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Something For Everybody (BMG FTD 82876 67969-2)

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Besprechung aus "Memories Of Elvis" - Nummer 129 (2006):

Von: Uwe Keiderling

Dies ist der gelungene Nachfolger der FTD-CDs "Elvis Is Back!" und "Today" - eine erweiterte Ausgabe der alten LP von 1961 auf 2 CDs mit einer Fülle von Bonusmaterial. Wie üblich hören wir zuerst die LP-Titel in ihrer originalen Reihenfolge, einschließlich der damaligen an Sabotage grenzenden Idee, auf der einen Seite nur alle langsamen und auf der anderen nur alle schnellen Lieder zusammenzufassen.

Ergänzt wird das Ganze durch einige Single-Titel, die zwar mit der LP selbst nichts zu tun haben, aber zeitlich und stilistisch gut dazu passen. Eine Ausnahme bildet hierbei "I Feel So Bad", welches aus der LP-Session stammt und ursprünglich auch auf der LP enthalten sein sollte. Zwecks Werbung für den zeitgleich mit der LP im Juni 1961 erschienenen Film "Wild In The Country" wurde dieses Lied dann aber kurzfristig noch gegen den Filmsong "I Slipped, I Stumbled, I Fell" ausgetauscht.

Bei einer ausschließlichen Beschränkung auf die Lieder der LP hätte FTD Probleme gehabt, zwei CDs angemessen zu füllen. Das Hinzunehmen der Singles hingegen verhalf den beiden Scheiben zu einer satten Spielzeit nahe der technisch möglichen Grenze der CD von rund 80 Minuten. Die Mischung der Lieder ist abwechslungsreich und gut anhörbar - es ist eben nicht jedermanns Sache, etliche Takes desselben Liedes hintereinander zu hören. Ich persönlich fand es nicht so schön, dass dabei mitunter auch einige direkt und ohne Pause hintereinander aufgenommene Fehlstarts und Takes auseinander gerissen und auf verschiedene Stellen verteilt wurden, doch das ist Geschmackssache.

BMG FTD 82876 67969-2BMG FTD 82876 67969-2Something For Everybody

CD 1 - "The Album"

Die LP- und Singletitel wurden wieder einmal neu remastert. Die Unterschiede zu den bereits sehr guten Fassungen auf der BMG-Box "From Nashville To Memphis" sind jedoch nur marginal. Dieses Mal wurde ein bisschen weniger rauschgefiltert. Das Rauschen an den leisen Stellen wird dadurch etwas deutlicher, aber einen Gewinn beim sonstigen Höhenspektrum merkt man nicht. Die einzigen beiden Lieder, bei denen ich nach scharfem Hinhören eine kleine Verbesserung im Vergleich zur BMG-Box feststellen konnte, waren "Little Sister" und "His Latest Flame", beide vom 26. Juni 1961.

Vielleicht wurde von dieser Session ein besseres Band gefunden? Beim normalen Zuhören über die Lautsprecherboxen wird man den Unterschied aber wohl gar nicht wahrnehmen.

Komplett aus der Reihe fällt allerdings der Bonustitel "I Slipped, I Stumbled, I Fell". Das hier verwendete Band ist wirklich schlecht, es ist verrauscht und ertrinkt so sehr im Echo, dass die Aufnahme allein durch den Nachhall dieses Echos am Ende um ein paar Sekunden länger wird als die gut remasterte Version, die es auf "Double Features" gab. Höchstwahrscheinlich handelt es sich hier um das alte Originalband von 1961, das in dieser Form auf der originalen RCA-LP zu hören war.

Track 1. – 12.
Die bekannten RCA-Master: "There's Always Me", "Give Me The Right", "It's A Sin", "Sentimental Me", "Starting Today", "Gently", "I'm Comin' Home", "In Your Arms", "Put The Blame On Me", "Judy", "I Want You With Me" und "I Slipped, I Stumbled, I Fell".

"The Singles"

Track 13. – 17.
Die bekannten RCA-Master: ". I Feel So Bad", "Little Sister", "(Marie's The Name Of) His Latest Flame", "Good Luck Charm" und "Anything That's Part Of You".

Unter den folgenden Outtakes sticht die Session vom 12. - 13. März 1961 durch eine besonders gute Tonqualität hervor. Bei den übrigen Sessions rauschen einige Bänder recht stark. Dies scheint jedoch einfach altersbedingt zu sein. Auch auf früheren Veröffentlichungen dieser Takes, egal ob offiziell oder nicht, gab es die gleichen Tonprobleme. Die Tonqualität der bereits früher offiziell veröffentlichten Outtakes ist zumeist gleich geblieben, doch es gibt auch ein paar Verbesserungen. Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass dieses Mal im Vergleich zu früheren BMG- und FTD-CDs nichts schlechter geworden ist.

Einige der hier zu hörenden Outtakes gab es bereits zu Vinyl-Zeiten auf der englischen RCA-EP "Collectors Gold" von 1982 (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen BMG-3er CD) und ein Jahr später dann noch einmal auf der deutschen RCA-LP "Rare Elvis Volume 3". Gegenüber diesen alten Platten fällt der Qualitätsgewinn besonders positiv auf.

Die komplette LP "Something For Everybody" (außer "I Slipped, I Stumbled, I Fell") wurde am 12. - 13.3.1961 aufgenommen. Die wichtigste inoffizielle CD hierzu ist "Something Complete - Studio B Sessions Volume 2" von The Famous Groove. Sie enthält etliche weitere Fehlstarts und mehr Studiogespräch in einer recht guten Tonqualität, jedoch keine weiteren kompletten Takes. Auch die Sessions für die Singles vom 26.6.1961 ("His Latest Flame", "Little Sister") und vom 15.10.1961 ("Good Luck Charm", "Anything That's Part Of You") gab es jeweils komplett auf Bootleg-CDs. Diese waren "Kiss Me Quick Little Sister" (ohne Herstellerangabe) und "Night Rider 61 - Studio B Sessions Volume 3" ebenfalls von The Famous Groove. Auf diesen beiden CDs gab es neben weiteren Fehlstarts auch noch einige komplette Takes der vier Single-Lieder, die auf der vorliegenden FTD-CD nicht mit enthalten sind, sowie viele andere Lieder aus den betreffenden Sessions.

"Early Complete Takes". Wir hören noch einmal fast alle Lieder der LP (mit Ausnahme des Bonustitels I Slipped, I Stumbled, I Fell") sowie drei der fünf Single-Lieder in der gleichen Reihenfolge wie zuvor, diesmal jedoch jeweils in einer frühen Takeversion. Dabei fehlen hier die beiden Lieder "I Feel So Bad" und "Good Luck Charm". Von diesen gibt es zwar auch jeweils mindestens einen kompletten Take vor dem Master, aber die CD war mit fast 78 Minuten Spielzeit bereits so voll, dass sie nicht mehr hierher passten und deshalb auf der zweiten CD mit einsortiert wurden.

18. "There's Always Me" - Take 1 (kurzer Fehlstart): von der Sammler-Doppel-CD "Something Complete". Take 1 (komplett): von den Sammler-Doppel-CDs "24 Carat Gold" und "Something Complete".

19. "Give Me The Right" - Take 1: von der BMG-CD "Collectors Gold", jetzt klarer.

20. "It's A Sin" - Takes 1 (unvollständig) und 2 (Fehlstart und komplett): von der Sammler-Doppel-CD "There's Always Me". Den Take 2 gab es auch auf der FTD-CD "Fame And Fortune".

21. "Sentimental Me" - Take 1: von "There's Always Me", auch auf "Fame And Fortune".

22. "Starting Today" - Take 1: von "There's Always Me", auch auf der BMG-Box "Close Up".

23. "Gently" - Takes 1 (Fehlstart) und 2 (komplett): von "Something Complete" und "24 Carat Gold". Beide gab es auch auf "Fame And Fortune", dort aber stark rauschgefiltert. Hier rauschen sie etwas stärker, klingen dafür aber auch viel natürlicher.

24. "I'm Comin' Home" - Take 2 (Fehlstart): von "Something Complete". Take 2 (komplett): von der Sammler-Doppel-CD "There's Always Me 3". Beides auch auf der BMG-CD "Such A Night - Essential Elvis Volume 6", jetzt jedoch viel brillanter.

25. "In Your Arms" - Take 1: von der Sammler-Doppel-CD "There's Always Me 2", auch auf "Fame And Fortune".

26. "Put The Blame On Me" - Takes 1 (2 Fehlstarts) und 2: von "There's Always Me", auch auf der FTD-CD "Tickle Me".

27. "Judy" - Take 1 (3 Fehlstarts): von der RCA-EP. Take 1 (komplett): von "There's Always Me". Die beiden letzten Fehlstarts und den vollständigen Take gab es auch auf "Fame And Fortune".

28. "I Want You With Me" - Take 1: von "Collectors Gold", jetzt besser.

29. "Little Sister" - Take 3 (Fehlstart): von der RCA-EP. Take 3 (komplett): von "There's Always Me 3". Beides gab es auch auf der FTD-CD "Studio B Nashville Outtakes 1961-1964".

30. "(Marie's The Name Of) His Latest Flame" - Take 2 (Fehlstart und unvollständig): von "There's Always Me 3", auch auf "Studio B Nashville Outtakes 1961-1964".

31. "Anything That's Part Of You" - Take 1: von der BMG-LP "Elvis In Nashville".

CD 2

"Album Session Outtakes". Eine Sammlung verschiedener Takes und Fehlstarts zu den Liedern der LP, diesmal jedoch bunt gemischt und nicht mehr in der strengen Reihenfolge wie auf der LP.

1. "I'm Comin' Home" - Take 1 (Fehlstart): von "There's Always Me 2". Take 3: von der BMG-Box "Platinum", jetzt besser.

2. "I'm Comin' Home" - Take 5 (unvollständig): von "Something Complete". Take 4: von "There's Always Me", schlechter auch schon auf "Fame And Fortune".

3. "Gently" - Take 3: von "Collectors Gold", jetzt besser.

4. "Gently" - Take 4: von "Something Complete" und "24 Carat Gold".

5. "Give Me The Right" - Take 3 (Fehlstart): von "There's Always Me 3". Take 2: von "There's Always Me 3", auch auf "Such A Night".

6. "I Feel So Bad" - Take 1: von "There's Always Me", etwas schlechter auch auf Platinum.

7. "There's Always Me" - Take 2 (Fehlstart und komplett): von "There's Always Me", auch auf der BMG-Box "Today, Tomorrow and Forever".

8. "There's Always Me" - Take 4: von "Collectors Gold", dort etwas schlechter. Auch etwas schlechter auf "Such A Night".

9. "Starting Today" - Take 2: von "Something Complete" und "24 Carat Gold", auch auf "Fame And Fortune".

10. "Judy" - Takes 2 (Fehlstart) und 3 (unvollständig): von "Something Complete". Take 3 ist in der hier zu hörenden ungeschnittenen Form erstmalig offiziell veröffentlicht, obwohl das auf dem Cover nicht vermerkt wurde. Auf der RCA-EP gab es früher nur eine Version dieses Takes, aus der ein Mittelstück herausgeschnitten worden war.

11. "Judy" - Take 4: von der RCA-EP.

"Singles Session Outtakes"

Das gleiche wie oben für die Lieder der Singles.

12. "(Marie's The Name Of) His Latest Flame" - Take 1 (Fehlstart und unvollständig, gekürzt): von der RCA-EP.

Den Take hören wir hier so, wie er damals bei RCA erschien, ohne den Mittelteil. Den ungeschnittenen Take 1 gibt es zusammen mit dem Fehlstart auf "There's Always Me 3", ebenso wie den anschließenden Probetake (ohne Nummer). Letzteren gab es auch auf "Studio B Nashville Outtakes 1961-1964".

13. "(Marie's The Name Of) His Latest Flame" - Take 3 (Fehlstart): von der RCA-EP. In der Session folgte jetzt noch ein kompletter Take 3, der hier jedoch weggelassen wurde. Deshalb geht es sofort mit Take 4 von der BMG-Box "From Nashville To Memphis" weiter, in gleicher Tonqualität, wie wir ihn bereits von dort kennen.

14. "(Marie's The Name Of) His Latest Flame" - Take 5 (4 Fehlstarts): von der RCA-EP. Take 6: von der Sammler-CD "Kiss Me Quick Little Sister". Dieser Take soll davor auch schon offiziell auf der französischen BMG-CD "La legende, Vol.19" von 1999 erschienen sein, das konnte ich bisher aber leider nicht nachprüfen.

Viele Bücher behaupten, der Take 6 wäre auf der RCA-EP enthalten gewesen. Das stimmt jedoch nicht. Dort gab es zwar die Ansage von Take 6, tatsächlich folgte aber Take 12, den wir als Titel 24 auf der vorliegenden CD finden.

15. "Little Sister" - Takes 1-2 (Fehlstarts): von der RCA-EP, auch auf "Studio B Nashville Outtakes 1961-1964". Den in der Session nun eigentlich folgenden Take 3 gab es bereits auf CD 1, deshalb geht es hier sofort weiter mit dem Fehlstart Take 4.

Als nächstes käme eigentlich der Single-Master, der jedoch ebenfalls übersprungen wird. Es folgt mit Take 5 ein weiterer Fehlstart. Alle hier gehörten Takes gab es zuvor bereits auf RCA-EP, die Takes 1-2 auch auf "Studio B Nashville Outtakes 1961-1664".

16. "Little Sister" - Nach so viel Unvollendetem nun endlich mit Take 6 eine komplette Version, ebenfalls von der RCA-EP.

17. "Good Luck Charm" - Take 1: von der RCA-EP.

18. "Good Luck Charm" - Takes 2-3 (Fehlstarts): von "There's Always Me".

19. "Anything That's Part Of You" - Take 2: von "There's Always Me", auch auf der FTD-CD "Long Lonely Highway".

20. "Anything That's Part Of You" - Takes 4 (Fehlstart) und 5: von "24 Carat Gold", auch auf "Studio B Nashville Outtakes 1961-1664".

21. "Anything That's Part Of You" - Take 8 (Fehlstart): von "24 Carat Gold". Take 8 (komplett): von "Today, Tomorrow And Forever". Der Take soll davor auch schon auf der BMG-CD "50 Worldwide Golden Hits Parts 1 And 2" enthalten gewesen sein, die ich jedoch leider nicht habe.

"Last Takes Before Master"

Dies ist eine neu erfundene Rubrik, die es auf den früheren beiden FTD-CDs noch nicht gab. Sie fasst einfach nur ein paar späte Takes und Fehlstarts zusammen, vermutlich damit die Mischung der Lieder auf der CD besser wird und sich nicht so viele Versionen des gleichen Liedes kurz hintereinander wiederholen.

22. "There's Always Me" - Takes 5-8 (Fehlstarts): von "There's Always Me" (nur Take 6) und "Something Complete". Take 9: von "Something Complete", auch auf "Such A Night".

Zwischen diesen Takes wurden weitere 5 Fehlstarts (darunter oft mehrere zur gleichen Takenummer) sowie ein fast bis zum Ende durch gesungener Take 8 aufgenommen, die man hier jedoch herausschnitt.

23. "Judy" - Take 5 (Fehlstart): von der RCA-EP. Take 6 (unvollständig): von "Something Complete". Am Ende dieses Takes darf Elvis tatsächlich "bullshit" sagen, ohne dass es weg geschnitten wurde. Amerika ist endlich im 3. Jahrtausend angekommen.

Beim nun folgenden Take hat FTD gemogelt. Der letzte komplett aufgenommene Take vor dem Master war der Take 4, den wir bereits früher als Titel Nr. 11 auf dieser CD hörten. Mangels Masse hat man sich deshalb jetzt noch selbst einen eigenen "kompletten" Take gebastelt. Der echte Take 7 (erhältlich auf "Something Complete") brach kurz nach dem Klaviersolo ab, weil Elvis mal wieder lachen musste. Der erste Teil des jetzt zu hörenden Takes besteht aus diesem Take 7 bis einschließlich des Klaviersolos. Die letzten 35 Sekunden wurden dann sehr perfekt aus drei weiteren Teilstücken desselben Takes 7 zusammengefügt. In dieser Form ist die vorliegende Aufnahme also NEU.

24. "(Marie's The Name Of) His Latest Flame" - Takes 10-12 (Fehlstarts): von der Sammler-Doppel-CD "There's Always Me 4". Take 12 (komplett): von der RCA-EP. Den Take 12 einschließlich des Fehlstarts gab es auch auf "Close Up".

25. "Little Sister" - Takes 7-8 (Fehlstarts): von "Kiss Me Quick Little Sister". Take 9 (Fehlstart und komplett): von "There's Always Me 3", auch auf "Essential Elvis Volume 6". Zwei weitere in den Takes 7 und 8 ursprünglich enthaltene Fehlstarts wurden hier weggelassen.

26. "Anything That's Part Of You" - Take 9: von der Sammler-CD "The Colonel's Collection", auch auf der BMG-CD "Elvis By The Presleys". 


Beachtet bitte, wenn z. B. ein Take als "NEU" bezeichnet wird, dass dies zum Zeitpunkt der Veröffentlichung galt!

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Southern Nights (BMG FTD 8287676961-2)

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Besprechung aus "Memories Of Elvis" - Nummer 127 (2006):

Von: Taniolo

Mit SOUTHERN NIGHTS ist pünktlich zum Jahresanfang eine weitere FTD-CD mit Soundboard-Aufnahmen erschienen. Zog man es bei den letzten Veröffentlichungen (SUMMER FESTIVAL, ALL SHOOK UP, BIG BOSS MAN, ...) vor, komplette Konzerte ggf. ergänzt durch ein paar Bonus-Songs zu veröffentlichen, so ist der Ansatz bei SOUTHERN NIGHTS ein anderer.

Die Produzenten der CD machten es sich bei der Zusammenstellung zur Aufgabe, einen interessanten Zusammenschnitt aus Konzerten zweier Tourneen abzuliefern. Dabei handelt es sich um die beiden ersten beiden Konzertreihen des Jahres 1975 außerhalb von Vegas, nämlich um die April/Juni-Tour, welche am 24.4.75 in Macon startete und ihren Abschluss am 7.5.75 in Murfreesboro fand und um jene Tournee, die am 30. Mai 1975 mit dem ersten von 5 Konzerten in Huntsville begann und am 10.6.75 in Elvis’ Heimatstadt endete.

Selbstverständlich kann schon allein durch die Vielzahl der Konzerte, die Elvis auf beiden Touren gab (insgesamt 35 Shows), nicht jeder einzelne Auftritt berücksichtigt werden, aber – um das einmal vorweg zu nehmen – die Mischung überzeugt. Wohl auch mit Blick auf die Tatsache, dass mit der FTD DIXIELAND ROCKS bereits ein mehr oder minder komplettes Konzert aus dieser Zeit abgedeckt ist (Murfreesboro, 6.5.75 + Bonussongs vom Folgetag), galt das Hauptaugenmerk bei der Zusammenstellung dieser neuen FTD-CD eher jenen Songs, die einerseits nicht auf der genannten CD zu finden sind bzw. andererseits und insbesondere eben den Songs, die Elvis während dieser Konzerte nur selten, ja teilweise nur ein einziges Mal gespielt hat.

Insgesamt werden mit Aufnahmen aus Macon, Atlanta, Lake Charles, Huntsville, Mobile, Houston, Jackson, und Memphis insgesamt 13 Konzerte aus acht Städten in sechs Bundesstaaten auf dieser Compilation repräsentiert. Es sei im Vorfeld der individuellen Abhandlungen der einzelnen Songs noch erwähnt, dass die Soundboard-Recordings der verschiedenen Konzerte vom Soundbild her teilweise sehr unterschiedlich sind. So werden insbesondere die Aufnahmen von der ersten Tour von Glen Hardins Piano und Jerry Scheffs Bass dominiert, während Ronnie Tutts Schlagzeug keine Rolle spielt.

BMG FTD 8287676961-2BMG FTD 8287676961-2Southern Nights

01. That’s All Right. Atlanta, GA – 30. April 1975

Prinzipiell ist der Song ein typischer “Opener” für eine Elvis-Show; nach See See Rider vielleicht die Nummer zwei in diesem Kontext. Elvis kam mit dem Lied bereits im Sommer 1970 auf die Bühne und eröffnete das letzte Mal im Mai 1977 eine Show mit diesem Song. Ein Grund genug, Elvis auch auf dieser CD den Reigen der Songs mit dieser Nummer eröffnen zu lassen und doch hat Elvis ihn im Frühjahr 1975 nie im Eröffnungsblock der Show benutzt.

Tatsächlich sang Elvis That’s All Right nur ganze fünfmal während der ersten der beiden 1975er Touren und während der zweiten Tour nur bei einer einzigen Gelegenheit. Hier in Atlanta sang Elvis That’s All Right fast am Ende der Show; nur das übliche Can’t Help Falling In Love folgte an jenem Tage noch. Elvis liefert an diesem Abend eine sehr inspirierte Version des Songs ab und wenn oft gesagt wird, dass Elvis in Atlanta besonders gerne auftrat, so darf man diese sehr gute Performance gerne als Beweis dafür anführen.

02. It’s Now Or Never. Atlanta, GA – 30. April 1975

Elvis’ großer Hit aus 1960 stammt in dieser Live-Version aus derselben Show in Atlanta, welche von Presse und Fans als die wohl beste der gesamten Tour eingestuft wurde. Elvis singt den Millionen-Seller sehr gefühlvoll. Dieser Aufnahme kommt die klavierlastige „Abmischung“ des Soundboards sehr zu gute, da das Piano von Glen Hardin das Lied ohnehin dominiert und dessen Charakter umso mehr unterstreicht. Elvis singt am Ende des Liedes den Refrain „it’s now or never my love my love won’t wait“ dreimal sehr sanft, bis er dann bei der dritten und letzten Wiederholung das fulminante Ende auspackt.

It’s Now Or Never ist in Bezug auf das Programm der beiden Konzertreihen eine Rarität. Diese Performance aus Atlanta stellt die einzige Gelegenheit dar, bei der Elvis den Song innerhalb der 35 Konzerte sang. Der Übergang zum nächsten Track ist auf dieser CD etwas misslungen, denn anstatt eines sauberen Crossfades hört man nicht nur Elvis „off-mike“ Let Me Be There ankündigen, sondern auch den ersten Ton des Liedes, gespielt durch Burtons Gitarre.

03. Help Me. Atlanta, GA – 30. April 1975

Der dritte und letzte Song aus dieser Atlanta-Show wird im Hinblick auf die Instrumentierung wiederum von Glens Piano dominiert, während Elvis diesen Larry-Gatlin-Song unterstützt von Sherrill Nielsen singt. Letzterer ist etwas deutlicher zu vernehmen als bei anderen bekannten Versionen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass alle drei bisher genannten Songs vom 30.4.75 aus unterschiedlichen Abschnitten der Show stammen.

Während Help Me noch vor den Introductions von Elvis gesungen wurde, so war It’s Now Or Never eine Performance, die nach der Bandvorstellung folgte und That’s All Right reihte sich erst am Ende der Show ins Programm ein. Für den Sammler von Soundboard-Mitschnitten ein Hinweis darauf, dass noch deutlich mehr Material von dieser Show existieren sollte.

20.07.1975 A/S (Norfolk Virginia)20.07.1975 A/S (Norfolk Virginia)

04. Steamroller Blues. Atlanta, GA – 2. Mai 1975

Bei dieser Aufnahme aus der dritten Atlanta-Show eröffnet Jerry Scheffs Bass den Song. Elvis klingt inspiriert und relaxt und ist von Anfang an mit Begeisterung dabei. Der Song selbst wird neben dem Scheffs Bass durch Burtons Gitarre und wiederum das sehr stark im Vordergrund stehende Piano getragen. Die bei anderen Songs gewöhnungsbedürftige atypische Abmischung kommt dieser Performance zu gute.

Der Steamroller Blues war während der ersten Tour nur viermal dabei und verschwand während Tour Nr. 2 gänzlich vom Programmzettel. Als Zugabe gibt es im selben Track noch The M.I.C.K.E.Y.M.O.U.S.E March, dessen Titel Elvis gemeinsam mit den Sweets singender Weise buchstabiert.

05. Heartbreak Hotel. Huntsville, AL – 1. Juni 1975 a/s

Es geht weiter mit Aufnahmen aus Huntsville, genauer gesagt mit Aufnahmen aus dem vierten Konzert der zweiten Tour von 1975. Elvis hat gerade The Wonder Of You beendet (was hier nicht zu hören ist) und während der ersten drei Konzerte dieser Tour fuhr man mit Burning Love fort. Hier aber hört man Elvis zum Publikum sagen, dass er doch lieber Heartbreak Hotel singen wolle und fragt auch Charlie um dessen Erlaubnis („I wanna get your permission before I do it“).

Bevor es dann tatsächlich mit Heartbreak Hotel losgeht, stimmt Elvis noch eine Zeile aus dem Mule Skinner Blues („Well well ... little water boy“) an. Auch dieses Excerpt ist nicht explizit in der Tracklist erwähnt. Anschließend gibt es doch noch das angekündigte Heartbreak Hotel; eine durchschnittliche Version mit einigen spontanen Textänderungen.

06. Release Me. Huntsville, AL – 1. Juni 1975 a/s

Engelbert hat den Song, der ursprünglich von Edward Monroe Miller 1946 geschrieben und selbst aufgenommen wurde, Mitte der 60er Jahre weltweit zum Hit gemacht. Elvis hatte Release Me erstmals im Februar 1970 im Programm und packte es über die Jahre hinweg immer mal wieder aus. Während dieser beiden 1975er Tourneen sang Elvis Release Me nur ein einziges Mal: Eben hier in Huntsville.

07. Polk Salad Annie. Huntsville, AL – 1. Juni 1975 e/s

Wir befinden uns in der letzten von fünf Huntsville-Shows. Elvis versucht sich für 15 Sekunden an Burning Love, bricht dann ab, lässt sich den Text vorsagen, erstickt einen neuerlichen Versuch, den Song zu spielen bereits im Keim und entscheidet sich doch lieber für Polk Salad Annie.

Den Elvis-Live-Klassiker gibt es ohne die lange gesprochene Einleitung. Elvis rockt sich mit Unterstützung seiner Musiker und der Sweet Inspirations anständig durch eine gut dreiminütige Fassung des Liedes.

19751975

08. I'll Remember You. Huntsville, AL – 1. Juni 1975 e/s

Auch im Falle dieses Tracks kann man, wenn man aufmerksam genug hinhört, ein weiteres angesungenes Lied ausmachen. Elvis nutzte 1975 beinahe schon regelmäßig die ersten Takte von I’ll Remember You, um ein kurzes „Alfie“ in die ersten Takte des Liedes einzustreuen.

09. Little Darlin'. Huntsville, AL – 1. Juni 1975 e/s

Es folgt eine weitere Aufnahme aus der Abendshow vom 1. Juni 75 in Huntsville. Little Darlin’ war auf dem Album MOODY BLUE deplaziert, passt hier aber gut ins Showprogramm. Ronnie Tutt ist an den Drums deutlich zu hören, was dieser und den anderen Performances aus Huntsville natürlich mehr Dichte und Atmosphäre verleiht – so interessant es auch sein mag, hier und dort einen anderen Mix zu hören.

10. Bridge Over Troubled Water. Mobile, AL – 2. Juni 1975 e/s

Nach einem etwas holprig zusammengeschnittenen Übergang von Track 9 zu 10 befindet man sich in der nächsten Show und damit auch bei der ersten Aufnahme auf dieser CD, die es schon einmal auf CD gab. Die Veröffentlichung dieser Fassung von Bridge ist im offiziellen Sinne eine Premiere, aber der Sammler weiß, dass es die Version aus Mobile schon auf der Import-CD SOLD OUT IN DIXIE gab. Elvis versingt sich zwar einmal, lässt sich aber nicht irritieren und liefert eine gute Version ab – weit besser jedenfalls als der kurzatmige Auftritt mit demselben Song vom 7.5.75, welchen man von der DIXIELAND ROCKS FTD kennt und bei dem sich Elvis förmlich durch die Performance quält.

11. Trying To Get To You. Houston, TX – 5. Juni 1975

Auch diese Aufnahme gab es bereits auf Import-CD (HOWDY HOUSTON). Das am Anfang kurz angesungene The Eyes Of Texas, welches im Cover keine Erwähnung findet, stammt zwar auch aus Houston, Texas, wurde aber von Elvis am Vortag, also am 4.6. 75 gesungen.

Trying To Get To You gehörte in dieser Zeit in keiner Weise zum Standard-Programm. Während dieser beiden Touren sang Elvis es nur ein einziges Mal – hier in Houston und das ist bedauerlich, wenn man hört, wie stimmgewaltig und mitreißend er die alte Nummer vorträgt.

12. You Gave Me A Mountain. Houston, TX – 5. Juni 1975

Gleicher Ort, gleiche Show und wiederum ein Song, den Elvis (immer bezogen auf diese beiden Konzertreihen) nur einmal im Programm hatte. Die Version ist zweifelsohne interessant und konzentrierter gesungen als diverse Versionen des Vorjahres. Auch Mountain gab es schon auf Import-CD.

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13. Help Me Make It Through The Night. Jackson, MS – 9. Juni 1975

Die vorliegende Version ist mit deutlich unter zwei Minuten nicht sonderlich und Elvis scheint keinen besonderen Grund zu spüren, dem Song eine spezielle Behandlung wiederfahren zu lassen. Auf der ersten Tour hatte Elvis das Lied ein paar Mal im Programm; von dieser zweiten Tour gibt es lediglich diese Performance aus Jackson. Den Track gab es zuvor schon auf der Import-CD CUT 'EM DOWN TO SIZE.

14. Fairytale. Memphis, TN – 10. Juni 75

Auch hier erwartet den Hörer eine nicht gänzlich unbekannte Version des Liedes. Mitte der 90er Jahre wurde diese Fassung live aus Elvis’ Heimatstadt Memphis schon auf Import-CD (LET ME TAKE YOU HOME) veröffentlicht. Hier gibt’s das Lied ohne das unsägliche Reverb und den Hall, der auf der Import-CD draufgepackt wurde, was dem Gesamteindruck zu gute kommt.

15. Jambalaya. Lake Charles, LA – 4. Mai 1975 e/s

Diesen kurzen angesungenen Country-Klassiker, der nur weniger mehr als eine halbe Minute läuft, kannte man in der Elvis-Version schon von diversen Import-CDs (u. a. A PROFILE 1, cd3), aber im Sinne von „offiziell“ stellt diese Veröffentlichung eine Premiere dar: Noch nie gab es diesen Song offiziell von Elvis’ Plattenfirma. Jambalaya bleibt auf dieser CD der einzige Ausschnitt aus der Evening Show aus Lake Charles vom 4.5.75.

16. Big Boss Man. Macon, GA – 24. April 1975

Es folgt der erste von drei Songs aus der Show in Macon, Georgia. Dieses Konzert eröffnete die erste Tour des Jahres 1975. Diesen Track sowie die beiden folgenden gab es bereits auf der Import FROM VEGAS TO MACON. An der schon damals ungewöhnlichen Abmischung – der Soundboard-Mitschnitt ist extrem pianolastig und man hört quasi überhaupt kein Schlagzeug – ließ sich auch hier nichts ändern. Elvis hatte Big Boss Man während des zurückliegenden Vegas-Engagements häufiger im Programm. Während der ersten 75er Tour spielte er es nur in Macon und noch einmal am Tag darauf in Jacksonville. Danach verschwand es komplett aus dem Programm bis zum Juli, als Tour Nr. 3 startete.

17. It's Midnight. Macon, GA – 24. April 1975

Elvis arbeitet sich durch eine durchschnittliche Version, die nicht sonderlich inspiriert klingt und im Wesentlichen nur durch das intensive Piano interessant wirkt.

01.06.1975 (Huntsville)01.06.1975 (Huntsville)

18. Promised Land. Macon, GA – 24. April 1975

Es mag Geschmackssache sein, aber dieser Chuck-Berry-Klassiker hat etwas Besonderes durch die Abmischung, die das Pianospiel überbetont. Hier macht genau das einen besonderen Reiz aus.

19. Trouble. Huntsville, AL – 31. Mai 1975 a/s

Mit einem neuerlichen Sprung in Ort und Zeit landet der Hörer wieder Ende Mai 1975 in Huntsville. Hier gibt es – zumindest für 1975 – etwas ganz besonderes zu hören: Ein fester Bestandteil der Show war zu dieser Zeit, dass Elvis seine neue Single dem Publikum vorstellte.

Nun startet er – wohl zur Überraschung und Freude aller Beteiligten - mit dem „alten“ Trouble aus seinem vierten Kinofilm. Das Ganze ist absolut spontan. Elvis zitiert die erste Zeile des alten Songs und die Band nimmt den Ball auf und hängt sich rein. Leider bricht Elvis schon nach der ersten Strophe wieder ab.

20. T-R-O-U-B-L-E. Huntsville, AL – 31. Mai 1975 a/s

Jetzt folgt tatsächlich die neue Single. Zweifelsohne eine gute Version, die prima rockt, auch wenn Elvis zwischendurch mal ein paar Textschwierigkeiten überspielen muss.

21. Hawaiian Wedding Song. Huntsville, AL 31. Mai 1975 a/s
Elvis hatte diesen Song Anfang 1975 nur sehr selten im Programm. Eine der wenigen Performances haben wir hier. Dieselbe Aufnahme wurde vor Jahren schon einmal als Bonus auf der Import-CD CHECKMATE IN VEGAS veröffentlicht, allerdings in deutlich schlechterer Soundqualität.

22. Blue Suede Shoes. Huntsville, AL 31. Mai 1975 a/s
Der alte Carl-Perkins-Song ist zwar keineswegs eine Live-Rarität, was Elvis’ Konzerte angeht, wurde aber auf den beiden hier relevanten Tourneen nur ein einziges Mal von Elvis gesungen. Keine schlechte Version.

20.07.1975 (Norfolk)20.07.1975 (Norfolk)

23. For The Good Times. Huntsville, AL – 31. Mai 1975 a/s

Elvis hatte diesen Song 1972 erstmals im Programm und spätere Performances dieses Liedes sind rar gesät, so ist auch diese Darbietung die einzige von For The Good Times während der beiden Städte-Touren. Elvis singt sehr gefühlvoll und liefert eine wunderschöne Version ab.

24. I Can't Stop Loving You. Huntsville, AL – 31. Mai 1975 e/s

Es ist nicht nur eine sehr schöne Fassung, die Elvis hier im Stile von Ray Charles abliefert, sondern es ist auch das vorletzte Mal, dass Elvis überhaupt diesen Song im Programm hat. Zum letzten Mal sang er ihn während seines Auftritts in der Market Square Arena von Indianapolis am 26.6.77.

25. I'm Leavin'. Huntsville, AL – 31. Mai 1975 e/s

Ein weiterer seltener Song beschließt die Show. Auch I’m Leavin’ gab es während beider Tourneen nur einmal live und diese Version darf man zweifellos als großartig und bewegend bezeichnen.

FTD ist mit SOUTHERN NIGHTS ein guter Wurf gelungen. Die Zusammenstellung überzeugt und auch wenn – bedingt durch die unterschiedlichen Soundboard-Aufnahmen, die zum Einsatz kamen – das Soundbild nicht einheitlich ist, so bleibt festzustellen, dass jene Aufnahmen, die man früher schon von diversen Import-CDs kannte, hier im Durchschnitt einen besseren Klang aufweisen.

Die Verpackung der CD ist deutlich geschmackvoller gestaltet als diverse Vorgänger mit SB-Aufnahmen. So schmücken Front-, Back- und Innencover des Jewel Case drei schöne Live-Shots von Elvis im Red Phoenix Suit während der Abendshow vom 31. Mai 1975 in Huntsville, Alabama, die von Keith Alverson fotografiert wurden. 


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