Aus die "Süddeutsche":
"Es wirkt heute rührend: Ein Typ in einem strassbesetzten Supermann-Kostüm steht in der Südsee herum und hat ein Mikro in der Hand, das ihn als Sänger ausweist. Er fuchtelt damit vor einigen hochtoupierten Frauen herum, die er mit einem Fingerschnippen ins Bett beordern könnte (haha!) - und um die Erde kreist ein Satellit, biep biep, der das Konzert dieses leicht mopsigen Landeis gleich in alle Welt übertragen wird - Elvis ist auf Hawaii und will es auf Geheiß seines Managements und der mächtigen Plattenfirma RCA noch einmal wissen: Weltherrschaft und all so was.
Aber ebenso wie die Weltraummetaphorik des Covers schon 1973 altbacken wirkt (das NASA-Mondprogramm stinkt gerade ab), so tun es auch die Lieder, die Elvis Presley hier anstimmt: entweder liebloser Rock"n"Roll von gestern, hektisch in Medleys gepresst wie 'Johnny B. Goode' oder 'Hound Dog', oder Schmalznudelzeugs wie 'American Trilogy', dem man zwar anhört, dass Elvis drauf steht, aber sicher nicht mehr die jüngeren Rockfans weltweit, die lieber Pink Floyd auf die Rückseite des Mondes folgen, Roxy Music entdecken oder einen Led Zeppelin steigen lassen.
So erleben wir Spätgeborenen auf 'Aloha from Hawaii Via Satellite' (RCS Legacy) ein sich vor einem Milliardenpublikum von Hausfrauen immer stärker aufplusterndes Michelin-Männchen, das demnächst leider zerplatzen wird. Und keiner konnte und wollte es verhindern. Nicht die Platte, mit der man dem King als erstes gegenübertreten sollte."