erklärt sich auch so seine lebenslange Faszination für die Bass-Sänger der Gospel-Gruppen...?

Fazit: Von den reinen Möglichkeiten her hatte Elvis ein enormes angeborenes stimmliches Talent, mehr sogar als viele klassische Sänger. Er hat halt nur verabsäumt, das eine oder andere Extrem entsprechend zu trainieren.

Gleiches gilt für seine Stilistik. Wir Fans betonen immer, dass Elvis der wohl vielseitigste Sänger der Geschichte der Pop-Musik war, weil er so gut wie ALLES gesungen hat. Das ist so gesehen richtig, aber er hat keine dieser Stilrichtungen im strengsten Sinne der Definition "stilecht" gesungen! Vielmehr hat er alles als ELVIS gesungen, unverkennbar! Wenn er Gospel gesungen hat, dann nur anstatzweise in der Stilistik eines reinen Gospel-Sängers - ein Vergleich seiner Versionen mit denen der entsprechenden Originale beweist das schnell. Ebenso hat er nie einen Country-Song wie ein Country-Sänger gesungen, und keinen Chanson wie ein Chansonnier. Beatles-Lieder klangen bei ihm nicht nach Beatles, und sein Blues war nicht wirklich Blues.

Das soll jetzt aber keine Negativ-Kritik sein - ganz im Gegenteil! Gerade das beweist seine scheuklappenfreie Herangehensweise und seine Originalität im wahrsten Sinne des Wortes! Streng genommen klingen irgendwann fast alle Blues-Sänger gleich, die meisten Country-Sänger sowieso, und alle Opernsänger noch viel mehr. Aber ein Elvis ist immer ein Elvis - unverkennbar. Egal was er singt, man hört ihn immer eindeutig heraus, er ist einfach unverwechselbar! Meiner Meinung nach ist es gerade das, was ihm diese immense weltweite Anhängerschaft beschert hat und wodurch er auch knapp 30 Jahre nach seinem Tod noch so präsent und mitreißend ist, dass er täglich neue Fans gewinnt, die teilweise lange nach seinem Tod geboren wurden - und kein Ende ist absehbar. Mit seiner einmaligen musikalischen Persönlichkeit und seinem unverwechselbaren (und daher immer ehrlichen!) Stil strahlt er hell über allen anderen - auch über denen, die in ihrem jeweiligen "Fachgebiet" stimmlich und technisch vielleicht versierter waren als er.

Wir können also festhalten: Das, was viele ihm negativ anlasten, ist gerade das, was ihn so groß und unvergessen gemacht hat. Seine vermeintliche Schwäche war in Wirklichkeit seine größte Stärke! Er hat gezeigt, dass man mit der gleichen Inbrunst und Überzeugung Kompositionen von Brahms, Becaud, Beatles, Kaempfert, Fogerty, Ray Charles und Big Boy Crudup singen konnte, ohne sich dabei zu verbiegen, zu verkaufen oder unglaubwürdig zu machen.

Wenn wir jetzt also versuchen, Elvis in herkömmliche Schubladen wie "Tenor" oder "Bariton", "Rock'nRoll" oder "Country" zu pressen, widersprechen wir exakt dem Kern seiner "Botschaft", nämlich dass es nur gute und schlechte Musik gibt, jenseits all der Grenzen und Schranken, die sich die Menschen aus unerklärbaren Gründen ständig zur Selbstbeschränkung auferlegen.

Elvis zu kategorisieren, beschneidet die Freiheit der Musik und trennt damit ihre Anhänger, ähnlich wie Ideologien und Religionen das tun. Elvis selbst nämlich hatte die Größe, diese Schranken zu ignorieren und Musik als das zu verstehen, zu kommunizieren und zu leben, was sie eigentlich sein sollte: Ein Mittel, um Menschen Freude zu bereiten und sie so zu vereinen. Welcher andere Künstler kann schon so viele Menschen unterschiedlichster Kulturen, Altersgruppen und sozialer Schichten zu seinen Fans zählen?

Meiner Meinung nach hatte Elvis - dem man meistens vorhält, keine Botschaft zu haben - in Wahrheit die großartigste Botschaft von allen, eben gerade deswegen. Das mag jetzt sehr pathetisch klingen, fast schon wie romantische Schwärmerei, aber so empfinde ich das nun einmal, und deswegen steht für mich Elvis immer ein Stück weit über den vielen anderen Künstlern, die ich auch sehr verehre.

Und seine Anhänger haben das größtenteils verstanden: Die meisten Fans anderer Stars oder bestimmter Musikrichtungen sind meist "Puristen" und weigern sich kategorisch, irgend etwas anderes auch nur wahrzunehmen, geschweige denn zu goutieren. Ein Grönemeyer-Fan wäre nie in der Lage, Heino gut zu finden oder ihn zumindest als Künstler anzuerkennen; das sähe er als Widerspruch oder gar als Sakrileg an. Elvis-Fans hingegen (und nirgendwo wird das deutlicher als hier im Board) haben einen sehr breit gefächerten Musikgeschmack und ein immenses Interesse selbst an den Elvis-fernsten Stilrichtungen, weshalb "Außenstehende" gerne fassungslos die Hände überm Kopf zusammenschlagen. So erlebe ich es z.B. oft, dass meine Gäste mich für völlig bekloppt halten, weil in meinem CD-Regal "Peter Alexander" neben "Aerosmith" steht, ohne dass ich darin einen Widerspruch sehe. Und ich wette, fast jeder hier hat auch schon dergleichen selber erlebt - von einigen weiß ich es ja sogar.

Elvis jedoch würde sich wahnsinnig freuen: Botschaft angekommen!

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17 Aug 2005 09:52 #397318 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf das Thema: Elvis Stimme
:up: Woow, danke für diesen tollen Bericht!!!!!!! :up:

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20 Aug 2005 11:39 #398288 von mm69at
mm69at antwortete auf das Thema: Elvis Stimme
GROSSARTIGER ARTIKEL - VIELEN DANK !

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21 Aug 2005 16:36 #398464 von Colonel
Colonel antwortete auf das Thema: Elvis Stimme
Sehr schön geschriebener Artikel Michael!
Einen "Inhalt" wie hier, würde hervorragend in ein Bokklet einer Best-Off-CD passen.
Sehr gefallen hat mir der Aufbau...war spannend zu lesen...und ich kann Dir nur zustimmen was den Inhalt angeht!
(P.S: ich habe ebenfalls von Abba bis Zappa alles mögliche im CD Regal stehen. Und selbst Künstler die ich im allgemeinen nicht sonderlich mag, haben doch meistens hier und da wunderschöne Perlen aufgenommen.....!)

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21 Aug 2005 20:34 #398480 von Mr Statistic
Mr Statistic antwortete auf das Thema: Elvis Stimme
Ein sehr interessanter Beitrag. Wirklich CD-Booklet reif!

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23 Aug 2005 04:42 #398792 von Anonymous
Anonymous antwortete auf das Thema: Elvis Stimme
Hallo Michael Werner, befasst du dich theoretisch damit, oder hast du eine Gesangsausbildung gemacht? Das interessiert mich.
Mich würde noch eines interessieren: In verschiedenen Publikationen wird der Stimmumfang von Elvis unterschiedlich bewertet. Eigentlich kann man das doch richtig messen. Wenn ich das richtig sehe, waren es 4 Oktaven. Ich würde mich da über Antwort von dir sehr freuen.

In einem Punkt möchte ich dir aber in deinem ansonsten großartigem Beitrag - da stimme ich den Anderen zu - widersprechen:

Du sagst, Elvis hätte seine Stimme nicht bewusst trainiert. Ich hatte eigentlich oft das genau gegenteilige Gefühl: Ich habe bei sehr vielen Aufnahmen den Eindruck, das er ganz bewußt versucht, die Grenzen seiner Stimme zu erweitern, und zwar in jedem Bereich, was die Kontrolle des Vibrato betrifft, was die Tonlagenfestigkeit betrifft, das Stimmvolumen ebenso wie den Stimmunfang, und vor allem den immer perfekteren, später fast unmerklichen Umschlag der Stimme ins Fallset . Natürlich hat er das nicht täglich "nach Lehrplan" trainiert, aber er tat es. Daher ja auch die oben angesprochene dramatische Veränderung seiner Stimme, die man von keinem anderen Sänger kennt, wobei die Zunahme seines Gewichtes und seines Medikamentenkonsums da eine entscheide Rolle spielte denke ich, weil das Einfluss auf Resonanz(Körpermasse) und Vibrato (Lähmung der Stimmbandmuskeln) hatte. Und das "pressen" und "würgen" oder "verwischen" bestimmter Tonlagen, finde ich, war nicht immer ein Trick, um Schwächen zu kaschieren - was es gelegentlich war - sondern oft und ganz bewusst so gemacht.
Gerade bei "Its Now Or Never" in der "In Concert" Aufnahme ist das ganz deutlich ein ganz bewusst eingesetzter Ausdruck der Verschärfung der Dramatik des Liedes - so finde ich. Und bei "Hurt" würde ich sagen war Elvis' größter und bester Trainingsplatz: Er hat sogar live auf der Bühne versucht, in immer höhere Tonlagen zu kommen und die immer länger zu halten, und hat dafür das Lied sogar einige Male unterbrochen bzw. Zugaben geliefert. ("Adios" 26.6.77) Wenn man bedenkt, was für ein Arbeitspensum er hatte, also mindestens ein Live Auftritt täglich bei Tourneen, und er so mindestens einmal täglich diese Tonlagen übte (nicht zu vergessen die Beanspruchung der Stimme insgesamt bei einem 70 bis 90 min Konzert), so würde ich das schon als eine enorme Trainingsleistung der Stimme bezeichnen, mehr, als jeder Sänger, der das in einer Musikschule macht.
Manchmal hatte man den Eindruck, das gesamte Konzert war ein Training auf dieses eine Lied hin zum Ende eines Konzertes, man weiss ja, wie sehr ihm vor allem dramatische Lieder zuletzt am Herzen lagen, und es ist ganz deutlich zu hören, das er gerade jene Songs in seinen letzten Konzerten überhaupt erst ernsthaft sang. Die Anfänge dieser Art, solche Songs mit solchen Höhepunkten zu singen, findet man in den frühen 70ern bei "Bridge Over" und "American Trilogy" in Livefassungen, wo er die Lieder immer mehr, vor allem in den Höhenlagen, ausfeilte.
Die Anfänge dieses BEWUSSTEN, ernsthaften Trainings (in den 50ern versuchte er das schonmal sporadisch, allerdings verwarf er das wieder, weil es nämlich auch da Gospels waren, an denen er sich versuchte, und bei denen er sich "freisingen" konnte, und das so gar nicht in das Image passte, was man versuchte an ihm zu feilen: "He's Only A Prayer Away") sind meiner Meinung nach aber erstmals in der Studiofassung von "Rags To Riches" dokumentiert. Ein kraftvolles Lied das man so in der Höhenlage bisher nicht kannte. Hier vermag er aber noch kein Vibrato zu benutzen, weil er nicht trainiert genug ist. Ganz deutlich und schon perfektionierter aber bei "The Sound Of Your Cry"einige Jahre später, und ein einmaliges - und für meine Begriffe SO nie wieder erreichtes - Zeugnis seiner tenorischen Fähigkeiten ist die Alternativ-Version dieses Liedes auf der "Platinum" Veröffentlichung. Ein klassicher Tenor wie ich finde, natürlich - wie du schon sagst - mit seiner unverwechselbaren eigenen Art. Er hält die hohen Tonlagen das komplette Lied bis zum Schluss durch, was eine überragende Leistung darstellt, denn das erfordert eine enorme Kraft und Beanspruchung der Stimmbandmuskeln, die so nicht einmal viele ausgebildete Tenöre schaffen, weil sich Elvis dort ständig an und um die Grenze des Fallsets bewegt, ohne das ihm die Stimme auch nur ein einziges Mal unkontrolliert umschlägt, was ein hervorragendes Zeugnis für seine Kontrollfähigkeit über das Stimmorgan ausstellt. Ich würde das gern mal Tenören hinlegen, das das SO singen sollen. =)

Es treten auch merkwürdige Übereinstimmungen über einen Zeitraum von 2 Jahrzehnten auf völlig unterschiedlichem Niveau auf. So lohnt ein Vergleich von "Tryin' To Get To You" aus der 50er Studioversion mit der 77er Concert, oder noch besser der 74er Memphis Version. Es sind EXAKT die gleichen Tonlagen, nur vermag Elvis in den 70ern selbst in diesen hohen Bereichen Volumen in die Stimme zu bringen, er "zieht" das Volumen und - so paradox das musikwissenschaftlich klingen mag - den Bass bis in diese hohen Stimmlagen mit hinein. Das ist Ergebnis jahrelangen bewussten, vielleicht nicht "technischen", aber zumindest intuitiven Lernens, Lernenwollens. Im Prinzip ist die Triebkraft hier die Gleiche, die ihn auch zerstört hat denke ich: Ungekannte Gebiete erobern, vordringen in Bereiche die er bisher nicht kannte, die Suche nach Vollkommenheit, die Erlösung in der Vollkommenheit. Sie lag für ihn häufig nicht in einem sauberen Schulbuchton, was er gekonnt hat, das wissen wir ja, es war die Gesamtheit der Stimmung, der Emotion eines Liedes, die er perfektionieren wollte.

Mich würde deine/eure Meinung dazu interessieren.

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23 Aug 2005 08:40 #398823 von Gelöschter Nick
Gelöschter Nick antwortete auf das Thema: Elvis Stimme
Waren das wirklich 4 Oktaven oder eher 3 höchstens 3 1/2 ???

Ich glaube auch das Elvis in dieser Art und Weise an sich gearbeitet hat, auch glaube ich das Elvis in gewisser Weise die Atemtechnik beherscht oder zumindest häufig angewand hat.
Wer täglich so anstrengende Konzerte wie Elvis gegeben hat kommt ohne diese Technik auf dauer nicht durch.
Wer selber singt weiss, das wenn er diese Technik nicht anwendet und möglicherweise über seine Grenzen geht, spätestens am nächsten Tag Halsweh hat.

Auch hier ein toller Beitrag von Bimbambino :up:

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23 Aug 2005 09:26 #398853 von Copperhead
Copperhead antwortete auf das Thema: Elvis Stimme

So lohnt ein Vergleich von "Tryin' To Get To You" aus der 50er Studioversion mit der 77er Concert, oder noch besser der 74er Memphis Version. Es sind EXAKT die gleichen Tonlagen,...

Nein. SUN: F-Dur, ab '68: E-Dur. Unterm Strich berührt dies aber das von Dir Gesagte natürlich nicht.

Edit: Aus F-Fur F-Dur gemacht.

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23 Aug 2005 11:09 #398878 von Big Hunk
Big Hunk antwortete auf das Thema: Elvis Stimme

Eigentlich kann man das doch richtig messen. Wenn ich das richtig sehe, waren es 4 Oktaven.

Nein, 4 sind es keinesfalls, zumindest liegt dafür kein tontechnischer Beweis vor.

Seine tiefsten Töne lagen bei <span style='color:red'>Fis </span>(As Long As I Have You, Sweet Caroline), <span style='color:red'>F </span>(Home Is Where The Heart Is, manchmal am Ende von Funny How time Slips Away) und noch seltener vielleicht mal bei <span style='color:red'>E</span> (I Got A Woman, It's Now Or Never), aber das war dann schon kein kräftiges, sauberes, bassiges E a' la Johnny Cash mehr....

Die höchsten Töne (mit "normaler" Stimme, also ohne Falsett) waren das <span style='color:red'>A</span>, welches aber meist nur kurz angerissen wurde (Blue Suede Shoes) oder in welches er sich langsam von unten "hereinmogelte" (Shake A Hand, I'll Never Fall In Love Again). Das <span style='color:red'>B</span> (Surrender) oder eben das <span style='color:red'>H</span>, aber auch hier kam kein direkt getroffenes, geschmettertes H (wie es Tom Jones am Ende von Thunderball auspackt), sondern eines, was zuweilen dünn war und in welches sich von unten herangetastet wurde).

Da aber auch die Kopfstimm-Töne maximal bis zum <span style='color:red'>Fis</span> oder <span style='color:red'>G</span> heraufgingen, und da auch meist nur kurz angerissen (Little Darling, Mystery Train) , so daß man wohl von ziemlich genau drei Oktaven ausgehen kann, nicht aber von 4.

Wenn man bedenkt, was für ein Arbeitspensum er hatte, also mindestens ein Live Auftritt täglich bei Tourneen, und er so mindestens einmal täglich diese Tonlagen übte (nicht zu vergessen die Beanspruchung der Stimme insgesamt bei einem 70 bis 90 min Konzert), so würde ich das schon als eine enorme Trainingsleistung der Stimme bezeichnen, mehr, als jeder Sänger, der das in einer Musikschule macht.


Jein. Sicherlich gibt es auch Musikschulen / Schüler, die stundenlang üben, und das täglich, und nicht wie Elvis, 150 Tage im Jahr, verteilt auf Etappen, und das nur im Schnitt je eine Stunde.

aber erstmals in der Studiofassung von "Rags To Riches" dokumentiert. Ein kraftvolles Lied das man so in der Höhenlage bisher nicht kannte. Hier vermag er aber noch kein Vibrato zu benutzen, weil er nicht trainiert genug ist. Ganz deutlich und schon perfektionierter aber bei "The Sound Of Your Cry"einige Jahre später,


Sang er das nochmals? Rags ist doch vom September, Sound vom Juni 1970. :null:

und ein einmaliges - und für meine Begriffe SO nie wieder erreichtes - Zeugnis seiner tenorischen Fähigkeiten ist die Alternativ-Version dieses Liedes auf der "Platinum" Veröffentlichung. Ein klassicher Tenor wie ich finde, natürlich - wie du schon sagst - mit seiner unverwechselbaren eigenen Art.


Eben - nämlich geknödelt, um in diese Höhen zu kommen. DAS macht in der Tat kein Tenor so. ;)

Er hält die hohen Tonlagen das komplette Lied bis zum Schluss durch, was eine überragende Leistung darstellt, denn das erfordert eine enorme Kraft und Beanspruchung der Stimmbandmuskeln, die so nicht einmal viele ausgebildete Tenöre schaffen, weil sich Elvis dort ständig an und um die Grenze des Fallsets bewegt, ohne das ihm die Stimme auch nur ein einziges Mal unkontrolliert umschlägt, was ein hervorragendes Zeugnis für seine Kontrollfähigkeit über das Stimmorgan ausstellt. Ich würde das gern mal Tenören hinlegen, das das SO singen sollen. =)


Naja, also komm.... jeder Sänger wählt wohl die Tonart im Studio so, daß die Stimme nicht "unkontrolliert umschlägt".

Es treten auch merkwürdige Übereinstimmungen über einen Zeitraum von 2 Jahrzehnten auf völlig unterschiedlichem Niveau auf. So lohnt ein Vergleich von "Tryin' To Get To You" aus der 50er Studioversion mit der 77er Concert, oder noch besser der 74er Memphis Version. Es sind EXAKT die gleichen Tonlagen,


Nicht ganz, Sun ist in F, live war es später immer in E.

nur vermag Elvis in den 70ern selbst in diesen hohen Bereichen Volumen in die Stimme zu bringen, er "zieht" das Volumen und - so paradox das musikwissenschaftlich klingen mag - den Bass bis in diese hohen Stimmlagen mit hinein. Das ist Ergebnis jahrelangen bewussten, vielleicht nicht "technischen", aber zumindest intuitiven Lernens, Lernenwollens.


Auch das sehe ich nicht so. Zunächst einmal: Mir gefallen beide Fassungen, vergleichen kann man sie aber nicht. Die Versionen nicht, und auch nicht die dünne, etwas unreife Jungenstimme mit der vollen, "fetten" Stimme des zuweilen ebensolchen Weltstars, aber ich denke, das war einfach eine Veränderung´seiner Stimme und keine bewußt antrainierte Stimme.

Schade, daß es von Elvis keine Aufnahmen mehr gibt, auf denen er 60 oder über 70 ist, denn da werden viele Stimmen, die einst voll klangen, meist wieder "dünner".

Im Prinzip ist die Triebkraft hier die Gleiche, die ihn auch zerstört hat denke ich: Ungekannte Gebiete erobern, vordringen in Bereiche die er bisher nicht kannte, die Suche nach Vollkommenheit, die Erlösung in der Vollkommenheit. Sie lag für ihn häufig nicht in einem sauberen Schulbuchton, was er gekonnt hat, das wissen wir ja, es war die Gesamtheit der Stimmung, der Emotion eines Liedes, die er perfektionieren wollte.


... und auch konnte, wenn er wollte!

Mich würde deine/eure Meinung dazu interessieren.

Mich würde deine Meung dazu interessieren.


Ich hoffe, ich durfte meine auch äußern.

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24 Aug 2005 02:16 #399167 von Anonymous
Anonymous antwortete auf das Thema: Elvis Stimme
Woher weisst du das mit den Tonlagen so genau BigHunk? Würde mich wirklich interessieren. Man braucht doch dazu irgendeinen Vergleich, und müsste dann einen bestimmten Ton von Elvis mit diesem Vergleichston vergleichen, oder? (Ähm, 3 mal "Vergleich" in einem Satz, naaaaaaaaaaaaja)

Find das cool hier enlich mal Profis zu treffen. =)

Es gibt natürlich vieles wo du Recht hast denke ich. Mir gefällt auch, das du Realist bist, das ist mir schon bei einigen Postings aufgefallen, und ich zugeben muss, das ich bei Elvis' Stimme neben vielen Dingen dir mir gar nicht gefallen, regelmäßig ins Schwärmen gerate. Ich kann hören wen und was ich will, und es mag noch so wunderbar sein....Ich mache Elvis an, und da ist eben DAS in der Stimme, was man nur in DIESER Stimme findet. Vielleicht kann man sagen, das Elvis' Stimme eine eigene Seele besaß. (Gott werd ich schmalzig)
Viele "großartige" und bekannte Songs von ihm sind sängerisch gar nicht so schwer wie Always On My Mind, Love Me Tender, Heartbreak, Burning Love oder Seperate Ways. Vieleicht lag das an ihrer "Kommerztauglichkeit", global betrachtet. Das fällt mir immer wieder auf. Andere widerum, die sich auf den ersten "Hör" relativ einfach und flach anhören, sind ungemein schwer zu singen, wenn man versucht, sie exakt nachzusingen, z.B. In The Ghetto. Hier setzt er ganz bewusst das Vibrato sehr sparsam und auch innerhalb des Liedes äußerst unterschiedlich ein. Man neigt bei dem Lied immer dazu, zuviel Vibrato zu singen, und ist überrascht, wenn man die Aufnahmen vergleicht, obwohl einem das sonst nicht passiert. Vielleicht geht das aber nur mir so. Überhaupt sind die - nach meiner Meinung - sängerisch schwierigsten und besten Songs von ihm weniger bekannt: Wie ich schon sagte Hurt oder Rags To Riches, oder eben The Sound Of Your Cry, oder sogar gleich mehrere der Fool LP: Fool, Where Do I Go From Here, Padre, oder Ill Take You Home. Oder andere, völlig vernachläßigte wie Change Of Habit, Lets Forget About The Stars, welches allerdings vom Arrangement völlig laienhaft ist, Clean Ujp Your Own Back Yard....mir fallen die jetz alle nicht ein.
Ich glaube ohnehin, das man nach dem großen Rummel und nachdem die Hits alle wirklich abgenuddelt sind, man überhaupt erst anfängt, sich ernsthaft mit den stiefmütterlich behandelten Songs auseinandezusetzen. Ich versuche immer, das Potential eines Liedes auszuloten, indem ich mir gedanklich die Stimme aus dem Lied ziehe, und versuche, mir ein neues Arrangement zu denken, quasi ein gedanklicher Remix. So könnten einige großartige Songs herauskommen, LoveSongs wie das von dir angesprochene home is where the heart is, big love, anyone, for ol times sake. ich meine damit nicht geschmackliche Vorlieben, sondern künstlerische Leistungen, die auch in sowas wie Schlichtheit oder "Seele baumeln lassen" liegen, die einen eigenen Charaktr prägen und somit Wert erlangen. Stellt euch mal For ol times sake mit einem neuen Arrangement vor, und dazu ein romantisch-melancholischer Videoclip von Karibik mit einer vor Liebeskummer traurig kuckenden Britney Spears...LOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOL, ok ok, albern, ich will aber damit rüberbringen, was dieser Song allein durch elvis' Stimme gefühlsmäßig rüberbringen kann, und im Prinzip nur das Arrangement "zeitlich" ist, manchmal nciht einmal das, wie dem zeitlosen In The Ghetto.
Bei Remixes gehen die Meinungen ja weit auseinander, sie eröffnen aber die Möglichkeit, eine Stimme völlig neu einzuordnen und zu kucken, ob sie auch anderweitig trägt, oder ob eben nur das Arrangement die Stimme trug. Irgendwo hab ich hier eben wieder was von neuen Remixes gelesen, aber in den Katakomben dieses Forums ist es gar nicht so leicht, den Überblick zui behalten. =))
Das ganze Problem bei Elvis ist eben seine Jahrzehntelange Bühnenpräsenz die tontechnisch dokumentiert ist, die Veränderung seines Körpers, seiner Stimme....und da nun schlüssig erklären zu wollen, welche Anteile davon auf Alterserscheinung zurückzuführen sind, was Training war, was Verfall war, was Körperfülle war, welche Veränderung der Stimme nun worauf zurückzuführen war.....ich glaube wir sind an dem Punkt, an dem schon 1000 Andere vor uns waren: Er lässt sich eben nicht beschreiben, er bleibt in sich ein Phänomen.


Aber bitte sag mir mal woher dui das so genau mit den Tönen weißt, ich bin daran wirklich interessiert.

P.S.: Das mit den 4 Oktaven habe ich in der DDR Biografie "Elvis Presley" von Wolfgang Tilgner, 1986, gelesen.

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24 Aug 2005 02:27 #399169 von Anonymous
Anonymous antwortete auf das Thema: Elvis Stimme
So, ich schreibe hier keine langen Postings mehr. ich bekomme davon immer Kopfweh :rolling2: :kopf1: :denkedenke: :hearty: :roundy: :tuety:

*aspirin such*

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